Goodyear schließt auch Werk in Neuseeland

Die Goodyear Tire & Rubber Co. will auch bei den Produktionsstätten künftig weiter einsparen. Nachdem der Konzern bereits im April die Schließung des Dunlop-Pkw-Reifenwerkes im englischen Washington angekündigt hatte, es auch bis Mitte Juni – früher als vom eigentlichen Fahrplan vorgesehen – schloss und 585 Arbeiter entließ, kündigt Goodyear nun das Ende einer weiteren Produktionsstätte an. Laut einer Pressemeldung aus der Konzernzentrale sei zwar nur der „Vorschlag, die Reifenfabrik in Neuseeland zu schließen“, angekündigt worden. Die Anlage sei im konzernweiten Vergleich zu teuer, folglich würden dort zuerst Kapazitäten abgebaut. „Eine Schlüsselkomponente unserer Strategie ist die Eliminierung kostenintensiver Reifenproduktionskapazitäten“, sagt Goodyear Chairman und CEO Robert J. Keegan, und lässt damit wenig Spielraum, über den „Vorschlag“ zu reden. „Unser Ziel ist es, während der kommenden drei Jahre jährlich Kosten zwischen 100 und 150 Millionen Dollar einzusparen.“

Bei South Pacific Tyres (SPT) in Upper Hut in Neuseeland – der zu schließenden Fabrik – habe der Goodyear-Konzern Gespräche mit den rund 400 Mitarbeitern und der Gewerkschaft aufgenommen, heißt es weiter in der Pressemitteilung. Über das Ziel dieser Gespräche wurde nichts bekannt. Laut Joseph Copeland, CEO bei South Pacific Tyres, werde der Konzern aber dem neuseeländischen Markt als Lieferant verpflichtet bleiben. Die dort abgesetzten Produkte werden dann aus anderen Fabriken der asiatisch-pazifischen Region kommen, etwa aus dem Schwesterwerk in Australien. Das Werk in Upper Hut habe hauptsächlich unter hohen Kosten, billigen Importen und dem Fehlen lokaler Erstausrüstungskunden gelitten, heißt es weiter in der Pressemitteilung. In der SPT-Fabrik – Goodyears einziger in Neuseeland – wurden jährlich noch rund zwei Millionen Pkw-Reifen gefertigt. Vor rund zwei Jahren waren dies noch etwa 3,6 Millionen Einheiten jährlich.

Die Werksschließung werde innerhalb der kommenden sechs bis acht Monate umgesetzt, so Goodyear weiter, und werde in der Region Asien-Pazifik jährlich rund 15 Millionen US-Dollar an Einsparungen bringen. Für die Schließung selbst werden rund 35 Millionen Dollar an Kosten veranschlagt.

South Pacific Tyre wurde 1987 als 50:50-Jointventure zwischen Goodyear Tire & Rubber sowie Pacific Dunlop (Australien) gegründet. Seit Januar dieses Jahres gehört die Fabrik zu 100 Prozent dem amerikanischen Hersteller, nachdem der Eigentümer von Pacific Dunlop seinen Anteil verkaufte. Die ersten Goodyear-Reifen wurden bereits 1949 in der damals neuen Reifenfabrik in Upper Hut in Neuseeland im Rahmen eines Offtake-Agreements mit Dunlop gefertigt. Als einer der führenden Reifenhersteller und Vermarkter der Region hat das Jointventure-Unternehmen South Pacific Tire, wozu auch das Reifenwerk im australischen Somerton gehört, etwa 4.000 Mitarbeiter. Der Konzern setzt in der Region etwa 700 Millionen Dollar um. Goodyear hat in der Region Asien-Pazifik Produktionskapazitäten für mehr als 30 Millionen Reifen; Fabriken stehen in zehn Ländern der Region.

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