Hingucker und neue Produkte bei Reifen Ihle

Für Reifen Ihle (Günzburg) stellte die diesjährige Reifenmesse eine besondere Veranstaltung dar, hatte der Hersteller von heiß- und kalterneuerten Reifen unter dem Markennamen Rigdon doch einige neue Produkte zu zeigen, was nicht bei jedem Aussteller in Essen der Fall war. Insbesondere die neue Technologie der Vollerneuerung eines Nutzfahrzeugreifens im Kaltverfahren, also inklusive der Seitenwand, zog die Aufmerksamkeit der Messebesucher auf sich. Aber auch bei der Runderneuerung von AS-Reifen hatte Reifen Ihle Neues zu berichten.

Die Kaltrunderneuerung, wie sie heute vorwiegend praktiziert wird, ist die Erneuerung des Laufstreifens. Reifen Ihle hingegen hat Anfang dieses Jahres erstmals einen Nutzfahrzeugreifen im Kaltverfahren vollerneuert. Dabei wird zusätzlich zu dem – herkömmlichen – Laufstreifen eine vorgefertigte Seitenwand angebracht, die sich im Autoklaven ohne nennenswerten Spleiß an der Schulter mit dem Laufstreifen verbinden lässt. Dieses Verfahren sei insbesondere für Busreifen nützlich, deren Seitenwände oft am Kantstein entlang scheuern, sagt Adolf Mayer. Der Grund, so der Verkaufsleiter weiter: Die äußerlich verdickte Seitenwand, in die darüber hinaus Verschleißanzeiger integriert sind, halte diesen hohen Belastungen länger Stand als ein gewöhnlicher Busreifen. Die Seitenscheiben werden direkt bei Reifen Ihle in Günzburg gefertigt. Sie weise dabei beide DOT-Nummern auf, nicht aber den Originalschriftzug des ursprünglichen Herstellers.

Durch dieses neue Verfahren, deren Ergebnisse sonst nur mit einer Heißrunderneuerung zu erzielen wären, so erfuhr man bei Reifen Ihle am Messestand, entstünden mehrere Vorteile. „Wir sind schneller und haben ein optisch gutes Produkt“, so Adolf Mayer im Gespräch mit der NEUE REIFENZEITUNG. Die Reifenflanke erfahre eine optische Autwertung und komme der eines Neureifens recht nahe. Für den Runderneuerer ergeben sich weitere Vorteile, so benötige man keine Formen wie bei der Heißerneuerung, sei dadurch wesentlich flexibler in der Reaktion auf Kundenwünsche. Laut Verkaufsleiter Mayer sei das Verfahren zwar bis zu zehn Prozent teurer als die übliche Laufstreifenerneuerung im Kaltverfahren, die Kosten lägen aber immer noch zehn bis 15 Prozent unter der einer Vollformerneuerung im Heißverfahren.

Neben diesem Novum hatte die Reifen Ihle GmbH, die sich mit ihrem gesamten Produktspektrum an runderneuerten Reifen der Marke Rigdon in Essen präsentierte, auch in punkto Ackerschlepperreifen Neues zu berichten. So hat der Runderneuerer aus dem schwäbischen Günzburg nun etwa erstmals und als bisher einziges Unternehmen lediglich die Stollen eines AS-Reifens erneuert. Ein Muster in der Größe 710/70 R38 wurde auf dem Stand in Halle 3 gezeigt; einige andere stollenerneuerte AS-Reifen stünden bereits im Feldversuch, bei dem erste praktische Erfahrungen mit dem neuen Verfahren gesammelt werden sollen. Diese neue Verfahren sei nicht nur ökologisch sinnvoll, sondern verursache auch geringere Kosten als die herkömmliche Form der AS-Reifenrunderneuerung.

Auch Neues aus der Pkw-Reifenrunderneuerung brachte Ihle mit nach Essen. So wurde erstmals der „Rigdon 181“ in Anlehnung an den „WinterContact TS 810“ von Continental vorgestellt. Das Conti-Profil ist bereits seit zwei Saisons im Handel erhältlich, zum übernächsten Winter 2007/2008 wird Reifen Ihle dann zwei gängige Dimensionen in 195/65 R15 und 205/55 R16 nachlegen und damit bereits rund ein Drittel der hiesigen Nachfrage abdecken können. Derzeit seien beide Reifen noch in Vorbereitung, so Vertriebsleiter Adolf Mayer weiter, obwohl auch zur kommenden Saison bereits grundsätzlich verfügbar. Aber auch für Lkw-Reifen zeigte Reifen Ihle etwas Neues. So komme nun etwa ein neuer Heißrunderneuerter in Anlehnung an den Antriebsachsreifen XDY 3 von Michelin in der Dimension 315/80 R22.5 auf den Markt. Reifen Ihle biete diesen Rigdon-Reifen, der für den Nahverkehr bzw. den Gebrauch auf Baustellen ausgelegt ist, allerdings mit einer Profiltiefe von 25 Millimetern an; üblich wären 21 bis 22 Millimeter.

Hingucker auf dem Reifen-Ihle-Messestand in Essen war allerdings ohne Frage der 1.850 PS starke Super-Race-Truck, mit dem der Runderneuerer vor zwei Jahren in Dubai den Lkw-Geschwindigkeitsweltrekord auf 281,723 km/h trieb.

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