Kraiburg Austria fokussiert „ertragreiches Kerngeschäft

Kraiburg Austria hat im weiter hart umkämpften Marktumfeld das Geschäftsjahr 2005 mit einem Umsatz von 72,9 Millionen Euro im Vergleich zum Vorjahr abgeschlossen. Dies entspricht einer Steigerung von rund drei Prozent. Im bzw. über Plan der Umsatz- und Absatzzielsetzung lagen dabei die Bereiche Heißmaterial und ReifMisch; die Entwicklung des Kaltmaterials blieb unter den Erwartungen. Damit habe der Spezialist für Reifenerneuerung das Absatzziel in Summe erreicht, über das Gesamtergebnis sei man – gerade im Branchenvergleich – froh, wenn auch nicht zufrieden, heißt es dazu aus Österreich. Zahlen zu den Erträgen veröffentlicht das Unternehmen nicht. Die weiter gestiegenen Rohstoffpreise von mehr als zehn Prozent, die nur anteilig an den Markt weitergegeben werden konnten, hätten „natürlich Einfluss auf den Ertrag“, kommentiert das Unternehmen.

Als entscheidende Faktoren, die die aktuelle Marktsituation prägen, sieht Kraiburg folgende Sachverhalte: „Laut BRV verzeichnete Deutschland mit runderneuerten Nutzfahrzeugreifen im vergangenen Jahr einen Rückgang von minus sieben Prozent. Dies lässt sich mit Ausnahme Skandinavien nahezu auf die Situation in ganz Europa übertragen. Die Gründe sind vielfältig: Die Branche spürt die Stilllegung von Fahrzeugen aufgrund der Dieselpreisentwicklung genauso wie die Einführung der Maut in Deutschland. Im Inland werden zudem wieder vermehrt neue Nutzfahrzeuge abgesetzt, was zu einem geringeren Ersatzbedarf von Reifen führt, während die Erstausrüstung boomt“, schreibt Kraiburg Austria.

Weitere Gründe seien die sinkende Transportleistung in der Bauwirtschaft durch die anhaltende Konjunkturkrise sowie ein deutlicher Trend zum Ausflaggen kompletter Flotten in Niedriglohnländer, insbesondere nach Osteuropa. Nicht zu vergessen natürlich die heute höhere Laufleistung bei Lkw-Reifen, speziell im Fernverkehrseinsatz. Einen entscheidenden Einfluss habe zudem die Marktkonsolidierung, die durch Geschäftsaufgaben und Insolvenzen auf Seiten der Runderneuerungsbetriebe bestimmt ist, sowie die Renaissance der Lkw-Heißerneuerung, die eindeutig zu Lasten des Kaltmaterialabsatzes erfolgt. Letztlich verstärkten die stark gestiegenen Rohstoffpreise und vor allem auch die Billigreifenimporte aus China sowie Laufstreifen aus Südostasien und Südamerika den Preisdruck auf die Anbieter von Qualitätsmaterialien.

Um den Ertrag für den Standort Geretsberg langfristig zu sichern, habe sich Kraiburg für 2006 zum Ziel gesetzt, sich ab sofort mehr denn je auf sein ertragsreiches Kerngeschäft in den europäischen Kernmärkten zu konzentrieren. „Und dazu wollen die Reifenerneuerungsspezialisten auch künftig Partner Nummer eins der Runderneuerungsbranche in Europa sein und damit in diesen Märkten mit Qualität und Service überzeugen“, so das Unternehmen weiter. Aufgrund der Marktgegebenheiten führe das Unternehmen parallel sein straffes Kostenmanagement fort, um alle Geschäftsbereiche inklusive Verwaltung, Logistik und Vertrieb möglichst effizient zu gestalten. Dazu sollen mehr denn je sinnvolle Synergien innerhalb des Unternehmens bzw. innerhalb der Kraiburg-Gruppe genutzt werden. Zudem habe sich Kraiburg entschlossen, die finanziellen Mittel künftig noch stärker auf Maßnahmen zu konzentrieren, die den Runderneuerungskunden einen direkten Nutzen bieten.

Das bedeute auch, auf kostenintensive Aktivitäten wie die Investition in außer-europäische Vertriebsstrukturen bzw. Marketingplattformen wie TV-Sponsoring oder Truck Race zu verzichten. Gezielt forciert werde dagegen die Fortführung der erfolgreichen Produktstrategie „Hersteller für Qualitätsmaterialien für die Reifenerneuerung gepaart mit ausgewählten Serviceleistungen“. Dazu investiere Kraiburg in die Weiterentwicklung der beiden Produktsortimente – die Standardlinie Kraiburg und die Premiumlinie Kraiburg plus – sowie in die Erweiterung der Bereiche Technischer Service und Anlagenbau. Zudem sieht Kraiburg den gezielten Ausbau von Nischenmärkten innerhalb des Runderneuerungsgeschäftes vor und hat dazu bereits einen neuen, zukunftsträchtigen Produktbereich installiert: Earthmover Retreading.

„Auch wenn wir unsere Marschrichtung den aktuellen Marktgegebenheiten anpassen mussten“, erläutert Dr. Andreas Starnecker, Geschäftsführer von Kraiburg Austria, „bleiben wir das, was wir seit über 50 Jahren sind, ein unabhängiger und zuverlässiger Partner der Runderneuerer. Wir sind uns sicher, in unseren europäischen Kernmärkten weiterhin mit unseren technisch einwandfreien Qualitätsprodukten und unseren etablierten Serviceleistungen zu überzeugen. Und damit Absatz, Umsatz und Ertrag für Kraiburg Austria langfristig zu sichern.“

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