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Pneuhage will sich weiter als Marke etablieren

Die Pneuhage-Unternehmensgruppe hat in den vergangenen Jahren einige grundlegende Entscheidungen getroffen, die bis heute und darüber hinaus die Entwicklungen prägen. Pneuhage bietet mit seiner Räder- und Reifenmarke Platin etwa ein Produkt an, dass seit Markteinführung Mitte der 1980er Jahre bereits millionenfach in Europa verkauft wurde. Darüber hinaus wird etwa das Pneuhage-Vertriebspartner-System (PVP) stetig ausgebaut, wie auch seit neuestem das internationale Pkw-Flottengeschäft sowie die internationale Präsenz und die Runderneuerung. Heute – 53 Jahre nach der Unternehmensgründung – arbeiten die Verantwortlichen in Karlsruhe mit unverminderter Energie an der Erweiterung und Vertiefung der geschäftlichen Aktivitäten.

Als vor 20 Jahren der Markenname Platin eingetragen wurde, gehörte das Handelsunternehmen noch zu den ersten der Branche, die über eine eigene Private Brand verfügten. Das Konzept wurde bis heute vielfach kopiert; es gibt kaum mehr einen Großhändler oder eine Kooperation in Deutschland, die ohne eine Eigenmarke auskommt. Dabei wird die Marke Platin – die bekanntlich als Reifen- (Pkw und Llkw) sowie als Felgenmarke vertrieben wird – nicht einzig wegen ihres Alleinstellungsmerkmals sowie der möglichen Exklusivität für den abnehmenden Händler gefördert, so Herbert Stier in einem Gespräch mit der NEUE REIFENZEITUNG. Der Geschäftsführer der Interpneu Handelsgesellschaft mbH, dem Großhandelsbetrieb der Pneuhage-Gruppe, sieht in der eigenen Marke vielmehr ein Instrument, mit dem sich die Unternehmensgruppe erfolgreich präsentieren kann. Folglich habe man auch bereits früh angefangen, eine eigenständige Markenphilosophie aufzubauen und diese zu entwickeln. In der Marke Platin sieht man eine Marke wie andere auch mit einem eigenen Markenimage.

Seit 1996 hat das Unternehmen über zwei Millionen Felgen der Marke Platin verkauft, was als Ausweis für den Erfolg der Felgenmarke gelten darf. Insgesamt verkauft das Unternehmen jedes Jahr rund eine halbe Million Felgen. Platin-Felgen sind heute von 13 bis 20 Zoll Durchmesser in wenigstens 30 Designs im Programm und werden von verschiedenen Herstellern wie etwa Borbet, MIM, Rial und anderen gefertigt. Designs, die die Interpneu Handelsgesellschaft heute über die eigenen Handelsbetriebe, die Vertiebspartner und andere Abnehmer vertreibt, wechseln dabei entsprechend den Marktanforderungen. Wie viele Pkw- und Llkw-Reifen unter dem Markennamen Platin seit Markteinführung über den Reifenfachhandel abgesetzt wurden, möchte das Unternehmen nicht verraten. Hergestellt werden die Reifen von der Continental, obwohl die Pneuhage-Gruppe dies natürlich nicht offiziell sagt – die Information ist im Markt allerdings bekannt.

Erst zur jetzt anlaufenden Saison hatte das Karlsruher Unternehmen drei neue Sommerreifen auf den Markt gebracht, darunter etwa auch den Platin RP 400 Sport. Das asymmetrische Profil ist in Dimensionen bis 18 Zoll erhältlich. Daneben gibt es ab der laufenden Saison noch den RP 300 Diamant sowie den RP 400 Diamant. Zur kommenden Wintersaison wird dann noch ein neues Llkw-Reifenprofil auf den Markt kommen; eine Dimensionsstatistik liegt allerdings noch nicht vor. Das Pkw-Winterreifenprogramm wurde erst zum Herbst 2004 erneuert, so dass hier zunächst noch kein neuer Produktzyklus begonnen wird, so Geschäftsführer Herbert Stier. Zusätzliche Private Brands seien im Übrigen derzeit nicht in Planung.

Die Unternehmensgruppe vermarktet ihre Produkte – 30 Reifen- und 40 Felgenhersteller sind Lieferanten – nicht nur über die üblichen Absatzkanäle, sondern neuerdings auch über einen eigenen B-2-B-Shop. Das ist soweit nicht aufregend, allerdings bietet das Unternehmen zusätzlich zu den üblichen Webshop-Funktionen eine Felgenberatung und eine zeitnahe Verfügbarkeitsprüfung. „Wir schaffen den Händlern Beratungsunterlagen“, so Stier. Darüber hinaus seien 3.500 Gutachten gespeichert, die bei Bedarf abrufbar sind. Die hinterlegten Gutachten decken nicht nur das Kernsortiment ab, sondern seien eben wesentlich umfangreicher. Im B-2-B-Shop, der nicht für Endverbraucher geöffnet werden soll, haben sich die Umsätze mit Rädern in den vergangenen zwei Jahren verdreifacht und mit Reifen verdoppelt.

Durch das ständige Wachstum der Unternehmensgruppe, wird heute an vielen verschiedenen Standorten operiert und produziert. So betreibt die Pneuhage Reifenrunderneuerungstechnik GmbH als einer von fünf in Deutschland angesiedelten Recamic-Lizenznehmern (neben Reifen Kiefer, Reifen Lorenz, Reifen Busch und Slowinski) an zwei Standorten Runderneuerungsanlagen. Einmal werden am Hauptsitz des Unternehmens in Karlsruhe Lkw-Reifen nach dem Kaltrunderneuerungsverfahren der Michelin erneuert. Daneben betreibt das Unternehmen noch eine Runderneuerungsanlage im sächsischen Nossen. Jedes Jahr werden in beiden Anlagen gemeinsam über 50.000 Lkw-Reifen runderneuert. Bis zum Jahr 2000 war die Pneuhage-Gruppe noch Bandag-Kunde; eine Heißrunderneuerung findet nicht statt.

Daneben betreibt die Gruppe wenigstens neun Läger, die in Karlsruhe und anderswo verstreut liegen – von den Lagerkapazitäten der eigenen Handelsbetriebe und Vertriebspartner ganz zu schweigen. So werden drei zentrale Auslieferungsläger in Karlsruhe, Iffezheim (bei Karlsruhe) und Nossen betrieben. In Karlsruhe kommt noch das zentrale Felgenlager hinzu, das unweit vom Sitz des Unternehmens im selben Industriegebiet liegt. Auch an den Firmensitzen in Polen und Slowenien, wo die Gruppe eigene Tochtergesellschaften betreibt, bestehen Zentralläger; darüber hinaus existieren noch Pufferläger für die Saisonspitzen.

Das zentrale Aluminiumfelgenlager – mit Stahlfelgen wird nicht gehandelt – hat eine Kapazität von rund 200.000 Rädern. Insgesamt, so Geschäftsführer Herbert Stier bei einem Rundgang durch das Lager, werden insgesamt 6.000 Artikel geführt. Es gibt kaum ein Zubehörteil – seien es Zentrierringe, Radnabenkappen, Felgenschlösser etc. –, die nicht in der Bestandsliste auftauchen. 25 feste Mitarbeiter sind dort beschäftigt; sie schaffen gemeinsam mit Saisonhilfskräften bis zu 6.000 Räder pro Tag auszuliefern. Die zentralen Reifenlager in Karlsruhe und andernorts haben eine Kapazität von rund einer Million Reifen. Dabei wird ein und dasselbe Produkte maximal an zwei der neue Lagerstandorte geführt – dies betreffe in der Regel die Rennergrößen.

Neben den drei Geschäftsbereichen Felgen- und Reifengroßhandel sowie Runderneuerung betreibt die Pneuhage-Gruppe das Retailgeschäft, und gehört mit der eigenen Handelkette zu den größten der Branche. Derzeit stehen für Deutschland 92 eigene Pneuhage-Reifenfachhandelsbetriebe in der umfangreichen Liste. Es kommen noch 125 Franchise-Nehmer aus dem Pneuhage-Vertriebsparter-System hinzu. Zusammen mit den vier Filialen in Polen (eigene Betriebe) verfügt die Pneuhage-Gruppe über wenigstens 220 Point-of-Sales in Deutschland und Polen. Das Einzelhandelsgeschäft solle in Zukunft noch weiter ausgebaut werden, versichert Herbert Stier im Gespräch mit der NEUE REIFENZEITUNG. Dabei hat der Geschäftsführer insbesondere eine größere regionale Abdeckung im Kopf. Dabei lege man den Fokus auf Qualität; für das Pneuhage-Vertriebspartner-System „nehmen wir nicht gerade jeden“. Das Ziel sei es das Retail-Netzwerk „flächendeckend auszubauen und die Qualität zu steigern“. Allerdings: „Wir wollen in erster Linie mit der bestehenden Fläche wachsen.“ Dabei gebe es allerdings „keine Zahl X“, die sich die Gruppe als Wachstumsziel gesetzt hat. Wachstum um jeden Preis jedenfalls sei kein Ziel, denn dies müsse auch organisatorisch abgebildet werden.

Die Strategie, Pneuhage als Handelskettenmarke weiter auszubauen und zu etablieren, kam zum Jahresende 1998 auch darin zum Ausdruck, dass das Unternehmen aus der Team-Kooperation ausgetreten war. Wäre die Pneuhage-Gruppe in der Team-Kooperation geblieben, hätte dies den Neuaufbau einer Marke bedeutet. „Die Marke Pneuhage gibt es bereits seit 53 Jahre.“

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