Pirelli arbeitet ökologisch effizient

Spätestens seit der Rio-Konferenz von 1992 ist „nachhaltiges Wirtschaften“ ein geläufiger Begriff geworden. Das Magazin für Innovation „Technology Review“ stellt zur Messung „nachhaltigen Wirtschaftens“ die Größe „Sustainable Value“ vor: Und dabei schneidet der Reifenhersteller Pirelli überdurchschnittlich gut ab.

Wie misst man „nachhaltiges Wirtschaften“, zu dem vor allem der schonende Umgang mit Umwelt und Ressourcen gehört? Die Wirtschaftsleistung von Unternehmen lässt sich relativ leicht anhand von Kenngrößen wie Return on Investment angeben und vergleichen – die Umweltleistung hingegen kaum. Die Lösung könnte das Konzept des „Sustainable Value“ sein, den das Institut für Zukunftsstudien und Technologiebewertung in Berlin und das schottische Sustainable Development Research Center (SDRC) jetzt in einer EU-finanzierten Studie erstmals auf 65 europäische Unternehmen in sechs Industriezweigen für die Produktion des Jahres 2003 angewendet haben.

Grundlage des „Sustainable Value“ ist das in der Wirtschaftstheorie seit langem genutzte Konzept der so genannten Opportunitätskosten: Sie bezeichnen den Umsatz, der einem Unternehmen entgeht, weil es eine Ressource nicht optimal einsetzt. Pirelli nutzt die in die Gesamtrechnung einbezogenen Ressourcen laut Studie überdurchschnittlich gut aus und kommt damit auf einen positiven „Sustainable Value“. Shell hingegen kommt auf einen wenig schmeichelhaften negativen „Sustainable Value“. In dieser Betrachtung wird die Unternehmensgröße übrigens als zweite Kenngröße durchaus berücksichtigt.

Auf der einen Seite stehen Unternehmen mit einer überdurchschnittlich ökoeffizienten Produktion, auf der anderen Seite Unternehmen, die im Sinne der Nachhaltigkeit noch einiges verbessern können. Nachteil dieses jetzt vorgestellten „Sustainable-Value“-Verfahrens: Der Ressourceneinsatz wird nicht bewertet, der bei der Nutzung der fertigen Produkte entsteht. Der dürfte beispielsweise bei Autos deutlich höher ausfallen als etwa bei Medikamenten.

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