Rosava rechnet mit Auftrag von Volkswagen

Unter den russischen Reifenherstellern fanden nicht alle den Weg zur Tires & Rubber nach Moskau. Während Amtel und Sibur fehlten, stellten Nizhnekamskshina, Belshina, Moscow Tyre Plant sowie Rosava aus der Ukraine aus. Die nicht-börsennotierte Aktiengesellschaft (Closed Joint-Stock Company) gehörte bis zum vergangenen Jahr noch mehrheitlich zur Amtel-Gruppe, wurde nun aber von der ebenfalls ukrainischen Investmentbank „Finance and Credit“ übernommen. Wie Deputy Commercial Director Roman Y. Rybachuk erklärt, liege die Jahresproduktion derzeit bei etwa 6,7 Millionen Reifen. Darunter sind etwa sechs Millionen Pkw-Reifen (allesamt radialer Bauweise) sowie 700.000 radiale Lkw-Reifen. Rosava halte etwa 50 Prozent des ukrainischen Pkw-Reifenmarktes, so Rybachuk; etwa 20 Prozent der Produktion, also knapp 1,4 Millionen Reifen, werden jedes Jahr nach Russland verkauft, weitere zehn Prozent gehen in die anderen GUS-Staaten. Die Reifenfabrik wurde bereits 1972 durch die Sowjetunion erbaut, da man zusätzliche Pkw-Reifenkapazitäten für die wachsende Nachfrage nach der ‚Staatskarosse’ Lada benötigte; die Lkw-Reifenfertigung wurde drei Jahre später in Betrieb genommen.

Rosava liefert immer noch in die Erstausrüstung. So wird etwa das ukrainische Avtozaz-Werk (ehemals Avtozaz-Daewoo) beliefert, in dem auch die Opel-Modelle Astra, Vectra, Corsa sowie weitere Chevrolet-Modelle endmontiert werden. Auch die Mercedes C-Klasse wird in dem ehemaligen Staatsbetrieb endmontiert und dort teilweise mit Rosava-Reifen ausgerüstet. Laut Roman Y. Rybachuk wird auch Avtovaz mit seiner Marke Lada weiterhin mit Reifen für die Erstausrüstung beliefert. Besonders stolz sei man am Sitz des Unternehmens in Belaya Tserkov keine 100 Kilometer von Kiew entfernt aber auf ein sich anbahnendes Erstausrüstungsabkommen mit Volkswagen. Danach werde der ukrainische Reifenhersteller rund 300.000 Pkw-Reifen jährlich für die Fertigung des Skoda Fabia in die Slowakei liefern. In den neuen osteuropäischen Mitgliedsländern der Europäischen Union hat der Skoda Fabia einen Marktanteil von rund 17 Prozent (2005) und ist damit Marktführer.

Bis einschließlich 2007 wolle der neue Eigentümer des Reifenherstellers noch rund 100 Millionen Dollar in die Modernisierung seiner Anlagen investieren; seit dem Rückzug Amtels seien bereits 20 Millionen investiert worden. Dabei sollen diese Gelder unter anderem auch in den Aufbau von moderneren Lkw-Produktionskapazitäten fließen, da bisher Nutzfahrzeugreifen kaum in 22,5 Zoll gefertigt werden. Bisher seien dies hauptsächlich 20-Zoll-Reifen. Ziel dieses Investments sei es auch, so der Deputy Commercial Director, die Produkte fit für den westeuropäischen Markt zu machen. Bereits heute verkaufe man Reifen nach Westeuropa, allerdings nur in kleinen Stückzahlen und hauptsächlich Landwirtschaftsreifen sowie einige Pkw-Reifen.

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