Brisa will Marke Lassa in Russland etablieren

Einer der europäischen Reifenhersteller, der derzeit deutlich expandiert, ist die Brisa-Bridgestone Sabanci Tyre Manufacturing and Trading Inc. Seit 2003 investiert das türkische Jointventureunternehmen rund 174 Millionen US-Dollar in die Erweiterung der eigenen Produktionskapazitäten, die dadurch bis 2008 um 55 Prozent auf dann über zehn Millionen Einheiten steigen soll. Für die stark wachsende Produktion suche der türkische Reifenhersteller neue Kunden, die man unter anderem in Russland zu finden hofft, erklärt Haldun Kuran. In Russland habe man derzeit noch keinen Markt, so der für International Sales verantwortliche Direktor im Gespräch mit der NEUE REIFENZEITUNG, schon bald werde man aber die ersten Lassa-Reifen in Russland durch das Bridgestone-nahe Franchise-System „Pole Position“ mit den rund 100 Niederlassungen vertreiben.

Für den türkischen Reifenhersteller Brisa stehen die Zeichen der Zeit deutlich auf Expansion. Im vergangenen Jahr wurden rund 7,1 Millionen Reifen der Marken Lassa und Bridgestone im Werk hergestellt, im übernächsten Jahr sollen dies bereits über zehn Millionen sein; zwei Drittel der Reifen sind Lassa-Reifen. Zusammen mit der Jahresproduktion soll auch der Export gesteigert werden, so der International Sales Director weiter. Von den derzeit 2,39 Millionen Reifen, die exportiert werden (33,7 % an der Gesamtproduktion), werden 21 Prozent in Deutschland abgesetzt. Nach diesem für Brisa wichtigsten Markt folgen Italien (18 % des Exports gehen dort hin), Großbritannien (9 %), Ägypten (7 %) und Österreich (6 %).

Einer der größten weißen Flecken auf der Brisa-Landkarte Europas ist bisher Russland. Folglich werde man auch künftig auf das Vertriebsnetz des Jointventurepartners Bridgestone in Russland zurückgreifen. Der japanische Hersteller verfügt über ein Franchise-Netzwerk namens Pole Position; daneben wird derzeit ebenfalls an der Etablierung des Truck-Point-Netzwerkes in Russland gearbeitet, über das Brisa seine Nutzfahrzeugreifen absetzen werde. Noch in diesem April, so betonen Haldun Kuran und Andrey Naumov von Bridgestone C.I.S. LLC in Moskau, werden die ersten Reifen der Marke Lassa auf dem russischen Markt abgesetzt werden. Der Jointventure-Partner werde darüber hinaus mit dem Marketing und der Schaffung einer Brand Awareness helfen, wozu in diesem Jahr auch der erstmalige Auftritt des türkischen Reifenherstellers auf der Moskauer Reifenmesse Tires & Rubber zählt.

Lassa-Reifen sollen „nicht zu weit von den Topmarken“ entfernt etabliert werden, betont Kuran, sie sollen im Sellout-Preis etwa acht bis zehn Prozent unterhalb der Marke Bridgestone liegen, die Brisa übrigens nicht exportieren sondern nur in der Türkei vertreiben darf. Man sieht die Marke Lasse „im oberen Mittelsegment oder im unteren Topsegment“. Gemeinsam mit Bridgestone habe man einen Wettbewerbsvorteil. Auch seien Lieferungen in die Erstausrüstung durchaus denkbar, wie Brisa bereits gerade bei Nutzfahrzeugherstellern unter Beweis gestellt hat. Es gebe auch bereits Kontakte in Russland, allerdings sei noch nichts konkret. Derzeit ist auch Bridgestone bei russischen Herstellern nicht in der Erstausrüstung vertreten.

Brisa hat im vergangenen Jahr einen Umsatz von rund 440 Millionen US-Dollar erzielt.

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