Conti übernimmt Motorolas Automobilelektronik-Geschäft

Continental AG und Motorola, Inc. haben heute gemeinsam ihre Vereinbarung bekannt gegeben, dass der internationale Automobilzulieferer Continental das Automobilelektronik-Geschäft von Motorola für rund eine Milliarde US-Dollar in bar kaufen wird. Die Transaktion umfasst das Steuerungs-, Sensor-, Innenraumelektronik- und Telematikgeschäft von Motorola, das in die Division Continental Automotive Systems integriert werden soll. Der Vollzug des Erwerbs wird im ersten Halbjahr 2006 erwartet und steht unter dem Vorbehalt der Freigabe durch die zuständigen Kartellbehörden.

Die Akquisition ist ein weiterer Meilenstein auf dem von Continental eingeschlagenen Weg, die individuelle Mobilität sicherer und komfortabler zu machen:
· Sie wird Continentals Produktportfolio und F&E-Kapazitäten in den Bereichen Komfort- und Sensorelektronik sowie Antrieb- und Fahrwerkregelungen erheblich erweitern.
· Continentals Division Automotive Systems wird den Umsatz in Nordamerika verdoppeln.
· Continentals Produktpalette wird um eine komplett neue und hoch innovative Technologie erweitert: die Telematik.
· Die Telematik wird Continental als ein führendes Unternehmen in der Entwicklung und Produktion aktiver und passiver Sicherheitselemente im Automobilbereich noch weiter nach vorne bringen. Sie ermöglicht dem Unternehmen eine verstärkte Vernetzung von Systemen zur Unfallprävention mit denen zum Schutz der Insassen, falls sich ein Unfall nicht mehr vermeiden lässt, sowie unterstützenden Notruffunktionen.

„Dieser strategische Schritt wird unsere Position als Lieferant von Sicherheitssystemen für die Automobilindustrie stärken und uns im Bereich der Automobilelektronik ein großes Stück voranbringen“, erklärte Continentals Vorstandsvorsitzender Manfred Wennemer am Montag in Frankfurt. „Das Automobilelektronik-Geschäft von Motorola passt perfekt zu unserer Strategie, unseren Kunden fortgeschrittene Sicherheitssysteme zu liefern. Motorola ist ein führender Anbieter im Bereich Telematik und hat umfassendes Know-how in diesem Feld. Wir fügen damit einem in den nächsten Jahren voraussichtlich zweistellig wachsenden Geschäftsbereich von Continental ein erfolgreiches Unternehmen mit hoch qualifizierten, überaus motivierten und innovationsorientierten Mitarbeitern hinzu. Dies ist ein hervorragendes Beispiel für die Umsetzung unserer Strategie, Umsatz und operatives Ergebnis durch organisches Wachstum und Akquisitionen zu steigern.“

Continental ist einer der weltweit führenden Automobilzulieferer, der seine Kernkompetenzen im Bereich Fahrdynamik kontinuierlich erweitert. 2005 erreichte der Umsatz 13,8 Milliarden Euro (17,2 Mrd. US-Dollar). Das Unternehmen wird das Automobilelektronik-Geschäft von Motorola mit 1,6 Milliarden US-Dollar Umsatz in seine Division Automotive Systems integrieren, die 2005 einen Umsatz von 5,2 Milliarden Euro (6,5 Mrd. Dollar) erwirtschaftete.

„Wir freuen uns, gemeinsam mit Continental daran zu arbeiten, unser Automobilelektronik-Geschäft auf einen führenden Automobilzulieferer zu übertragen, dessen Fokus auf innovativen Lösungen für die Automobilkunden weltweit liegt. Wir sind stolz auf die herausragenden Leistungen unserer Mitarbeiter im Bereich Automobilelektronik, die für Continental eine große Bereicherung darstellen werden“, sagte Greg Brown, Präsident von Motorolas Networks & Enterprise Business, zu dem auch die Automobilelektroniksparte gehört. „Diese Transaktion versetzt Motorola in die Lage, weiter erfolgreich zu bleiben, indem wir unseren strategischen Fokus auf Kommunikationstechnologien weiter schärfen, die unsere Vision von „Seamless Mobility“ vorantreiben.“

Seit der Erfindung des ersten kommerziell erfolgreichen Autoradios im Jahre 1930 ist Motorola eines der am Markt führenden und innovativen Unternehmen für Elektronik für die weltweite Automobilindustrie. Dazu gehören der erste vollelektronische Drehstromgenerator (1961), das erste elektronische und computerbetriebene Modul zur Motorsteuerung (1980) und das erste Telematik-Notrufsystem (1996).

Motorolas Automobilelektronik-Geschäft ist derzeit Bestandteil der Sparte „Networks & Enterprise Business“ und zählt rund 4.500 Mitarbeiter weltweit, davon ca. 80 Prozent in Nordamerika. Fertigungsstätten und Entwicklungszentren gibt es unter anderem in Nordamerika, Japan, China, Mexiko, Frankreich, Großbritannien und Deutschland. Zu den wichtigsten Kunden zählen General Motors, Ford, DaimlerChrysler, BMW und Cummins. Das Geschäft umfasst drei Hauptproduktlinien mit dem Schwerpunkt Elektronik:
· Telematik (integrierte drahtlose Fahrzeugkommunikation)
· Antrieb- und Fahrwerkregelung (Lenkung, Federung, Elektronik zur Erkennung von Fußgängern, Stabilitätskontrolle)
· Komfortelektronik (Heizung/Klima, Steuerungselektronik für Türen, Sitze, Fensterheber, und Außenspiegel)

„Durch die Integration von Motorolas Automobilelektronik-Geschäft wird Continental ihre Kunden noch besser zukunftsweisende technologische Lösungen in den Bereichen Telematik, Sicherheitselektronik, Antrieb sowie Innenraum- und Sensortechnologien anbieten“, erklärte Continental-Vorstandsmitglied Dr. Karl-Thomas Neumann, verantwortlich für die Division Automotive Systems. „Durch die Ergänzung von Telematiktechnologien kann Automotive Systems den Funktions- und Leistungsumfang im Bereich der aktiven und passiven Sicherheit deutlich erweitern. Die Telematik wird als neuer Geschäftsbereich in die Division Automotive Systems integriert.“

„Continentals Division Automotive Systems hat in den vergangenen Jahren erhebliche Fortschritte bei der Integration von aktiven und passiven Sicherheitstechnologien gemacht, zum Beispiel durch das Vernetzen von Sicherheitssystemen wie dem elektronischen Stabilitätsprogramm (ESP) und Insassenschutzsystemen wie zum Beispiel Airbags. Unsere neue Telematik-Kompetenz verbessert nicht nur die Funktionalität von Systemen für die aktive Sicherheit, indem sie zur Vermeidung von Kollisionen beiträgt, sondern auch die Fahrzeuginsassen nach einem Aufprall schützt und Notruffunktionen bietet.“

„Die Einbindung der Telematik ermöglicht die integrierte digitale Kommunikation von Fahrzeug-zu-Fahrzeug ebenso wie die von Fahrzeug-zu-Infrastruktur. Sie hebt damit die intelligente Fahrzeugsicherheit auf ein neues Niveau. Wir sehen ein großes Potenzial für dieses erweiterte Technologiefeld, da die Automobilindustrie ihren Fokus auf mehr aktive Sicherheit verschiebt. Außerdem werden die hinzukommenden Laboratorien und F&E-Zentren unsere hochmodernen Test- und Forschungskapazitäten ergänzen und unsere Entwicklungsressourcen zusätzlich vergrößern“, fügte Dr. Neumann hinzu. „Die Integration von Motorolas Automobilelektronik-Geschäft bedeutet zudem einen weiteren Schritt, das weltweite Angebot unserer Produkte und Serviceleistungen für unsere Kunden auszubauen. Außerdem stärkt der Zukauf die Position von Automotive Systems in den Bereichen intelligente Sicherheitssysteme, Hybridelektronik, Antrieb- und Fahrwerksteuerung sowie Komfortelektronik.“

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