Stöcken-Einigung erzielt: Produktion schließt ein Jahr später

Der Konflikt um die Einstellung der Pkw-Reifenproduktion der Continental AG am Standort Hannover-Stöcken ist endgültig gelöst. Vertreter des internationalen Automobilzulieferers sowie der IG Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE) und des Betriebsrates haben gestern (am Dienstag 21. Februar) eine detaillierte Vereinbarung über die sozial verträgliche Anpassung von Produktion und Personal bis zum Jahresende 2007 unterzeichnet. „Wir haben nach harten, aber letztlich konstruktiven Diskussionen gemeinsam einen Weg gefunden, der den Beschäftigten eine Zukunftsperspektive aufzeigt und dem Unternehmen den notwendigen Handlungsspielraum eröffnet“, erklärte Thomas Sattelberger, Continental-Personalvorstand und Arbeitsdirektor, im Anschluss an die Unterzeichnung.

Kernbestandteile der Vereinbarung seien dabei ein flexibles Anpassungskonzept im Zeitraum vom 1. Januar bis 31. Dezember 2007 mit einem sozial verträglichen Abbau der 320 betroffenen Arbeitsplätze in der Pkw-Reifenproduktion, die Schaffung zusätzlicher Arbeitsplätze in der Lkw-Reifenproduktion und bei der Forschung und Entwicklung in Stöcken sowie eine Ausbildungskomponente, heißt es dazu in einer Pressemitteilung. Im laufenden Jahr soll bei Produktion und Personal demnach noch kein Abbau stattfinden; ursprünglich war die Beendigung der Pkw-Reifenproduktion zum Ende dieses Jahres vorgesehen. Im jetzt für 2007 vorgesehenen Anpassungsprozess werden alle Ziel führenden personalpolitischen Instrumente eingesetzt, wie zum Beispiel die Nutzung von Altersteilzeit, Auslauf von befristeten Verträgen, innerbetriebliche Versetzungen usw. Begleitend dazu sei ein detailliertes Konzept zur Produktions- und Personalplanung entwickelt worden, heißt es weiter.

Zur Qualifizierung und Weitervermittlung von Arbeitnehmern in den Arbeitsmarkt werde betroffenen Mitarbeitern der Wechsel in eine Qualifizierungsgesellschaft angeboten. Im Zusammenhang mit der Prüfung weiterer Zukunftsperspektiven für den Standort Stöcken werde eine Arbeitsgruppe aus Geschäftsleitung und Betriebsrat gebildet. Außerdem werde die für Lkw-Reifen geplante Hightech-Zelle mit rund 30 neuen Arbeitsplätzen am Standort Hannover-Stöcken installiert. Darüber hinaus sollen acht zusätzliche Ausbildungsplätze eingerichtet und die Forschung und Entwicklung gestärkt werden. Beide Seiten vereinbarten außerdem, sofort Verhandlungen über einen Interessenausgleich und Sozialplan aufzunehmen.

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