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„Wir sind Bauern“

„Wir sind Bauern“, scherzt der für Landwirtschafts- und Industriereifen bei Vredestein zuständige Marketing- und Verkaufsmanager für Europa J. W. van Eerden, „und wir denken wie Bauern.“ Was van Eerden – selbst Sohn eines Landwirtes und studierter Landtechniker – damit sagen will: Für ihn und sein Team ist das Agrargeschäft geradezu eine Leidenschaft. Sein Denken dreht sich um die gleichen Dinge, die auch den Landwirt beschäftigen. Und er verweist dabei auf das auffällig gebogene Profil der hauseigenen Ackerschlepperreifen, das sich geradezu zu einem „Markenzeichen“ für Vredestein entwickelt hat (und bei dem es den Anschein hat, als sollten es die Wettbewerber kopieren wollen): Er hatte einst beobachtet, wie die Ladung eines (selbstverständlich landwirtschaftlich genutzten) Fahrzeuges abgeladen bzw. sich auf dem Boden verteilte. Das sah irgendwie aus wie ein Trichter, beschäftigte ihn, ja: ließ ihn nicht mehr los. Ergo ging er eines Tages zu seinen Entwicklern und fragte diese, ob sich ein derartiger Trichter bei der Stollengestaltung nicht positiv auswirken könne. Der Anfang einer Entwicklung war damit gelegt, die sich in den Profilen wie beim Traxion+ und dem kürzlich präsentierten Traxion85 (die NEUE REIFENZEITUNG hat gerade erst darüber berichtet, siehe NRZ 10/05) inzwischen niedergeschlagen hat.

Freilich weiß auch van Eerden, dass sein Unternehmen bei Schlepperreifen nur ein relativ kleiner Spieler ist. Anders ist das schon im Implementreifenbereich, wo man frühzeitig und jedenfalls schneller und konsequenter als die „großen Spieler“ die Radialisierung eingeführt hat (im Jahre 2000) und mit immer neuen Größen fortsetzt. Zur Agritechnica musste er schnell die alten Prospekte aus den Regalen räumen und durch neue ersetzen, in denen auch die neuen Größen des Flotation Pro 620/40 R22.5, 620/50 R22.5 und 650/50 R22.5 bereits aufgeführt sind. In diesem speziellen Segment ist Vredestein klarer Marktführer und bedrängen geradezu die Erstausrüstungskunden das Unternehmen, diese Reifen zu liefern. Das ist schön, Sorgen hat van Eerden trotzdem: Die Produktionskapazitäten sind einfach nicht ausreichend. Offen lässt er dabei, ob er sich mehr um Vredestein, die Erstausrüstungskunden oder den Landwirt sorgt, der möglicherweise länger auf diese Reifen warten muss.

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