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„Word-of-Bike“-Award für Onlineshop von Zweiradbereifung Hohl

Ende vergangenen Jahres hat die Zeitschrift „World of Bike“ die Ergebnisse ihrer zweiten Umfrage unter Motorrad- und Rollerfachhändlern vorgestellt. Dazu hat das Branchenmagazin zwischen Oktober 2004 und Juni 2005 über 1.250 Händler angesprochen, von denen sich dann schließlich insgesamt 500 an der Befragung beteiligten. Beim „Händlerprofil 2004/2005“ ging es unter anderem darum wie der Fachhandel sein Verhältnis zu den Zweiradherstellern und -importeuren bewertet oder wie es um die Zufriedenheit der Händlerschaft mit den Zubehöranbietern – unterteilt in die Teilbereiche Bekleidung, Helme und technisches Zubehör – bestellt ist. Vergeben wurde zudem ein Sonderpreis für den besten Internetauftritt im Bereich Reifen. Den konnte sich die Zweiradbereifung Hohl GmbH sichern.

Das Onlinereifenbestellsystem mit Namen „JuDiMo“ betreibt das in Leverkusen-Hitdorf beheimatete Unternehmen bereits seit 2003 – ausschließlich Business to Business (B2B), was bedeutet, dass der Shop nur dem Handel zugänglich ist. Damit ist die Plattform nicht viel jünger als die Zweiradbereifung Hohl GmbH selbst, die in ihrer heutigen Konfiguration nur zwei Jahre früher gegründet worden war. Schon vorher waren die beiden Geschäftsführer Dieter Adolph und Jürgen Plumbohm jedoch im Reifengeschäft aktiv – als Geschäftsführer bzw. Inhaber von Reifen Hohl im nicht weit entfernten Düsseldorf. Als sich der Großhandel mit Motorradreifen dort immer mehr zum Schwerpunkt entwickelte, entschlossen sich beide zu Neugründung eines speziell auf diesen Bereich fokussierten Unternehmens, während Reifen Hohl heute unter dem Dach der zu Reifenhersteller Pirelli gehörenden Pneumobil GmbH firmiert.

Seit Bestehen sind die Leverkusener Jahr für Jahr gewachsen, obwohl ein durch Blitzschlag verursachtes Feuer schon kurz nach dem Firmenstart unter neuer Flagge das ganze Lager samt dort zu diesem Zeitpunkt gelagerter Reifen zerstörte. Dem Brand kann Dieter Adolph dennoch etwas Positives abgewinnen. „Beim anschließenden Wiederaufbau des Lagers haben wir die zuvor während des Betriebes gesammelten Erfahrungen einfließen lassen und so Dinge, die sich aufseiten der Logistik als nicht optimal erwiesen hatten, korrigieren können“, erzählt der Geschäftsführer im Gespräch mit der NEUE REIFENZEITUNG. Heute umfasst das Lager auf zwei Ebenen eine Fläche von rund 4.000 Quadratmetern. „In der Saison haben wir hier ständig über 100.000 Reifen vorrätig, und selbst zum Ende der Motorradsaison sind es immer noch rund 30.000 bis 35.000 Stück“, so Adolph. Doch eine Erweiterung der Lagerkapazität um die Hälfte bzw. weitere 2.000 Quadratmeter ist seinen Worten bereits fest in Planung. Insofern scheinen die Zeichen bei Hohl weiterhin auf Wachstum zu stehen – trotz eines rückläufigen Gesamtmarktes für Motorradreifen im Endkundengeschäft.

„Davon sind wir jedoch nicht direkt betroffen, denn unsere Kunden sind ja der Zweiradhandel und der Reifenhandel. Endverbraucher bekommen daher auch keinen Zugang zu unserem Onlinebestell- und Informationssystem“, erklärt Adolph. In jüngster Vergangenheit soll vor allem der Anteil des Reifenhandels unter den Hohl-Kunden zugenommen haben. Auf Nachfrage schätzt der Geschäftsführer diesen auf derzeit rund 20 Prozent, während die restlichen etwa 80 Prozent der Kategorie Motorradhandel zuzurechnen sind. Die Beliebtheit der „JuDiMo“-Onlineplattform bei beiden Kundengruppen gleichermaßen dürfte einen gehörigen Teil zum Erfolg des Unternehmens während der letzten Jahre beigetragen haben. Denn hier lassen sich die Reifen nicht nur über die Größenangabe, über die Angabe des jeweiligen Fahrzeugherstellers bzw. des entsprechenden Modells oder alternativ durch Eingabe von Hersteller- und Typschlüsselnummer aus dem Fahrzeugschein suchen, sondern in dem System sind außerdem noch die Gutachten/Freigabebescheinigungen der Motorradhersteller und der Reifenindustrie hinterlegt.

„Dadurch kann bei den Orders viel Zeit gespart werden. Denn wenn es um die gängigen Standardgrößen geht, wo unsere Kunden eher selten Beratung benötigen, lässt sich mit der Onlinebestellung bei uns viel Zeit sparen. Zudem steht die ‚JuDiMo’-Plattform 24 Stunden am Tag und sieben Tage die Woche zur Verfügung, sodass sie zu jeder Tages- und Nachtzeit – beispielsweise nach Geschäftsschluss oder am Wochenende – genutzt werden kann“, sagt Adolph. Bereits heute wird der B2B-Onlineshop der Leverkusener seinen Worten zufolge für 70 bis 80 Prozent aller Bestellungen der Kunden verwendet. Dass es diesbezüglich zu einer weiteren Steigerung der Quote kommen wird, glaubt der Geschäftsführer indes nicht. Allerdings sei dies gar nicht unbedingt erwünscht, denn bei Hohl lege man auch sehr viel Wert auf den persönlichen Kontakt zu den Kunden. „Manchmal greift der eine oder andere Kunde bewusst zum Telefon, nicht weil er die in diesem Moment Beratung benötigt, sondern einfach um sich mal wieder mit uns auszutauschen“, nennt Adolph ein Beispiel.

Solch gute Kundenbeziehungen kommen natürlich nicht von ungefähr. Dazu mag unter anderem beitragen, dass Hohl einen eigenen Außendienst betreibt. Drei Mitarbeiter, die Deutschland nach den Regionen Nord, Mitte und Süd unter sich aufgeteilt haben, sind bundesweit unterwegs, um die Kunden zu betreuen. „Alles in allem zusammengerechnet sind sie so etwa drei bis vier Monate jedes Jahr unterwegs“, schätzt Adolph. Auf dem Besuchsplan stehen dabei demzufolge nicht nur die großen, sondern auch die kleineren Kunden – es komme dabei auf einen „gesunden Mix“ an, meint der Geschäftsführer. Schwerpunktmäßig ist der Außendienst dabei selbstverständlich in den eher ruhigen (Motorrad-)Monaten des Jahres unterwegs als in der Hochsaison, die abhängig von der Witterung normalerweise ab Anfang März beginnt. „Im Mai ist dann schon etwa die Hälfte unseres Jahresgeschäfts gelaufen“, erklärt Adolph.

Auf eine solch extreme Saisonspitze reagiert man bei Hohl mit großer Flexibilität. Soll heißen: In der Hochphase schaut keiner der heute insgesamt elf Mitarbeiter auf die Uhr, dafür verfährt man aufseiten der Geschäftsführung im Herbst umgekehrt genauso. Das bedeutet allerdings nicht, dass außerhalb der eigentlichen Motorradsaison in Leverkusen nicht gearbeitet wird. Neben der Kundenpflege mittels Außendienst verwendet man die Arbeitszeit während der eher ruhigeren Monate des Jahres für detaillierte Analysen des Geschäftsverlaufes und eine vorbereitende, möglichst genaue Bedarfsplanung für die darauffolgende Zweiradsaison. „Hier betreiben wir einen relativ großen Aufwand. Wir schauen, welche Trends im Motorradmarkt zu beobachten sind. Welche neuen Maschinen haben sich beispielsweise besonders gut verkauft und werden ein Jahr später dann eine entsprechende Reifennachfrage im Ersatzgeschäft nach sich ziehen, ist eine der Fragen, die wir uns jedes Mal aufs Neue stellen“, erläutert Adolph. Nur so sei es zu realisieren, dass bei den rund 3.500 von Hohl bereitgehaltenen Artikeln eigentlich immer die im Markt benötigten mit dabei sind.

„Bei der Vielzahl der heutigen Dimensionen und Spezifikationen kein leichtes Unterfangen. Aber uns kommt zugute, dass wir uns als einziger Großhändler in Deutschland voll und ganz auf das Motorradreifengeschäft konzentrieren. Heute kann sich kein normaler, in diesem Marktsegment aktiver Händler mehr so viele verschiedene Motorradreifen ins Lager legen“, führt Adolph einen weiteren Erfolgsfaktor des Unternehmens an. „Deswegen sind wir trotz eines im Endverbrauchergeschäft rückläufigen Motorradreifenmarktes in Deutschland mit den im vergangenen Jahr erzielten Absatzzahlen recht zufrieden“, ergänzt er, ohne freilich konkrete Zahlen nennen zu wollen. Zu entlocken ist ihm lediglich, dass der Absatz nach Stückzahlen 2005 „hoch im sechsstelligen Bereich“ gelegen habe. Klar, dass man das jahrelange Wachstum in diesem Jahr fortschreiben möchte.

Dank der Flexibilität der Mitarbeiter wird aber selbst bei einer weiter anziehenden Nachfrage vorerst nicht personell aufgestockt. Investitionen aufseiten der Logistik sind jedoch sehr wohl geplant: Neben der Lagererweiterung ist unter anderem die Anschaffung einer neuen Verpackungsmaschine bereits beschlossene Sache, um in der Saisonspitze den Durchsatz weiter erhöhen zu können. Schließlich wird dann per Paketdienst German Parcel so manche Lieferung von Leverkusen aus auf den Weg zum Kunden gebracht. „Bis 15 Uhr bestellt, am nächsten Tag montiert“, lautet dabei das Motto bei Hohl. Damit das in der Praxis funktioniert, legt das Unternehmen sehr viel Wert auf die Kompetenz seiner Lagermitarbeiter. „Nur so ist es uns gelungen, dass wir 2004 tatsächlich keine einzige Fehllieferung zu verbuchen hatten. Im vergangenen Jahr konnten wir dieses Ergebnis zwar nicht ganz erreichen, aber mit nur drei Falschlieferungen lag die Fehlerquote 2005 angesichts der Vielzahl von Sendungen dennoch erfreulich niedrig“, so Adolph.

Wenn der Geschäftsführer allerdings noch weiter in die Zukunft blickt, dann schließt er eine Ausweitung der Geschäftstätigkeit auch bis in das angrenzende europäische Ausland nicht aus. Auf jeden Fall will man sich seinen Worten zufolge in diesem Jahr zunächst erst einmal verstärkt um Österreich kümmern. Insofern wird man sehen, ob es dem Unternehmen auch weiterhin gelingt, die Expansion in ähnlich großen Schritten weiter voranzutreiben wie bisher. Kaum vorstellbar ist jedoch, dass ein ähnlich schnelles Wachstum wie bisher ohne das Onlinebestell- und Informationssystem „JuDiMo“ möglich gewesen wäre. Denn ein weitgehend automatisiertes Bestellsystem für Standardanfragen lässt dem Unternehmen mehr Zeit, um auf die speziellen Wünsche und Bedürfnisse seiner Kunden eingehen zu können. Und die danken es den Leverkusenern offensichtlich – so könnte man zumindest die Auszeichnung der „JuDiMo“-Plattform beim „Händlerprofil 2004/2005“ der Zeitschrift „World of Bike“ deuten.

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