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Stamford Tyres ändert seinen China-Plan

Für Stamford Tyres ist China kein neuer Markt. Dort werden einige der Eigenmarken wie etwa Sumo (Lkw-Reifen) produziert, auch die 2006 auf den Markt kommende Pkw-Reifeneigenmarke namens „Sumo Akina“ soll dort hergestellt werden, aber auch als Absatzmarkt für den Singapurer Großhändler wird China immer interessanter. Folglich hat Stamford dort bereits zwei Vertriebsniederlassungen (Shanghai und Guangzhou), eine dritte soll noch 2006 hinzukommen. Viel wichtiger aber als diese Präsenz ist dem Unternehmen nun aber der Aufbau eines eigenen Retail-Netzwerks unter der Bezeichnung „Stamford Mega Mart“. Derzeit operiere man noch im „vollen Vertriebsmodus“, sagt Joseph Yeong, der die Niederlassung in Shanghai leitet. Dies müsse sich ändern, wolle man seine Margen auf dem immer umkämpfteren chinesischen Reifenersatzmarkt halten. Großhändler und Hersteller, die in Zukunft weiterhin nur am Vertrieb festhalten, ohne ein eigenes Netz an Retail-Outlets zu besitzen, werden das Rennen um den begehrten Reifenmarkt verlieren, ist sich Yeong sicher.

Um auf diese Änderungen vorbereitet zu sein, hat Stamford jetzt in China die ersten eigenen Outlets unter dem Namen „Mega Mart“ eingerichtet, weitere sollen bald folgen, so dass bis zum Ende des Jahres insgesamt zehn Outlets zur Reifenhandelskette gehören (Guangzhou, Shanghai und Qingdao). Dies sei zunächst ein „Testlauf“, so der Manager, mit dem man die weitere Vorgehensweise ausloten wolle. „Der kritische Faktor ist nun die Zeit“, erläutert Joseph Yeong im Gespräch mit der NEUE REIFENZEITUNG. Auf einem Markt mit wenigstens 4.000 Reifenhandelsbetrieben, einem wachsenden Engagement der Hersteller und Großhändler (allein Michelin hat derzeit rund 300 exklusive Vertriebsoutlets in China) sowie fallender Preise komme es jetzt darauf an, sich eine gute Ausgangsposition für die anstehenden Marktkonsolidierungen und veränderungen zu erarbeiten. Erste Anzeichen seien bereits zu erkennen, so leide die chinesische Reifenindustrie derzeit unter Überkapazitäten. Dies bringe die Preise unter Druck, so Joseph Yeong. Im Jahr 2005 seien die Sell-in-Preise für internationale Marken im Schnitt um fünf Prozent gefallen; die Preise für lokale chinesische Reifenmarken seien im vergangenen Jahr sogar noch stärker gefallen. Der zunehmende Wettbewerbs- und Preisdruck erzeuge den Druck, Vertriebswege möglichst kurz zu halten und Zwischenhändler zu umgehen.

Da der Ausbau eines Retail-Netzwerks einen wesentlichen Kostenfaktor darstellt, müssten die jeweiligen Stamford Mega Marts „einen großen Teil zum Umsatz beitragen“. Selbstverständlich wird dies durch die zentrale Angebots- und Preissteuerung vor Ort versucht; die Räumlichkeiten werden nur gemietet. Insgesamt, so Joseph Yeong, „stellen wir damit sicher, dass unsere Produkte auf professionelle Weise zum Kunden gelangen“, will sagen: Stamford gibt die Spielregeln für die Vermarktung der Produkte vor.

Künftig wird Stamford Tyres also eine doppeltes System verfolgen: auf der einen Seite das angestammte Vertriebsgeschäft, auf der andere den Einzelhandel in eigener Regie durch die Stamford Mega Marts, die darüber hinaus auch in Thailand und natürlich Singapur aufgebaut werden.

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