ZDK warnt vor „falscher Euphorie“ für das Autojahr 2006

Von einem „versöhnlichen Jahresabschluss“ spricht der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe e.V. (ZDK) in einer vorläufigen Bilanz des Autojahres 2005, denn die Zahl der Zulassungen neuer und gebrauchter Pkw werde die Zehn-Millionen-Grenze – darunter etwa 6,7 Millionen Gebrauchtwagen – wohl knapp überschreiten. Insgesamt sei 2005 dennoch als ein „Autojahr der Enttäuschungen“ abzuhaken, und ZDK-Präsident Rolf Leuchtenberger mahnt mit Blick auf 2006 vor einer falschen Euphorie der Zulassungen und einer „Fehldeutung von vorgezogenen Käufen“. Die Mehrwertsteuererhöhung zum 1. Januar 2007 kostet seiner Meinung nach gesundes Wachstum. Vorgezogene Käufe sollten eher als konjunkturelles Strohfeuer denn als Zeichen eines stabilen automobilen Aufschwungs betrachtet werden. Vor allem der Markenhandel im Autogeschäft müsse im Zwei-Jahres-Rhythmus denken, denn 2007 werde mit einer Zulassungsdelle starten.

Die vorgesehene Mehrwertsteuererhöhung schlägt – wie Leuchtenberger sagt – bei Produkten und Dienstleistungen im Service mit rund 2,8 Milliarden Euro zu Buche. Dabei habe man bei den Pkw-Neuzulassungen lediglich den privaten Konsum und bei Gebrauchtwagen das Volumen im Handel zugrunde gelegt. Rechne man andere Erhöhungen oder Kürzungen beispielsweise bei der Pendlerpauschale hinzu, müsse man für die kommenden beiden Jahre im Autogeschäft einen „Stau im Stagnationskorridor“ befürchten. „Wir planen vorsichtig, denn schlechte Überraschungen hatten wir in der jüngsten Vergangenheit zuhauf“, so der ZDK-Präsident wörtlich. Der Gesamtumsatz im Kfz-Gewerbe mit dem Verkauf neuer und gebrauchter Pkw und Lkw sowie dem Service werde auf rund 129 Milliarden Euro steigen. Bereits 2005 habe die Branche nach vorläufigen Zahlen den Umsatz um 1,2 Prozent auf etwa 128,5 Milliarden Euro gesteigert, während Betriebsaufgaben und Insolvenzen infolge des instabilen Verlaufes der Autokonjunktur die Zahl der Mitarbeiter im Jahresvergleich um etwa 8.000 auf 475.000 reduziert habe.

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