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Aus für Conti-Werk Charlotte? Gewerkschaft kritisiert Verhandlungsstil

Derzeit laufen in den USA die Verhandlungen zwischen Continental Tire North America (CTNA) und Vertretern der Gewerkschaft United Steelworkers (USW) bezüglich eines neuen Tarifvertrags für die rund 1.000 Mitarbeiter des Werkes Charlotte. Obwohl das derzeitige Vertragswerk erst zum 30. April 2006 ausläuft, soll Finanzvorstand Dr. Alan Hippe laut verschiedener gleichlautender Medienberichte gesagt haben, das Unternehmen müsse die Produktion an dem Standort wahrscheinlich weiter zurücknehmen für den Fall, dass man sich nicht bis Ende 2005 einige. In diesem Zusammenhang ist die Rede von einer Produktionskürzung in der Größenordnung von etwa 30 Prozent, was dem Abbau von rund 300 Arbeitsplätzen entspräche. „Derzeit können wir auch nicht ausschließen, das Werk zu schließen“, wird Hippe zitiert, nach dessen Worten die Gespräche mit der Gewerkschaft „sehr professionell“ verlaufen.

Aus dem Blickwinkel von Ron Hoover, Executive Vice President der USW, stellt sich das Ganze allerdings anscheinend anders dar. Jedenfall hat Hoover sich in einem Schreiben an Rick Ledsinger, Vice President Human Resources bei CTNA, unter anderem darüber beklagt, dass den Arbeitnehmervertretern nicht die nötigen Daten zur Verfügung gestellt würden, die zur Beurteilung der Kostensituation an dem Standort oder zur Entwicklung alternativer eigener Rettungsvorschläge benötigt werden. Auch der Bitte der USW nach direktem Kontakt zu Conti-Offiziellen sei man vonseiten des Unternehmens nicht nachgekommen. Insofern – schreibt Hoover weiter – dränge sich der Verdacht auf, dass sich Conti gar nicht wirklich für die Lösung des Konfliktes interessiere.

Ungeachtet des von dem Unternehmen gesetzten „künstlichen Ultimatums“ wolle man sich aufseiten der Gewerkschaft jedoch auch über die Jahreswende hinaus weiter für die Rettung des Werkes Charlotte einsetzen, für deren Belegschaft CTNA zuletzt eine Lohnreduzierung in Höhe von 35 Prozent gefordert hatte. Auf diese Weise will die Continental AG die nach ihren eigenen Angaben hohen Produktionskosten des Werkes reduzieren und gleichzeitig damit offensichtlich einen Beitrag zur Sanierung ihres defizitären US-Reifengeschäfts leisten. Laut faz.net erwartet der Konzern aus diesem Geschäftszweig im noch laufenden Geschäftsjahr einen Verlust in der Bandbreite von 70 bis 150 Millionen Euro. Dieser solle 2006 allerdings „deutlich“ reduziert werden, wenngleich das Unternehmen keine konkrete Aussage treffe, wann wieder schwarze Zahlen geschrieben würden.

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