Stadtwerke Neustadt auf Altreifenbergen sitzen geblieben

Einem Bericht der Lübecker Nachrichten zufolge, witterten die Neustädter Stadtwerke ein interessantes Geschäft, als sie über den von ihr betriebenen Hafen der Schleswig-Holsteinischen Stadt eine größere Menge Altreifen in Richtung Helsinki verschiffen wollten. Eine neue Verwendung sollten die ausgedienten Reifen beim Hafenbau der finnischen Hauptstadt finden. Verdienstmöglichkeiten hatte man sich demnach offensichtlich in Form von Lagergebühren und des kostenpflichtigen Einsatzes des städtischen Hafenkranes ausgerechnet. Nun sitzt man laut der Tageszeitung allerdings schon seit Monaten auf Gummibergen, denn ein zunächst in Lübeck ansässiger Vertragspartner soll zwar bereits 200 Tonnen Altreifen vor dem ehemaligen Glücksklee-Werk abgeladen, dann aber keinerlei Gebühren entrichtet haben und schließlich sogar untergetaucht sein. Da die Firma, die anscheinend in Wismar wieder ausfindig gemacht werden konnte, mehrfach gesetzte Fristen untätig verstreichen ließ, hat sich die Stadt entschlossen, die „schwarzen Berge“ zunächst auf eigene Kosten beseitigen zu lassen.

Ein qualifizierter Entsorgungsfachbetrieb aus Trappenkamp wird die gebrauchten Reifen nun innerhalb eines Monats abtransportieren. „Wir haben schon darauf geachtet, dass die Reifen nicht auf irgendeine Fläche hingekippt werden“, zitieren die Lübecker Nachrichten Bernd Meier, Werkleiter des Neustädter Hafens. Nach den Recherchen des Blattes werden die Reifen nach Brandenburg gebracht und dort in einem Betrieb geschreddert. Die Ausgaben dafür wollen die Stadtwerke demzufolge nicht genau beziffern, aber auch noch nicht ganz abschreiben, da im Januar kommenden Jahres ein Gerichtstermin in dieser Angelegenheit anberaumt sei. „Erst dann werden wir sehen, ob wir plus/minus null rauskommen, Verlust oder doch noch ein kleines Geschäft machen“, werden Aussagen Meiers wiedergegeben, der trotz des bisherigen Verlaufes der Geschichte nicht ausschließen will, dass – falls im nächsten Jahr „ein lukratives Geschäft winken“ sollte – auch wieder Reifen am Hafen gelagert werden.

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