Der wohl letzte Auftritt als Galaxy, künftig GPX

Er habe leider noch die alte Visitenkarte, meinte auf der Agritechnica George Odavic. Auf der steht als Firmenbezeichnung noch Galaxy Tyre Europa. Für deren Geschäfte ist er in Europa zuständig und auch für das Reifenwerk in Ruma (Serbien), das das US-Unternehmen Galaxy Tire & Rubber im Frühjahr 2003 übernommen hatte. Mit der Fusion Galaxys vor einigen Wochen mit dem kanadischen Unternehmen Dynamic Tire ist unter dem Namen GPX Tire & Wheel Inc. ein neues, etwa doppelt so großes Unternehmen (Jahresumsatz mehr als 300 Millionen US-Dollar) entstanden.

Durchschnittlich eine Woche pro Monat ist Odavic in dem unter dem Namen Rumaguma bekannten Werk, in dem Landwirtschafts- und Industriereifen diagonaler Bauart hergestellt werden. Die Fabrik erkenne man gegenüber der Zeit vor der Privatisierung kaum wieder, sagt einer der Kunden der Produktionsstätte durchaus mit Anerkennung in der Stimme. Denn in Ruma werden nicht nur eigene Marken hergestellt, sondern es ist auch Produktionsstandort für renommierte andere Reifenhersteller, die die Fertigung von Reifen diagonaler Bauart – für die ja immer noch ein beträchtlicher Markt da ist – auslagern und im Offtake vornehmen lassen. Selbst wenn die Produktion von Diagonalreifen heute keine besondere technologische Herausforderung mehr sein sollte, so legen diese Premiummarken doch Wert darauf, dass ein gewisser Standard gewährleistet ist. Seinem Werk – und auch anderen im ehemaligen Jugoslawien – komme nach dem Zusammenbruch des kommunistischen Ostblocks jetzt zugute, dass die Arbeiter schon immer an westlichen Qualitätsstandards orientiert waren, während in Ländern wie Rumänien oder Bulgarien diese Anforderungen kaum eine Rolle in der Produktion gespielt hätten, meint George Odavic.

Mit der Fusion unter dem Namen GPX Tire & Wheel Inc. ist ein neues, etwa doppelt so großes Unternehmen (Jahresumsatz mehr als 300 Millionen US-Dollar) entstanden. Ein eigenes Werk brachte der in Europa im Gegensatz zu Galaxy unterrepräsentierte Fusionspartner Dynamic zwar nicht mit, aber eine etablierte Marke Primex, die er im Wesentlichen im Offtake in China fertigen lässt. Für Galaxy bedeutet dies, dass die Zweitmarke Constellation ausläuft. Eine 2-Marken-Strategie allerdings wird es weiterhin geben, nur heißen die beiden Marken künftig halt Galaxy und Primex. Natürlich wird dann auch jedes Fertigungsprojekt auf den Prüfstand gestellt und hinterfragt, ob dafür Ruma der geeignete Standort ist oder beim chinesischen Offtake-Partner. Außerdem – George Odavic belässt es bei einer Andeutung – sei es doch durchaus denkbar, dass auch bei Rumaguma in die Radialreifenfertigung investiert werden könnte. Immerhin ist die Fabrik von Erstausrüstungskunden wie John Deere, Bobcat und anderen auditiert und auch bei JCB mit einem speziellen Programm fürs Ersatzgeschäft vertreten. Die Jahreskapazität liegt aktuell bei 13.000 Tonnen jährlich.

Blickt er sich im Wettbewerb um, so sieht Odavic gegenüber anderen Anbietern in den gleichen Segmenten (BKT, Alliance, Mitas usw.) für sein Unternehmen einen Vorteil, weil die Wettbewerber in den USA hinterherhinken, während GPX seine Wurezeln in Nordamerika und eine Fabrik in Europa hat. Schon als Galaxy hatte sich das Unternehmen als globaler Spieler bei Landwirtschafts- und Industriereifen verstanden, jetzt gilt dies erst recht!

Auf der Agritechnica war Odavic nicht nur damit beschäftigt, die neuesten Produkte des „Nischenanbieters“ (Reifen für Skid-Steers, Teleskoplader, Containerstapler usw.), der man auch vom eigenen Selbstverständnis her ist, vorzustellen, sondern auch die neue Konstellation unter dem GPX-Dach zu erklären.

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