Fahrerisches Geschick statt Bleifuß

Ein Motorsportevent, das bereits im achten Jahr veranstaltet wird, kann man ohne zu zögern als erfolgreich bezeichen. Der Dunlop Drivers Cup (DDC) bietet für all die Teilnehmer, die es bis zur Endrunde schaffen, nicht nur Spaß und Fahrfreude pur, sondern bietet dem Reifenhersteller über zahlreiche Medienpartnerschaften und Berichterstattungen in Print- und anderen Medien ein wirksames Werkzeug der Öffentlichkeitsarbeit. Derzeit läuft die Hanauer DDC-Maschinerie wieder auf Hochtouren mit den Vorbereitungen auf die nächste Endrunde im Westen der Vereinigten Staaten. Die Kandidaten des achten Drivers Cup stehen seit dem Offroad-Camp Mitte November in Halle (Saale) fest – in diesem Jahr haben sich darunter sechs Reifenhändler qualifiziert.

Sie haben gefiebert und gefightet, und nun steht ihnen der ultimative Test bevor: 60 Kandidaten sind am ersten Wochenende im November zur letzten Auswahlrunde zum Dunlop Drivers Cup angetreten. Nachdem sie sich bereits beim Sportfahrerlehrgang auf dem Nürburgring als Spitze der 120 dort angetretenen Teilnehmer erwiesen hatten, ging es diesmal in unwegsames Gelände. Im regennassen Offroadgelände von Dieskau bei Halle (Saale) haben die Kandidaten den Umgang mit den Nissan-Geländewagen – der japanische Hersteller ist diesjähriger Automobilpartner des DDC – und die Grundlagen des Geländefahrens auf den Enduro-Maschinen von Husqvarna gelernt. Auch die körperliche Fitness spielte dabei eine entscheidende Rolle, dafür sorgte der Einführungskurs mit einem Trainer von DDC-Partner Polar. Das Ziel aller Teilnehmer: Die Teilnahme an der Endrunde im kommenden Frühjahr. Dann geht es zu einer spektakulären Abenteuerreise durch den Südosten der USA.

Die ersten Erfolge hatten die 60 Kandidaten bereits hinter sich, als sie in Dieskau um die 30 Tickets in die USA antraten: Sie wurden aus 25.000 Bewerbern, die sich für das Finale im kommenden Frühjahr bewarben, selektiert und wurden auf dem Nürburgring von rennerfahrenen Instruktoren im Umgang mit dem Nissan 350 Z auf der Rennstrecke angeleitet. Nur die erfolgreichsten kamen weiter und durften nun im unwegsamen Gelände in Dieskau bei Halle (Saale) ihr Können noch einmal perfektionieren. Wieder standen ihnen Experten zur Seite, die sie perfekt auf die unterschiedlichen Aufgaben vorbereiteten. Im Nissan Patrol GR 3,0 DI und dem Nissan Pathfinder 2,5 DCI ging es über Geschicklichkeitsparcours, über Steilhänge und über morastigen Untergrund.

Die Enduros von Husqvarna wurden genutzt, um das Offroad-Können der Teilnehmer auf zwei Rädern einzuüben. Darüber hinaus bot der Lehrgang zwei Highlights, die nichts mit motorisierter Fortbewegung zu tun haben: Den Abschluss des ersten Lehrgangstages bildete das gemeinsame Barbeque, das trotz herbstlicher Witterungsbedingungen traditionell unter freiem Himmel am Lagerfeuer stattfand. Schon hier fanden die Teilnehmer als Team zusammen, das den weiteren Herausforderungen um so besser gewachsen sein würde. Und zu diesen Herausforderungen gehörte der Beginn des zweiten Tages, wenn es im Morgengrauen auf Joggingschuhen in die Fitness-Sektion von Polar ging. Dabei lernten die Teilnehmer, wie sie mit den professionellen Pulsfrequenzuhren optimal auf die Herausforderung in den USA hin trainieren können.

Sportfahrerlehrgang, Offroad-Camp, Fitnesstraining und spektakuläre Finaltour – Der Dunlop Drivers Cup ist nicht nur die Suche nach dem sportlichsten Autofahrer, er bietet den Teilnehmern auch die Chance auf einen ultimativen Erlebnis-Mix aus Mobilität und Abenteuer, aus Know-How- und Lustgewinn. Kein Wunder, dass der Cup auch international erfolgreich ist. Neben den Kandidaten aus Deutschland nehmen fünf weitere Nationen am Finale in den USA teil, die ebenfalls in Dieskau ihre endgültigen Teams kürten. Aus dem europäischen Ausland kamen Bewerber aus Österreich, der Schweiz, den Niederlanden und Belgien. Erstmals dabei war auch eine Gruppe aus den USA als Gastgeberland des Cup-Finales 2005/2006.

Für die amerikanischen Bewerber um die Teilnahme an der Endrunde hatte Gastgeber Dunlop bereits zur Vorausscheidung einen Leckerbissen parat: eine Reise nach Deutschland zum Offroad-Camp in Dieskau. Diese Reise dürfte für die Bewerber der Teilnahme an der Endrunde in den USA gleichkommen – aus Sicht eines Europäers etrachtet. Dunlop nahm sich der elf Amerikaner eine Woche lang an und hatte umfassendes touristisches Rahmenprogramm organisiert.

Nur diejenigen, die in Dieskau zu den Besten gehörten, können sich nun auf eine Tour der Superlative freuen. Allerdings machten Instruktoren und Dunlop-Mitarbeiter denjenigen Mut, die nun doch kein Ticket in die USA lösen konnten: „Auch ihr gehört zu den Besten“, so die Aufmunterung für die vermeintlich Unterlegenen zur Siegerehrung. Im Frühjahr 2006 gehen nun die 30 besten Absolventen der Vorrunden aus Sportfahrerlehrgängen und Offroad-Camp auf eine Tour durch den Südwesten der USA, genauer: durch Kalifornien. Spektakuläre Städte, legendäre Rennstrecken, endlose Highways und unvergleichliche Naturereignisse erwarten die in Zwei-Mann-Teams eingeteilten Finalisten. Prüfungen auf der Rennstrecke und im Gelände, Quad- und Enduro-Sektionen bilden die eigentlichen Fahrtests für die Teilnehmer an der Endrunde. Fitness-Prüfungen werden ebenso zum Programm gehören wie etwa Orientierungsetappen mit den GPS-Systemen von Cup-Partner Garmin.

Wie in jedem Jahr können sich nicht nur Endverbraucher für das Finale des Dunlop Drivers Cups qualifizieren, sondern eben auch Vertreter des deutschen Reifenhandels. Ein Ticket in die USA konnten lösen: Ludwig Nieberle (Euromaster in Mauerstetten); Helmut Jäger (Robert Jäger GmbH in Bergkirchen/Unterbachen); Siegfried Glock (Reiff in Waiblingen); Holger Richter (Reifen Krautwurst, point S, Erlangen).

Dabei zeigten sich die Instruktoren insbesondere von den „Fahrkünsten des deutschen Reifenhandels“ begeistert – die können mehr, als nur das Auto auf die Hebebühne zu stellen, so der Kommentar zum „König dieser Veranstaltung“. Reifenhändler Ludwig Nieberle holte mit Abstand die meisten Punkte in der Dieskauer Gesamtwertung.

Welchen Kurs der Tross des Dunlop Drivers Cups im kommenden Jahr nehmen wird, steht zwar derzeit noch nicht im Detail fest. Sicher ist allerdings, dass die 30 Finalisten knapp zwei Wochen lang die kalifornische Sonne werden genießen können. Dies wird entweder im Nissan 350 Z oder im schweren Offroader desselben Hersteller geschehen. Das Team um Dunlop-Marketingmanager Jochen Hoim und Projektleiterin Kathrin Brehme haben bereits ihre erste Vorreise ins Land Schwarzeneggers hinter sich; die zweite steht demnächst an. Insgesamt, so Hoim im Gespräch mit der NEUE REIFENZEITUNG, höre man eigentlich nie auf, am DDC zu arbeiten. Sobald die eine Finalrunde stattgefunden hat, beginnen die Vorarbeiten für das darauf folgende Jahr.
arno.borchers@reifenpresse.de

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