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Michelin Primacy HP – Ein Blick voraus

Auf dem Michelin-Stand auf der IAA ging es um die Zukunft: Zum einen wurde der Primacy HP ins Zentrum des Standes geschoben, der gleichermaßen für die Erstausrüstung wie fürs Ersatzgeschäft konzipiert ist. Wobei: Die eigentliche Einführung des Produktes ist erst fürs Frühjahr 2006 zu erwarten. Und dann wollte Michelin zum anderen offensichtlich allen Unken des Marktes, die die Rad-Reifen-Konfiguration PAX System bereits für „tot“ erklärt haben, eines Besseren belehren.

Ausgewogener Reifen

Mit dem Primacy HP (steht für High Performance) präsentierte Michelin in Frankfurt einen vollständig neuen Premiumreifen für den europäischen Markt. Dass der Reifen eine wirkliche Neu- und keine Weiterentwicklung des im Markt befindlichen Produktes Pilot Primacy ist, mag man schon daran erkennen, dass der Reifenhersteller es sich bei der Namensgebung nicht einfach gemacht und etwa eine 2 als Ausdruck, dass es sich um einen Reifen der zweiten Generation handelt, angehängt hat.

Und obendrein wurde dem bisherigen Primacy der „Familienname“ Pilot weggenommen. Pilot steht bei Michelin künftig nur noch für ausgesprochen sportliche Reifen, und der Primacy ist eher „harmonisch“ abgestimmt, also ein Kompromiss zwischen Sportlichkeit und Komfort.

Der Primacy HP wurde für die obere Mittelklasse bis hin zu Oberklasselimousinen entwickelt von Fahrzeugen der Marken Audi, BMW, Mercedes oder Peugeot und ist damit in der Mitte zwischen der Pilot-Familie für sportliche Einsätze und den Energy-Reifen, die auf hohe Nutzungsökonomie ausgelegt sind, angesiedelt.

Die mechanischen Eigenschaften bei einem „Kompromissreifen“ so zu differenzieren, dass neue technische Möglichkeiten entstehen und Leistung gesteigert wird, entsprach in hohem Maße der Entwicklungsphilosophie des Reifenherstellers. Mit dem Primacy HP hat das Unternehmen also nach eigenen Angaben einen Reifen konzipiert, der – so paradox dies klingen mag – gleichermaßen verformbar und steif ist. Die eingesetzte Technologie ermöglicht eine Reifenarchitektur, die leicht verformbar ist und damit den Fahrbahnkontakt optimiert. Zugleich sorgt die extreme Steifigkeit des Profils dafür, dass jeder Quadratmillimeter der Aufstandsfläche optimal haftet. Im Vergleich zu traditionellen Hochleistungs-Reifentypen steigert damit die leichtere Verformbarkeit des Primacy HP den Fahrbahnkontakt. Geräuschentwicklung und Vibrationen werden trotz des verbesserten Fahrbahnkontakts reduziert.

Der neue Primacy HP wird in drei Versionen, und zwar als Standard-, aber auch in zwei Varianten mit Notlaufeigenschaften erhältlich sein: als Primacy HP mit PAX System und als ZP (Zero Pressure), bei dem die Seitenwände des handelsüblichen Standardreifens mit einer speziellen Gummimischung verstärkt wurden. Womit der Übergang zum Thema Notlaufreifen und dem bei Michelin so dominanten Thema Sicherheit gelungen wäre.

Bosch und Michelin verbessern Mobilität und Fahrsicherheit

Bosch hat in den letzten Jahren in Zusammenarbeit mit Michelin mehrere verbesserte elektronische Stabilitätsprogrammfunktionen (ESP-Funktionen) entwickelt, die eigens für Notlaufsysteme konzipiert wurden. Durch ihr spezielles Design können diese Reifen auch luftleer gefahren werden. Das innovative System zur Stabilisierung von Notlaufsystemen heißt Runflat Stability Control (RFS). RFS gewährleistet Sicherheit im Straßenverkehr und erhält die Mobilität auch nach einer Reifenpanne.

Bei Druckverlust in einem oder mehreren Reifen mindert das RFS gefährliches Unter- oder Übersteuern. Wenn der Wagen den Bewegungen des Lenkrads nicht folgt, regelt das ESP radindividuell den Bremsdruck und senkt das Motordrehmoment. Wenn der Wagen untersteuert, bremst das System alle Räder und verringert die Geschwindigkeit so schnell wie möglich. Auf diese Weise wird gefährliches Schleudern verhindert, was sich besonders bei Autobahnausfahrten und plötzlichem Fahrbahnwechsel als sehr nützlich erweist. Der Wagen kann zudem auch beim Bremsen auf wechselnden Fahrbahnoberflächen (Wechsel in Längs- und Querrichtung) nicht außer Kontrolle geraten.

„Das ist das Ergebnis der gemeinsamen Bemühungen der beiden Unternehmen und unterstreicht ihr gemeinsames Streben, die Sicherheit im Straßenverkehr konsequent zu erhöhen“, meint Klaus Meder, Bereichsvorstand Geschäftsbereich Chassissysteme 1 der Robert Bosch GmbH, verantwortlich für die Entwicklung von Bremsregelsystemen. „Für Michelin öffnet ESP mit RFS neue Möglichkeiten bei der Entwicklung von Notlaufsystemen“, erklärt Pedro Costa, bei Michelin Vice President for Continued Mobility Technologies. „Fahrzeuge, die mit ESP und RFS ausgerüstet sind, ermöglichen uns, leistungsfähigere Notlaufsysteme zu konzipieren. So können wir sowohl den Stützring des PAX Systems als auch die selbsttragenden Flanken des Michelin ZP-Reifens optimieren. ESP mit RFS wird die verbreiterte Einführung von Notlaufsystemen erheblich beschleunigen.“

Bosch und Michelin gründeten die „Jointventure Innovations in Safety Systems“, an der die beiden Unternehmen zu je 50 Prozent beteiligt sind, 2002 in Paris, um die Interaktion zwischen Reifen und Bremskontrollsystemen gemeinsam zu optimieren.

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