Es darf wieder gewechselt werden

Monate lang gab es heiße Diskussionen in der Formel 1 in Bezug auf viele Reglement-Fragen, doch nun einigten sich die Mitglieder der Formel-1-Kommission in London überraschend auf zahlreiche, zum Teil radikale Änderungen am Reglement, die 2006 und 2007 in Kraft treten werden. Eine für Reifen-Interessierte wichtige Regelung ist das Comeback von Reifenwechseln. Da im Qualifying der Wechsel von Reifen erlaubt sein wird, dürfen in Zukunft auch wieder in den Rennen bei den Boxenstopps Reifen gewechselt werden, schreibt F1Total.com. Damit kehrt man quasi auf das Reglement der vorletzten Saison zurück. Erneut stehen den Piloten 28 Trockenreifen des gleichen Typs für den Trainingssamstag, das Qualifying und das Rennen zur Verfügung, nachdem freitags beide Reifentypen miteinander verglichen werden können und bis Sonntag vor dem 3. Freien Training der Rennleitung die Wahl eines Typs mitgeteilt werden muss.

Möglich wurde dieses Umdenken erst durch die Einführung von V8-Motoren mit 2,4 Litern Hubraum ab dem kommenden Jahr. Die FIA ist der Meinung, dass die Boliden dadurch ausreichend eingebremst werden, da die neuen Motoren rund 200 PS weniger leisten werden, heißt es weiter bei dem Medium. Mehr Reifen als 2005 müssen die Reifenhersteller kaum an die Strecke bringen, sodass die Kosten im überschaubaren Rahmen bleiben, zumal jetzt für Reifentests keine Distanzen von mehr als 300 Kilometern mehr abgespult werden, sondern 150-Kilometer-Stints überwiegend ausreichen.

Für Reifenhersteller Bridgestone stelle die Reglementumstellung eine große Erleichterung dar, kommentiert F1Total.com, denn durch die langlebigen Reifen der vergangenen Saison habe man massive Problem bekommen und war gegen Michelin plötzlich nach jahrelanger Dominanz chancenlos. Es könne sein, dass es kommendes Jahr also wieder zu einem völlig anderen Bild auf dem Reifensektor kommen wird.

In der Saison 2007 wird man dann sogar auf Slicks zurückkehren, wie sie letztmals in der Formel-1-Saison 1997 zum Einsatz kamen, als die Formel-1-Autos auch noch 200 Zentimeter breit waren (heute 180 Zentimeter). Um die Geschwindigkeit dennoch kontrollieren zu können, werde es ab 2007 nur noch einen Reifenhersteller in der Formel 1 geben. Nach der klaren Aussage von Michelin, sich in einem solchen Fall aus dem Sport zurückzuziehen, werde dies Bridgestone sein, glaubt man bei F1Total.com. Die Japaner haben bereits erklärt, dass sie auch in diesem Fall in der Formel 1 bleiben wollen. Die Abstimmung über die Einführung eines Reifenmonopols sei wenig überraschend nicht einstimmig erfolgt, dennoch habe die Anzahl der Ja-Stimmen für die notwendige Mehrheit gereicht. Es soll aus dem Lager der Teams fünf Nein-Stimmen gegeben haben – ebenso viele Michelin-Teams dürfte es 2006 geben.

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