TÜV beklagt Mängel an Nutzfahrzeugbereifungen

Knapp die Hälfte aller Nutzfahrzeuge ist im vergangenen Jahr bei der Hauptuntersuchung mit Mängeln aufgefallen. Das geht aus der Auswertung der Nutzfahrzeug-Hauptuntersuchungen im Jahr 2004 vom TÜV NORD Mobilität hervor. Damit setzt sich der Trend der vergangenen Jahre fort. In der Gruppe der Achsen, Räder und Reifen notierten die Mobilitätsberater bei 16,3 Prozent (16,0) der untersuchten Fahrzeuge Mängel.

15,8 Prozent der Nutzfahrzeuge haben gravierende sicherheitsrelevante Mängel (Vorjahr: 15,5). Zum Vergleich: 17,7 Prozent der Pkw hatten im Vergleichszeitraum erhebliche Mängel, 7,8 Prozent der Motorräder. Wie schon im Vorjahr hat mehr als jedes dritte Nutzfahrzeug Mängel an der Beleuchtung oder Elektrik, 22,3 Prozent hatten Mängel an den Bremsen (Vorjahr: 20,4). Beim Fahrgestell – also hinter Achsen, Räder und Reifen – waren bei 13,4 Prozent (13,1) der Nutzfahrzeuge Auffälligkeiten zu verzeichnen.

Die unterschiedlichen Fahrzeugarten weichen in ihren Ergebnissen stark voneinander ab. Während nur 39,5 Prozent der Lkw mängelfrei in die Untersuchung kamen, waren knapp 60 Prozent der Anhänger ohne Auffälligkeiten. „Die unterschiedliche Beanspruchung führt zu diesen stark abweichenden Ergebnissen“, erklärt Roger Eggers, Mobiliätsberater beim TÜV NORD.

Anhänger und Auflieger

Anhänger und Auflieger machten insgesamt mehr als die Hälfte aller geprüften Nutzfahrzeuge aus: 11,2 Prozent (10,7) hatten erhebliche Mängel. Mängel an der lichttechnischen Einrichtung hatten 28,9 Prozent (28,7) der untersuchten Fahrzeuge. 17,7 Prozent (16,6) der Anhänger fielen wegen der Bremsanlage auf, 13,4 Prozent (13,3) hatten Mängel an Achsen, Rädern, Reifen, 11,8 Prozent (11,4) am Fahrgestell.

Lkw

Rund ein Viertel der untersuchten Nutzfahrzeuge sind Lkw. Nur 39,5 Prozent (40,9) sind mängelfrei, das ist der schlechteste Wert für eine Fahrzeugart bei den Nutzfahrzeugen. 27,4 Prozent (26,4) haben gar erhebliche Mängel. „Lkw werden besonders stark beansprucht. Aber gerade weil sie viele Kilometer pro Jahr zurücklegen, sollten sie sehr sicher sein. Das Risiko ist ansonsten sehr groß, dass ein voll beladener LKW außer Kontrolle gerät“, so Eggers. Im Vergleich zum vergangenen Jahr haben die Mängel in allen Mängelgruppen zugenommen: Bei 45,6 Prozent (44,9) der Lkw war die Beleuchtung nicht in Ordnung, bei 35,4 Prozent (34,0) waren die Bremsen zu beanstanden, bei 26,8 Prozent (26,0) war etwas mit Achsen, Rädern, Reifen nicht in Ordnung. Umweltschutzfaktoren (21,0 Prozent nach 20,7) und Mängel am Fahrgestell (20,7 nach 19,8) waren weiter auffällig.

Zugmaschinen

14,9 Prozent (14,6) der Zugmaschinen haben erhebliche Mängel. Dabei fallen besonders die lichttechnische Einrichtung (35,2 Prozent nach 34,8), Achsen, Räder, Reifen (11,9 nach 11,8), Bremsen (10,4 nach 10,5) sowie die Lenkung (10,4 nach 11,7) ins Gewicht.

Selbstfahrende Arbeitsmaschinen

18,1 Prozent (18,3) der selbstfahrenden Arbeitsmaschinen haben gravierende Mängel, die sich auf die Sicherheit von Fahrzeug, Fahrer und Verkehr auswirken können. Die Beleuchtungseinrichtung fiel in 40,2 Prozent (36,8) aller selbstfahrenden Arbeitsmaschinen als mangelhaft auf, die Bremsen mit 24,0 Prozent (24,2). Fahrgestell (11,6 Prozent nach 12,2) und Umweltschutz (18,0 nach 16,0) liegen dahinter.

Omnibusse

Omnibusse sind nach den Anhängern die Fahrzeugart mit den besten Werten in der Statistik des TÜV NORD Mobilität: 57,5 Prozent (59,0) der untersuchten Busse fahren mangelfrei. Dennoch haben 13,9 Prozent (13,5) der untersuchten Omnibusse erhebliche Mängel. Auch hier ist die Beleuchtungseinrichtung bei 24,2 Prozent (23,9) der untersuchten Fahrzeuge mangelhaft. Die Bremse weist bei 21,4 Prozent (20,2) der Fahrzeuge Mängel auf. Achsen, Räder und Reifen folgen mit deutlichem Abstand bei 10,2 Prozent der Fahrzeuge (9,1). „Die relativ guten Ergebnisse dürfen nicht darüber hinwegtäuschen, dass immer noch über 40 Prozent der Omnibusse sicherheitsrelevante Mängel aufweisen. Aufgrund der großen Verantwortung, die Busunternehmen gegenüber ihren Passagieren haben, sollte das eigentlich nicht sein.“

Fazit

Auch wenn die Auswertung zeigt, dass einzelne Fahrzeuge weniger Mängel aufweisen, gibt es nach Aussage von Roger Eggers keinen Grund zur Entwarnung: „Jeder Mangel kann einen schweren Unfall verursachen“, so der Mobilitätsberater. Dem starken Verschleiß der Fahrzeuge durch die hohe Belastung müsse man mit regelmäßigen Checks entgegentreten. „Wir bieten Ihnen an, das Know-how unserer Mobilitätsberater zu nutzen. Wir können aufgrund der Untersuchungen, die wir vornehmen, Hinweise darauf geben, welche Schwachstellen es gibt und können Lösungen zeigen, wie man diese behebt“, so Eggers. „Der Check von Bremsen, Beleuchtung und Reifen vor jedem Fahrtantritt dient immer auch der eigenen Sicherheit.“

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