Reiff-Gruppe mit Ergebnis 2004 zufrieden

Mit einem Umsatzzuwachs von 3,1 Prozent auf 267 Mio. Euro erzielte die Reiff-Gruppe im Jahr 2004 ein nach eigener Einschätzung zufrieden stellendes Umsatzwachstum. Während im Reifengeschäft nur ein kleines Wachstum von 0,4 Prozent erzielt wurde, schlossen die Bereiche Technischer Handel und Produktion von Elastomerformteilen mit einem Umsatzzuwachs von 8,2 Prozent gut ab. Die Mitarbeiterzahl blieb mit 1.300 Mitarbeitern praktisch unverändert.

Die Sparte „Reifen und Autotechnik“ hat einen leichten Marktanteilzuwachs im Sommerreifengeschäft erreicht, während das Pkw-Winterreifengeschäft auf Marktniveau verlief. Mit einer Steigerung der Durchschnittsverkaufspreise um 2,4 Prozent habe das Unternehmen dem Trend weiterer Preiserosion trotzen können, meldet Reiff. Viel verspricht man sich von der Marke Gislaved, die – hergestellt in Europa – exklusiv auf dem deutschen Markt vertrieben wird und die Einzel- wie die Großhandelsumsätze bei Reiff stärken soll. Die für die Rohertragsseite wichtigen Dienstleistungen haben sich zufrieden stellend entwickelt. Mit einem Zuwachs von 4,2 Prozent wurde hier ein hohes qualitatives Wachstum erreicht. Vor allem das Geschäft mit Autotechnikservice mit den Bestandteilen Inspektion, Auspuff, Bremsen, Stoßdämpfer hatte positive Zuwachsraten und stützt den wichtigen Dienstleistungssektor.

Der Verkauf der runderneuerten Pkw-Eigenmarke Condor Winter konnte sich im Geschäft mit den Endverbrauchern nicht auf Vorjahr halten und musste deutliche Umsatzeinbußen hinnehmen. Selbst wenn die Qualität der industriellen Runderneuerungen aus Deutschland besser sei als die der Neureifen aus Teilen Osteuropas falle die Argumentation dem Endverbraucher gegenüber schwer. Diesen Trend sieht Reiff mittlerweile als unumkehrbar und entschloss sich, zum Ende des letzten Jahres die Pkw-Reifenproduktion in Reutlingen stillzulegen. Im Laufe des Jahres 2005 werden die Restbestände verkauft. Betriebsbedingte Kündigungen konnten vermieden werden, da allen Mitarbeitern andere Arbeitsplätze in der Reiff-Gruppe angeboten wurden. Durch diese Maßnahme werden keine Umsatzausfälle in diesem Jahr erwartet, da entsprechende Neureifenangebote diese Lücke auffüllen werden.

Der Markt für Nutzfahrzeugreifen in Deutschland war im Vorjahr von einem sehr guten Neuzulassungsgeschäft (plus 15 Prozent) geprägt, der Ersatzmarkt für Nutzfahrzeugreifen in Deutschland gab jedoch um vier Prozent nach. Mit einem Absatzrückgang von zwei Prozent konnte auch Reiff das Vorjahresniveau nicht ganz halten. Allerdings war der quantitative Rückgang mit einer qualitativen Verbesserung der Preis- und Ertragssituation verbunden. Trotz dieses Absatzrückgangs konnten die mit dem Verkauf verbundenen Dienstleistungen deutlich gesteigert werden. Reiff baute in den letzten Jahren systematisch die Serviceleistungen rund um den Lkw-Reifen aus und erwartet, dass dies in den nächsten Jahren so weitergeht. Während der Verkauf an Reifen durch weiter steigende Kilometerleistungen zurückgehen wird, wächst die Nachfrage nach vorausschauendem Service. Neben den klassischen Reifendienstleistungen wird den Kunden schon seit längerem Reifenleasing angeboten, auch Kilometerverträge gibt es. Bei beiden Angebotsformen gibt der Kunde die gesamte Reifenwartung an Reiff ab und konzentriert sich ausschließlich auf sein Kerngeschäft. Bei einem Kostenanteil der Reifen von 2,5 bis drei Prozent an den Gesamtkosten ist dies eine geeignete Maßnahme, die Fuhrparkkosten niedrig zu halten.

Das Jahr 2004 wird als Konsolidierungsjahr verstanden, in dem großer Wert auf qualitative Verbesserungen im Absatz- und Preismix gelegt worden sei und gleichzeitig die Kosten konsequent kontrolliert wurden. Die ersten sechs Monate des Jahres 2005 zeigen ein zufrieden stellendes Pkw-Reifengeschäft und ein schwieriges Lkw-Reifengeschäft. Letzteres wird vor allem durch die schlechte Beschäftigung der Bauindustrie in den ersten drei Monaten des Jahres begründet. Die Umsatzleistung auf dem Bausektor hat in diesem Zeitraum auf Grund des langen Winters um 20% abgenommen. Auch die Logistiker waren mit der Umsetzung der Autobahnmaut vollauf beschäftigt und hielten sich mit Reifenkäufen zurück. Dieser Trend dürfte sich in den restlichen sechs Monaten dieses Jahres allerdings umkehren und Reiff ist optimistisch, dass am Ende des Jahres sogar eine ähnliche Absatzgrößenordnung wie in 2004 erreicht wird.

Beim Pkw-Reifengeschäft erwartet man in diesem Jahr bei Winterreifen wieder eine leichte Steigerung. Insgesamt rechnet Reiff im Reifengeschäft mit einem leichten Umsatzplus von drei Prozent. Die Kostenkontrolle sei weiterhin von großer Bedeutung: Im Einkaufsbereich sind dies die Rohstoffkosten, im Verkaufsbereich vor allem die Personalkosten. An Personalabbau ist nicht gedacht.

Der Technische Handel der Reiff-Gruppe lag in 2004 deutlich über dem Durchschnitt der Branche. Die R.E.T. Reiff Elastomer-Technik GmbH hat sich im Bereich der Automobilzulieferer mit Verarbeitung von Spezial- und Hochleistungselastomeren zu Elastomer-Verbundteilen und 2K-Spritzgussteilen als zuverlässiger Lieferant einen Namen gemacht. Die Absicherung der Position im Automobilzuliefersektor erfordert weiteres Wachstum und moderne Betriebsverhältnisse. Mit dem Bau einer neuen Fabrik im Industriegebiet Reutlingen-Betzingen sollen die Voraussetzungen dafür geschaffen werden: Auf fast 8.000 Quadratmetern Betriebsfläche wird moderne Produktionstechnik angesiedelt, um technologisch anspruchsvolle Teile mit innovativen Bearbeitungsmethoden zu fertigen. Damit könnten mit einem Ausbau von 140 auf 200 Mitarbeiter nochmals 60 neue Arbeitsplätze entstehen. Die Reiff-Gruppe rechnet in 2005 mit einem Umsatzwachstum von drei bis fünf Prozent. Die Mitarbeiterzahl soll in der Gruppe unverändert bleiben.

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