Viel Wirbel um – vorerst – nichts

Im Vorfeld der FIA-Anhörung der sieben in Indianapolis nicht gestarteten Michelin-Teams hatte es in den Medien bereits wildeste Spekulationen rund um mögliche Bestrafungen der Rennställe oder sogar einen daraus eventuell resultierenden Boykott des nächsten Formel-1-Laufes am kommenden Wochenende in Magny Cours (Frankreich) gegeben. Das Ergebnis der Anhörung ist im Vergleich dazu eher unspektakulär.

Zwar wurden die vorgeladenen Teams und damit indirekt natürlich auch deren Ausrüster Michelin für schuldig befunden, es versäumt zu haben, den Belastungen des US-Grand-Prix standhaltende Reifen mit an die Strecke gebracht zu haben. Verurteilt wurde von der FIA außerdem, dass die Teams ihren Piloten aufgrund dieser Reifenproblematik letztendlich Startverbot erteilt hatten. Schließlich hätte man – so der Automobilverband – bei jedem Umlauf ja durch die Boxengasse fahren können, um die hohen Belastungen auf dem fraglichen Steckenabschnitt zu umgehen. „Das wäre zwar sehr langsam gewesen, aber es wäre gegangen“, meint die FIA.

Bezüglich der weiteren drei Anklagepunkte – Unwillen, ein Geschwindigkeitslimit zu akzeptieren, Anzettelung einer Demonstration sowie fehlende Informationen an die Stewards, dass man nicht starten wolle – wurden die Teams für nicht schuldig befunden. Denn einerseits kann sich die FIA nur schwer vorstellen, wie man die Einhaltung eines Geschwindigkeitslimits an dem fraglichen Streckenabschnitt hätte überprüfen können. Andererseits haben die Rennställe bei der Anhörung offensichtlich glaubhaft vermitteln können, dass sie bis zuletzt eigentlich willens gewesen seien, das Rennen zu absolvieren.

Eine Entscheidung darüber, ob und welche Strafen angesichts der Schuldigkeit in zwei von fünf Anklagepunkten auf die Teams zukommen, hat der Verband allerdings auf den 14. September vertagt. Jedoch ließ FIA-Präsident Max Mosley keinerlei Zweifel darüber aufkommen, dass Michelin – hätte das französische Unternehmen aufgrund irgendwelcher vertraglicher Regelungen belangt werden können – auf Basis der von den Rennställen während der Anhörung gelieferten Informationen einen ungleich schwereren Stand vor dem Verband gehabt hätte als die Teams selbst. „Das Problem ist“, so Mosley in einer Pressekonferenz, „dass die FIA keine direkte vertragliche Verbindung mit Michelin hat.“

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