Jede zehnte Scheibe geht kaputt

Das Thema Autoservice rückt für immer mehr Reifenfachhändler in den Blickpunkt. Nicht nur Reifen- und Räder-relevante Dienstleistungen werden angeboten, auch Klimaservice, Ölwechsel und Stoßdämpfer gehören mittlerweile dazu. Neu im Sortiment der zusätzlichen Dienstleistungen: die Reparatur und der Austausch defekter Windschutzscheiben; ATU und Pit-Stop aber auch Vergölst bieten entsprechende Leistungen an. Eine Möglichkeit, ebenfalls auf diesem Gebiet aktiv zu werden, bietet jetzt die Carglass GmbH mit ihrem Mobil-Center-Konzept.

Erst kürzlich hat das Unternehmen in Hamburg ein neues „Carglass Mobil Center“ eingerichtet, vom dem aus Aufträge zur Reparatur und zum Austausch defekter Windschutzscheiben in einem Umkreis von bis zu 100 Kilometern ausgeführt werden. Beim mobilen Service macht sich der Carglass-Mitarbeiter nach Auftragserteilung zum vereinbarten Termin auf den Weg zum Kunden. Durch die nun mögliche Bündelung der mobilen Aufträge und die damit verbundene bessere Routenplanung könne der mobile Service ab sofort effektiver durchgeführt werden, heißt es dazu auf einer Pressekonferenz in Hamburg. Der Vorteil für den Kunden sei der schnellere Service – innerhalb von 24 Stunden – und damit einhergehend die höhere Kundenzufriedenheit.

„Carglass erzielt nun eine bessere Auslastung der Ressourcen, insbesondere bei Personal und Fahrzeugen, und eine Entspannung in den umliegenden Service Centern durch die Konzentration auf das Geschäft im Service Center selbst“, erläutert Herbert Busen, Geschäftsführer Carglass Deutschland. „Durch die Einrichtung des Mobil Centers streben wir die kurzfristige Verdopplung der Mobilquote bei den Endverbrauchern auf 30 Prozent an, mittelfristig soll dieser Wert auf 50 Prozent gesteigert werden.

Dabei kommen innovative Techniken zum Einsatz, über die nur Carglass verfügt, wie etwa das so genannte „One Person Lifting System“.

Der mobile Service kann – nicht nur in Hamburg – von den Kunden einfach und schnell gebucht werden: Rund um die Uhr ist Carglass kostenfrei unter einer Hotline-Nummer erreichbar.

Dass sich ein entsprechendes Angebot auch für Reifenhändler lohnen kann, erläutert Geschäftsführer Herbert Busen anhand einiger Ergebnisse aus Marktuntersuchungen des Unternehmens. Statistisch gesehen geht jede zehnte Windschutzscheibe in Deutschland einmal pro Jahr kaputt, das sind etwa 4,7 Millionen Scheiben, die jedes Jahr entweder repariert oder ersetzt werden müssten; 70 Prozent dieser Scheiben werden repariert, zehn Prozent ausgetauscht, während der verbleibende Rest den Schaden hinnimmt und weiterfährt. Bei Carglass macht man etliche Faktoren aus, warum sich die so genannte Bruchquote in Zukunft sogar noch erhöhen könnte. Es bietet sich also ein bedeutender Markt für diejenigen, die dort aktiv sind oder aktiv sein wollen. Herbert Busen: Die Reifenbranche und Einzelteile- und Werkstattketten wie ATU oder Pit-Stop „fangen jetzt erst an, sich mit Glas zu beschäftigen“.

Dabei scheint die Nutzung des Mobil-Services von Carglass eine sinnvolle Lösung, auch ohne die Anschaffung der benötigten Ausrüstung sowie der Schulung entsprechender Mitarbeiter auszukommen – auch im Reifenfachhandel können so zusätzliche Dienstleistungen angeboten werden, die also die eigene Servicevielfalt erweitern würden, letztendlich aber über Carglass abgewickelt werden könnten. Bei Carglass jedenfalls habe man in der jüngsten Vergangenheit eine „verstärkte Nachfrage unserer Kunden nach mobilem Service“ wahrgenommen.

Einige Kfz-Vertrags- und auch freie Werkstätten haben ihr eigenes System, um die Reparatur bzw. den Austausch einer Windschutzscheibe vorzunehmen. „Wir haben Wettbewerb“, erläutert der Geschäftsführer, nur jeden vierte defekte Scheibe wird von Autoglasspezialisten ausgetauscht oder repariert. Augenfällig ist allerdings, dass einerseits die Reparaturquote in Deutschland insgesamt bei etwa 70 Prozent liegt, dieselbe Quote bei Vertragswerkstätten aber lediglich bei mageren drei Prozent liegt. Hier wird also lieber eine neue Scheibe eingebaut als die – für den Endverbraucher günstigere – Reparatur durchzuführen. In der Regel übernimmt die Teilkaskoversicherung des Fahrzeughalters die Reparatur.

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