„INVENT erfahren – mobil mit 8 Sinnen“

Die vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderte Initiative INVENT (Intelligenter Verkehr und nutzergerechte Technik) ist nach vierjähriger Forschungs- und Entwicklungsarbeit mit wegweisenden Ergebnissen abgeschlossen worden. Gestern stellten die 24 Projektpartner ihre Lösungen für einen sichereren und flüssigeren Straßenverkehr in München der Öffentlichkeit vor.

In acht Teilprojekten zu den drei Forschungsbereichen Fahrerassistenz und Aktive Sicherheit, Verkehrsmanagement und Logistik arbeiteten 24 Projektpartner aus Automobil-, Zuliefer-, Elektronik-, Telekommunikations- und IT-Unternehmen, Logistikdienstleister, Softwarehäuser und verschiedene Forschungsinstitute gemeinsam an der Entwicklung von intelligenten Autos und einem intelligenten Verkehrsnetz der Zukunft. Die erarbeiteten Technologien und Verkehrskonzepte sollen helfen, Staus zu reduzieren, Unfälle zu vermeiden und Unfallfolgen zu mindern. Viele dieser neuen Funktionen sind in Fahrzeug- und Systemdemonstratoren umgesetzt.

 Kreuzungsassistenten, die querenden Verkehr an Rechts-vor-Links-Kreuzungen – wie beispielsweise Radfahrer – oder Gegenverkehr beim Linksabbiegen, aber auch Stoppschilder automatisch erkennen und den Fahrer entsprechend warnen
 Querführungsassistenten, die den Fahrer beim Halten der Fahrspur und beim Spurwechsel unterstützen und bei Gefahr warnen
 Stauassistenten, die den Autofahrer bei der Stop-and-Go-Fahrt im stockenden Verkehr entlasten
 Techniken zum aktiven Fußgängerschutz – bei einer drohenden Kollision hebt sich zum Beispiel automatisch die Motorhaube, um Verletzungen zu minimieren
 Lösungen zur Blickerfassung des Fahrers und verbesserten Mensch-Maschine-Schnittstellen
 Fahrzeugsysteme, mit denen Verkehrszustände im Fahrzeug erfasst und über Funk an nachfolgende Fahrzeuge und Zentralen übermittelt werden und den Fahrer beim verkehrsoptimalen Fahren unterstützen
 Fahrsimulator, mit dem Wirkung und Akzeptanz von Funktionen zur Fahrerinformation und Fahrerunterstützung untersucht werden
 Systeme zur Simulation und Animation, die moderne verkehrsadaptive Assistenzsysteme im Verkehr erlebbar darstellen
 Verkehrsmanagementzentralen, welche ihre Verkehrsinformationen aus den verschiedenen Datenquellen (z. B. stationäre Erfassungseinrichtungen, FCD) mittels Modellen und Prognose erzeugen, wobei auch die Interessen der öffentlichen Hand und deren Leitstrategien berücksichtigt werden
 Navigationssysteme, die die aktuellen Verkehrsdaten mit in die Routenberechnung einbeziehen
 Dynamische Logistikprozesse dank intelligenter Planungssysteme
 Optimierte Lieferdienste, welche die individuellen Zustellungswünsche und die gesteigerte Mobilität ihrer Kunden berücksichtigen (z. B. Lieferung direkt in den Kofferraum des Kunden)

Die Forschungsinitiative baut auf die Erfahrungen aus vorausgegangenen Verbundprojekten wie PROMETHEUS und MOTIV auf. Für INVENT standen insgesamt 76 Millionen Euro zur Verfügung; das Bundesministerium für Bildung und Forschung förderte die Kooperation knapp zur Hälfte – die Industrie steuerte den anderen Teil bei. Durch diese Bündelung von Kompetenz und Finanzmitteln von Staat und Industrie entstand ein starker Verbund, der es ermöglicht hat, neue Fahrerassistenzsysteme, Informationstechnologien und effiziente Verkehrsmanagementsysteme zu entwickeln und einen weltweiten Wettbewerbsvorsprung zu erzielen.

Beteiligt sind Audi, BMW, Bosch, DaimlerChrysler Research and Technology, das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt, Ericsson, die Forschungsgesellschaft Kraftfahrwesen Aachen (fka), das Ford Forschungszentrum Aachen, Hella, Hermes Logistik Gruppe, IBM, das Institut für Automation und Kommunikation Magdeburg (ifak), MAN Nutzfahrzeuge, Navigation Technologies, Adam Opel AG, PTV Planung Transport Verkehr AG, die Siemens AG, Siemens Restraint Systems, Siemens VDO Automotive, Transver, TÜV Rheinland Group, die Universität Köln, Rechtsanwälte Vogt & Kollegen und Volkswagen. Als Unterauftragnehmer arbeiten an den Projekten außerdem zahlreiche Universitäts-Institute sowie kleinere und mittelständische Unternehmen. Mit der kontinuierlichen Forschung im Bereich Verkehr und Verkehrssicherheit sollen die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Industrie und die Innovationsfähigkeit des Standorts Deutschland gestärkt werden.

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