Reifenfachhandel will sich als Partner für Flotten empfehlen

Nach Aussagen des Bundesverbandes Reifenhandel und Vulkaniseur-Handwerk e.V. (BRV) hat der Markt für Fahrzeugflotten im vergangenen Jahr wieder an Dynamik gewonnen: Die Zahl gewerblicher Neuzulassungen stieg demnach um 10,1 Prozent auf rund 920.000 Fahrzeuge, wobei von den in Deutschland insgesamt knapp fünf Millionen gewerblich zugelassenen Pkw rund drei Viertel dem Flottenmarkt zuzurechnen seien. Zwei Drittel davon sollen kleineren Fuhrparks angehören, der Rest größeren Flotten mit zehn und mehr Pkw. Allerdings – so der Branchenverband – verschöben sich die Bestandszahlen tendenziell zugunsten des letzteren Segments und damit zulasten der Kleinflotten. „Flottenfuhrparks nutzen meist nicht nur eine Pkw-Marke, oft ist eine große Bandbreite von Fahrzeugen vertreten. Für die jeweiligen Fuhrparkmanager ist dies eine anspruchsvolle Aufgabe, denn schließlich soll jedes der Fahrzeuge gleichermaßen gepflegt und unterhalten werden. In puncto Wartung und Ersatz von Verschleißteilen ist deshalb für Flottenbetreiber und Leasinggesellschaften die Zusammenarbeit mit qualifizierten Dienstleistern, die dieser Vielfalt mit einem entsprechend umfassenden Angebotsspektrum Rechnung tragen können, unerlässlich“, sagt der BRV und meint damit vorrangig natürlich den Reifenfachhandel.

Denn der klassische Reifenfachhandel könne als Partner von Flottenbetreibern und Leasinggesellschaften seine Stärken voll ausspielen, da es traditionell keine Bindungen an die Fahrzeugindustrie gebe und die spezialisierten Reifendienstleister deshalb in der Lage seien, alle Kfz-Marken und Modelle zu bedienen. „Die Bevorratung und Bereitstellung des gesamten Reifenproduktsortiments – für den konkurrierenden Vertriebskanal Autohaus/Kfz-Werkstatt schon aufgrund der benötigten Lagerkapazität ein kaum zu lösendes Problem – ist für jeden Reifenfachhandelsbetrieb selbstverständlich“, ist man bei dem Bonner Verband überzeugt. Hinzu komme, dass der Reifenfachhandel durch die Konzentration auf die immer komplexer werdende Reifen- und Fahrwerkstechnik in den letzten Jahren das Know-how in seinen Kernkompetenzen permanent ausgebaut habe. „Aufgrund dieser Kombination aus Unabhängigkeit einerseits und hoher Fachkompetenz rund um Rad und Reifen andererseits arbeiten Fuhrparkmanager schon seit Jahren mit den großen Reifenfachhandelsgesellschaften und -kooperationen intensiv zusammen“, weiß der BRV zu berichten, wobei die Verträge zwischen den Zentralen der Vertragspartner geschlossen werden und den Reifenersatzbedarf für den Nutzer regeln.

Weitere Vorteile der Zusammenarbeit mit dem Reifenfachhandel sollen sich für Flotten- und Leasingkunden durch bundesweit einheitlich ausgehandelte Konditionen und Serviceleistungen sowie flexible Abrechnungssysteme ergeben. So erfolge die Rechnungsstellung in der Regel in Form einer Zentralrechnung für die bundesweit getätigten Umsätze, wobei digitale Verarbeitungsprozesse mit den neuesten Übertragungstechnologien die Rechnungsprüfung für den Kunden vereinfachen sollen. Die EDV-Systeme der Reifenfachhandelsketten und -kooperationen seien mittlerweile so ausgereift, dass nur die Positionen auf der Rechnung erscheinen könnten, die zuvor zentral verhandelt wurden. Zeitaufwendige und damit Kosten verursachende Rechnungsreklamationen könnten damit auf ein Minimum reduziert werden. Außerdem – so der Branchenverband – hätte der Reifenfachhandel neben den Pneus durchaus noch mehr zu bieten. Genannt wird in diesem Zusammenhang der Service rund um Verschleißteile wie zum Beispiel Auspuff, Scheibenwischer, Bremsen und Stoßdämpfer. Auch Ölwechsel, Achs- und Spurvermessung und Inspektionen gehören vielfach zum Angebotsspektrum. „Und das oftmals sogar zu günstigeren Werkstattstundensätzen als die Vertragsorganisationen der Kfz-Hersteller in Rechnung stellen“, sagt der BRV.

„Der Reifenfachhandel moderner Prägung kann weitaus mehr als nur das Wechseln und Erneuern von Reifen. Sein Rundumserviceangebot, in dem sich ein breites und tiefes Produktsortiment mit hoher technischer Fachkompetenz vereint, macht ihn zweifelsfrei zum idealen Partner für Flottenbetreiber und Leasinggesellschaften“, meint Peter Hülzer, geschäftsführendes BRV-Vorstandsmitglied, angesichts dessen. Umgekehrt lohne sich – sofern noch nicht geschehen – die Spezialisierung auf die Bedürfnisse der Flottenkundschaft allerdings auch für den Reifenfachhandel. Der Einstieg in dieses Marktsegment böte dem Handel – Zufriedenheit der Auftraggeber mit den erbrachten Leistungen vorausgesetzt – „langfristige Kundenbindungsquoten“ und „erhebliches Umsatzpotenzial“. Was genau darunter zu verstehen ist und weshalb der Flottenservice als lukratives Geschäftsfeld abgesehen wird, rechnet der Verband – bezogen allein auf die Bereifungen – zur Verdeutlichung vor. „Experten beziffern den durchschnittlichen Umrüstfaktor für Pkw-Flottenfahrzeuge auf 1,8 Reifen pro Jahr. Das entspricht bei rund 3,7 Millionen Flottenfahrzeugen einem Absatzvolumen von knapp 6,7 Millionen Pneus, wobei tendenziell Premiumprodukte bevorzugt werden“, so der BRV.

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