SW-Reifenhandel startet neuen Onlineshop für Motorradreifen

Schon seit mittlerweile rund fünf Jahren ist die zu point S gehörende SW-Reifenhandel GmbH aus Schweinfurt nur mehr ausschließlich im Motorradreifengroßhandel aktiv. Den Worten von Geschäftsführer Hans J. Bayerl zufolge sieht man sich in diesem Segment inzwischen hinter den Wettbewerbern Krupp und Hohl als Nummer drei im deutschen Markt. Und weiteres Wachstum ist angepeilt. Bezogen auf die Stückzahlen hält Bayerls ein Plus von zehn Prozent im Vergleich zum zurückliegenden Jahr durchaus für realistisch. Insofern verwundert nicht, dass das Unternehmen kräftig investiert hat – nicht nur in ein neues Lager, das schon im Februar den Betrieb aufgenommen hat, sondern auch in einen neuen Webshop, der Mitte März online geschaltet wurde und damit die Vorgängerversion ersetzte.

„Bereits heute werden rund 40 Prozent aller Bestellungen über das Internet bei uns aufgegeben. Und etwa 3.000 Händler haben sich bis jetzt bei uns registrieren lassen“, sagt Bayerl. Dabei betont der Geschäftsführer ausdrücklich, dass der Shop ausschließlich Handelskunden offen steht – Endverbraucher nicht. Der Einzelhandel wurde komplett eingestellt, der Verkauf erfolgt seit dem Jahr 2000 nur noch an den Wiederverkäufer. Dabei war das Unternehmen bis vor fünf Jahren durchaus auch im Hofgeschäft aktiv. „Früher haben wir mit unseren zwei Betriebsstätten in Spitzenzeiten sogar bis zu 50.000 Pkw-Reifen im Jahr abgesetzt“, blickt Bayerl zurück, der seit 42 Jahren in der Reifenbranche verwurzelt ist. Nachdem er zunächst für einen Reifenhersteller gearbeitet hatte und später zum Rang eines Gebietsverkaufsleiters aufgestiegen war, machte sich der heute 62-Jährige 1977 schließlich selbstständig. Seit 1990 spezialisierte sich SW nach und nach auf das Motorradreifengeschäft und den Großhandel bis eben die Filiale vor fünf Jahren verkauft und das Hofgeschäft auch am Stammsitz komplett aufgegeben wurde.

„Wenn der Großhandel funktioniert, dann stört das Endkundengeschäft nur“, ist Bayerl überzeugt. Aber das ist nur einer der Gründe, warum er sich mit seinem Unternehmen auf den Motorradreifengroßhandel fokussiert hat. „Wenn man älter wird, kann man nicht mehr auf allen Hochzeiten gleichzeitig tanzen“, gibt Bayerl zu bedenken. Darum will er nun auch Schritt für Schritt langsam einen seiner insgesamt zehn Mitarbeiter – je fünf im Versand und im Verkauf – als seinen Nachfolger aufbauen. Allerdings merkt man dem quirligen Geschäftsführer beim Rundgang durch den Betrieb an, dass ihm das Geschäft immer noch sehr viel Spaß macht und er noch einiges bewegen will. Davon zeugt unter anderem die jüngst neu errichtete, Luftlinie etwa 800 Meter vom Stammsitz entfernte Lagerhalle, die Platz für 40.000 Motorradreifen bietet. Die Investition allein in das Regalsystem der neuen Halle beziffert Bayerl mit nicht weniger als 80.000 Euro.

Alles in allem gibt er die gesamte Lagerkapazität an beiden Standorten mit rund 50.000 Reifen an. Versandt wird täglich per German Parcel. „Etwa 98 Prozent aller Bestellungen sind so am nächsten Tag beim Kunden“, erklärt der Geschäftsführer. Freilich gilt dies nur für den Versand innerhalb Deutschlands – SW setzt darüber hinaus aber auch im Export so manchen Motorradreifen ab. Vor allem mit Kunden in Italien, Griechenland und zunehmend Polen sei man im Geschäft. Ein Segment, das zukünftig noch stärker ausgebaut werden und einen gehörigen Anteil zu dem anvisierten Wachstum von zehn Prozent in diesem Jahr beisteuern soll. „Unsere Partner wissen unser Know-how und unsere Lieferfähigkeit gleichermaßen zu schätzen“, nennt Bayerl weitere Erfolgsfaktoren seines Unternehmens. Und mit dem neuen Onlineshop könnten die Bestände oder Preisabfragen nun sogar noch schneller und bequemer abgefragt werden.

Unter www.sw-motorrad-reifen.de ist der neue Webshop seit 21. März online. Registrierte Kunden können sich mit ihren Zugangsdaten in das Portal einloggen. Auf der Startseite werden als Besonderheit aktuelle Sonderangebote für bestimmte Reifenmodelle gelistet, über die Preisauskunft kann aber jedes beliebige Fabrikat oder jede in Frage kommende Dimension abgefragt werden. In die Listenansicht sind entsprechende Icons für die Übernahme der Artikel in den Warenkorb oder einen Merkzettel integriert. Im Warenkorb – die bislang aufgelaufene Gesamtsumme wird immer angezeigt, solange der Anwender im Shop eingeloggt ist – können alle Artikel noch einmal überprüft, gelöscht oder gegebenenfalls neue hinzugenommen werden. Erst nach diesem Zwischenschritt kann die Bestellung abgeschickt werden, wobei zuvor nochmals alle relevanten Kundendaten wie beispielsweise voneinander abweichende Rechnungs- und Lieferanschriften kontrolliert werden können.

Die Artikel im Warenkorb können dabei darüber hinaus auch wieder auf den Merkzettel verschoben werden und umgekehrt. Dieser kann damit für eine spätere Bearbeitung herangezogen werden, etwa nach Geschäftsschluss oder am Wochenende. Denn die zuvor hier vermerkten Daten sind nach dem Ausloggen und einem erneuten Einloggen in den Shop sofort wieder verfügbar. Gerade diese neu in den Shop integrierte Merkzettelfunktionalität soll dem Anwender die Arbeit mit seinen Stammartikeln erleichtern, da ohne erneute Suche die Verfügbarkeit und Preise der zuvor eingetragenen Produkte angezeigt werden. „Diese Art eines schnellen Überblicks wird nur bei uns geboten“, ist man bei SW von den Fähigkeiten des neuen Onlineshops überzeugt, der außerdem in einer Auftragsübersicht die Möglichkeit bietet, den aktuellen Status aller Bestellungen zu kontrollieren.

„Gerade in der Saisonspitze kann der Onlineshop den Handel entlasten, da man jederzeit mit dem System arbeiten kann – nicht umsonst haben wir das Motto ‚8.760 Stunden Service für unsere Kunden’ – 365 Tage im Jahr, 24 Stunden am Tag – gewählt“, so Bayerl. Bleibt zu hoffen, dass das Motorradreifenjahr besser für den Handel läuft als 2004, wo die die Absatzzahlen rückläufig waren (siehe NEUE REIFENZEITUNG 2/2005). „Wegen des vergleichsweise langen Winters startet diese Saison zwar später als sonst, aber ich bin dennoch zuversichtlich, was das Motorradreifengeschäft angeht. In der letzten Saison wurde wegen des schlechten Wetters nicht so viel gefahren und so mancher Reifenkauf zurückgestellt, sodass in diesem Jahr eigentlich ein leicht höherer Bedarf da sein müsste“, gibt sich der SW-Geschäftsführer zuversichtlich, auch im Inlandsgeschäft zulegen zu können. „Immer nur jammern hilft nicht, sondern man muss selbst etwas tun“, so seine Devise. Und mit dem neuen Lager sowie dem modernisierten und erweiterten Onlineshop hat Bayerl seine „Hausaufgaben“ scheinbar gemacht.

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