Halbzeit bei der DSST-Wintertour

Im letzten Jahr – überwiegend in den Sommermonaten – hatte Dunlop äußerst erfolgreich eine so genannte DSST-Tour durchgeführt, um den Reifenhandel von den Vorzügen der Notlaufreifen zu überzeugen und mehr als 700 Monteure auf den richtigen Umgang mit dem Produkt und den dazugehörigen Reifendruck-Kontrollsystemen vorzubereiten. Jetzt haben Dunlop-Kundendienst- und DSST-Projektleiter Hans-Peter Glas und sein Team eine entsprechende Wintertour durchgeführt. Denn man habe verdeutlichen wollen, dass Notlaufreifen sehr wohl auch ein Winterthema seien, bekräftigt Marketingmanager Jochen Hoim auf dem Gelände des Fahrsicherheitszentrums des ADAC vor den Toren Lüneburgs. Bei der Wintertour, die Dunlop bundesweit zu fünf Stationen führt, sollten wiederum rund 700 Vertreter des Reifenfachhandels und aus BMW-Autohäusern im sicheren Umgang mit dieser Technlologie geschult werden.

Durchführungsorte der DSST-Wintertour waren in dieser Reihenfolge Kempten (vier Tage), Leipzig (vier Tage), Lüneburg (zwei Tage), Weilerswist (drei Tage) und zum Abschluss Hockenheim (vier Tage) und dort jeweils die lokalen ADAC-Fahrsicherheitszentren. Die Anmeldeliste war so lang wie die im Sommer letzten Jahres, es werden aber einige weniger teilgenommen haben, wenn am Schluss der Tour zusammengezählt wird: Denn in Lüneburg – wo die NEUE REIFENZEITUNG der Veranstaltung beiwohnte – sorgte ein plötzlicher Wintereinbruch mit reichlich Schneefall dafür, dass gar nicht alle das Gelände erreichen konnten. Dabei andererseits: Für die Thematik waren die Umstände ideal: Das neue ADAC-Fahrsicherheitszentrum Lüneburg, für eine Summe von rund 13 Millionen Euro im letzten Jahr erst fertiggestellt, verwandelte sich dank der Witterung von einem guten Testgelände für Winterreifen in ein ideales.

Das Thema Runflats ist beim Reifenfachhandel angekommen, berichtet Hoim. Und auch bei den BMW-Autohäusern, sei ergänzt. Denn BMW schickt sich an, die gesamte Modellpalette auf Reifen mit dieser Sicherheitsausstattung umzustellen und ist damit durch den 1er und den neuen 3er vorgedrungen in die Sphären der Kompaktwagen. Auch der zum Münchner Autokonzern gehörende Mini steht ja bekanntlich auf diesen Reifen. Also waren die meisten für den praktischen Test zur Verfügung gestellten Autos 1er – auch um das neue Auto einmal kennenzulernen – und Mini – auch um ein wenig Fahrspaß zu haben. Der Reifen vorne links an den Fahrzeugen war bei den meisten Testmodulen ohne Luft – zu merken, bestätigten fast alle Teilnehmer übereinstimmend, war das nicht oder bestenfalls nur zu erahnen.

Nicht erahnt hat auch mancher Käufer dieser Fahrzeuge, dass er auf Reifen mit verstärkter Seitenwand unterwegs ist, bis er sein Auto zum Wechsel von der Erstausrüstungs-Sommerbereifung auf M+S-Reifen umrüsten will und beim Fachhandel vorfährt. Hier ist die Qualität des Fachhandels gefragt, der seinen Kunden davon überzeugen muss, dass er mit „günstigen“ M+S-Reifen im Winter fehlbereift ist und eigentlich ein (teureres) Premiumprodukt mit der gleichen Technologie benötigt wie im Sommer. Das ist die Chance für den qualifizierten Reifenfachhandel, sich zu profilieren, ein fundiertes Beratungsgespräch zu führen und den Verbraucher davon zu überzeugen, dass er sich nicht mit einem Billigreifen und selbst mit einer Premiummarke, so sie denn ohne verstärkte Seitenwand angeboten wird, keinen Gefallen tut.

Beim Endverbraucher ist das Thema „Runflats“ noch nicht so recht angekommen, bestätigt auch Jochen Hoim. Auf die Frage, warum selbst BMW das Thema nicht besonders offensiv vermarktet hat, verweist der Manager für Handelsmarketing auf den Autohersteller, der seine Prioritäten selbst und natürlich nach eigenen Ansprüchen setzt. Aber die vielen BMW- und Mini-Fahrer werden die ersten im Markt sein, denen das Thema bewusst wird. Die Weichen sind gestellt, dass Mercedes- und Audi-Fahrer die nächsten sein werden, ist Glas überzeugt. Der Reifenfachhandel tut gut daran, sich des Themas intensivst anzunehmen, sonst darf er sich nicht wundern, wenn die Autohäuser der genannten Fahrzeugmarken dieses Geschäft an sich reißen. Der Siegeszug der Reifen mit verstärkter Seitenwand – ob sie nun DSST (Dunlop Self Supporting Technology) oder anders heißen – ist nicht mehr aufzuhalten.

Dabei tut sich immer noch viel, ist die Entwicklung im Fluss. Ein Beispiel: Sah es noch vor etwa einem guten halben Jahr so aus, als würden direkt messende (teurere) Systeme die (wesentlich günstigeren) indirekt messenden hinter sich lassen, so hat sich der Wind gedreht. Und so berichtet Hans-Peter Glas, dass nach seiner persönlichen Schätzung – und er hat tagein, tagaus mit dieser Thematik zu tun – mehr als 90 Prozent aller Fahrzeuge mit indirekt messenden Systemen ausgestattet sind, so sie denn mit Runflats bereift sind. Er selbst hat auf seinem Fahrzeug ein direkt messendes, „weil es eben mehr kann“.

Die Fehlerquote beim Ersatz eines abgefahrenen seitenwandverstärkten Reifens oder einer Umrüstung von Sommer- auf Winter- bzw. Winter- auf Sommerbereifung ist immer noch zu hoch und Beleg dafür, dass in vielen Werkstätten der Kenntnisstand noch nicht so weit verbreitet ist wie es sein sollte. Insofern sind alle Schulungsmaßnahmen – außer Dunlop auch von anderen Herstellern entwickelt, aber von keinem anderen so forciert – in dieser Hinsicht nur zu begrüßen. Zumal das häufigste Problem, so Glas, darin besteht, dass das System nicht initialisiert wird.

In der (De-)Montagepraxis gibt es vielerlei „Fehlermöglichkeiten“: So weiß der Monteur vielleicht gar nicht, ob ein Sensor im Reifen ist bzw. wo er sich denn genau befindet – und kann ihn mit seinem Montiereisen zerstören. So verleitet die im Gegensatz zu einem konventionellen Reifen wesentlich steifere Seitenwand zum Einsatz roher Gewalt – und führt möglicherweise dazu, dass eine wertvolle Leichtmetallfelge einen üblen Kratzer bekommt. Auf der DSST-Tour kann der Monteur viele kleine Tricks erlernen, die ihn vor solchen Problemen bewahren. Als Demonstrationsobjekt hat Glas – trotz Wintertour – extra einen großdimensionierten DSST-Sommerreifen gewählt, bei dem die (De-)Montage besonders anspruchsvoll ist. Es ist keinem damit bedient, eventuelle Probleme kleinzureden oder unter den Teppich zu kehren.

Beim Thema Sicherheit – und Notlaufreifen gehört dazu – benötigt man ein hohes Maß an Professionalität. Da verwundert es nicht, dass Dunlop ausnahmslos mit qualifizierten Instruktoren und den bestens ausgestatteten Fahrsicherheitszentren des ADAC kooperiert. Die Anlage in Lüneburg ist ein gutes Beispiel, dass Sicherheit ein gefragtes Thema ist: Nach der kräftigen Anfangsinvestition aus dem Vorjahr sind bereits weitere sieben Millionen Euro für den Bau weiterer Strecken und Übungseinheiten für dieses Jahr projektiert: Ob Pkw, Offroader, Lkw/Busse, Motorräder und selbst Fahrräder – für jedes der Mobilität dienende Fahrzeug sind Trainingsmaßnahmen möglich. Dass Dunlop mit dem ADAC so eng kooperiert, hat also in erster Linie etwas mit dem Thema Sicherheit und optimalen Trainingsbedingungen zu tun und erst in zweiter Linie (wenn überhaupt) damit, dass der Reifenhersteller erst vor wenigen Monaten auf eine hundertjährige Mitgliedschaft in dem Automobilklub verweisen kann.

Plattfußfrei durch den Winter

Dunlop verfügt seit Jahren über das wohl größte Lieferprogramm an Reifen mit Notlaufeigenschaften für den Winter. Sowohl der SP WinterSport M2 DSST als auch der SP WinterSport M3 DSST verfügen in zahlreichen Dimensionen über Notlaufeigenschaften. Zur mittlerweile sich dem Ende zuneigenden Wintersaison war das Angebot um einige wichtige Größen erweitert worden.

Dunlop liefert Reifen mit Notlaufeigenschaften an namhafte Fahrzeughersteller, und so ist es selbstverständlich, dass DSST-Winterreifen insbesondere für diese Spezifikationen angeboten werden. DSST-Winterreifen sind unter anderem für den Einsatz beim Mini, BMW 7er, BMW 5er E60, BMW 5er E39, BMW Z4, BMW Z8 sowie für die Mercedes S-Klasse und die Mercedes E-Klasse verfügbar.

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