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Feldversuch zu reflektierender Lkw-Heckwerbung mit Conti-Beteiligung

Continental nimmt mit rund 300 Lkw an einem bundesweiten Feldversuch der Mechatronic GmbH und der Bundesanstalt für Straßenwesen teil. Ziel dessen ist, die Auswirkungen reflektierender Heckwerbung auf die Verkehrssicherheit zu untersuchen. Anders als in Ländern wie beispielsweise Argentinien, Brasilien oder Chile, wo reflektierende Konturmarkierung für Lastwagen Pflicht sind, ist dies noch in keinem europäischen Land der Fall. Ab Januar 2005 wird Italien zwar als erstes Land Europas reflektierende Konturmarkierung für Lkw vorschreiben und auch in Spanien bzw. Griechenland sind entsprechende Gesetze in Vorbereitung, doch im Rahmen des Feldversuches will man sogar noch einen Schritt weiter gehen. Da in Europa reflektierende Konturmarkierungen bzw. Werbung nur auf der Seite von Lkw zulässig sind, soll nun auch geklärt werden, ob leuchtende Heckwerbefolien – wie von Experten erwartet – die Gefahr von Auffahrunfällen reduzieren können. Damit ließen sich zudem gleich zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen. Denn abgesehen von dem Sicherheitsargument gilt das Lkw-Heck zudem als attraktive Werbefläche.

Lastwagen können bei Dunkelheit oder schlechter Witterung leicht übersehen werden, wenn man sich ihnen von hinten nähert – insbesondere bei Regen, wenn die Fahrzeuge den eigenen Sprühnebel wie eine Schleppe hinter sich her ziehen. „Konturmarkierungen und reflektierende Motive auf dem Lkw-Heck helfen, bei schlechter Sicht Auffahrunfälle zu vermeiden“, ist Continental überzeugt, weshalb sich der Hersteller an dem seit Oktober 2004 laufenden Feldversuch beteiligt. Rund 300 Lkw sind seither mit reflektierenden Motiven der Sommer- und Winterkampagne „Reifen mit Fußballstadion“ auf den Seitenflächen und am Heck in ganz Deutschland unterwegs. Die bei der Fahrzeugwerbung verwendeten Folien des Herstellers 3M sollen denen entsprechen, die bereits seit Jahren für die Verkehrsbeschilderung im Einsatz sind. Selbst aus größerer Entfernung und bei schlechtem Wetter strahlen sie laut Conti im Scheinwerferlicht klar erkennbar zurück.

Dass Lkw mit einer reflektierenden Konturmarkierung zu einer Reduzierung von nächtlichen Aufprallunfällen von bis zu 90 Prozent beitragen können, wurde – so der Reifenhersteller – durch mehrere im Auftrag des Bundesministeriums für Verkehr durchgeführte Studien von der TU Darmstadt nachgewiesen. Und die Bundesanstalt für Straßenwesen gehe davon aus, dass auf Autobahnen und Landstraßen – insbesondere durch eine verbesserte Erkennbarkeit nach hinten – im Jahr 2001 750 Lkw-Unfälle mit Personenschäden (1.100 Verunglückte, 60 Tote) vermeidbar gewesen wären. Allerdings sind in Deutschland bisher nicht einmal ein Prozent der Lkw reflektierend ausgestattet, sagt Conti und beruft sich dabei auf Expertenschätzungen. Um die reflektierende Konturmarkierung für Transportunternehmen und werbende Unternehmen attraktiver zu machen, dürfe deshalb seit 2001 zwar auf den Lkw-Seiten auch reflektierende Werbung angebracht werden – nach wie vor jedoch nicht am Heck.

Dabei gilt gerade dieser Bereich des Fahrzeugs als die attraktivste Werbefläche. Bislang führen Kritiker der Nutzung des Lkw-Hecks wie eine „fahrende Litfaßsäule“ als Argument an, dass dadurch hinter dem Lastwagen herfahrende Verkehrsteilnehmer abgelenkt werden könnten. Genau darum geht es nun bei dem seit Oktober laufenden Feldversuch mit Conti-Beteiligung. Als Vorteile reflektierende Lkw-Werbung führt die Marketingabteilung des Reifenherstellers unter anderem an, dass sie ist auch nachts zu sehen ist, wenn die sonst üblichen Schriftzüge kaum zu erkennen sind. Die Werbebotschaften auf Lkw-Hecks hätten außerdem eine deutlich längere Kontaktzeit mit den Autofahrern als beispielsweise Anzeigen mit Zeitschriftenlesern. „Lkw sind für uns als Werbeträger ein attraktiver Baustein im Marketingmix. Wir erreichen unsere Kunden dort, wo sie unser Produkt einsetzen – auf der Straße“, bestätigt Bernhard Bamberger, der als Leiter Marketing Pkw-Ersatzgeschäft verantwortlich für die Wahl dieser Werbeform ist. „Die Fahrzeuge sind mit dem auffälligen Continental-Branding kaum zu übersehen, und zahlreiche Autofahrer können sich gut an unsere Werbebotschaft erinnern.“

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