Pirelli mit stark verbesserter 9-Monats-Bilanz

Der Pirelli-Konzern hat den Nettogewinn (net income) in den ersten neun Monaten des aktuellen Geschäftsjahres auf 229 Millionen Euro geschraubt, nachdem vor Jahresfrist noch ein Minuszeichen vor der Zahl 33 Millionen stand. Beim Operating Profit (EBIT) legte Pirelli um 42 Prozent zu und erreichte 279 Mio. Euro. Der Gruppenumsatz wurde um 7,7 Prozent auf 5,305 Mrd. Euro gesteigert. Auf den Gehaltslisten Pirellis standen am 30.9. 37.476 Menschen (nach 36.337 vor einem Jahr), 3,1 Prozent vom Umsatz gibt Pirelli zur Zeit für Forschung und Entwicklung aus. Sehr gut hat sich wiederum die Reifensparte gehalten, die wesentlich zum Konzerngewinn beigetragen hat mit einem EBIT von 217 Mio. Euro (plus 25 Prozent).

Den Reifenbereich betreffen darüber hinaus auch gewichtige Investitionsentscheidungen, die der Verwaltungsrat des Konzerns heute genehmigt hat: So wird Pirelli über das Jointventure einer mit Continental betriebenen Stahlcordfabrik eine Großinvestition in Rumänien zur Produktion von High-Performance-Reifen tätigen und insgesamt 110 Millionen Euro in 2005 bis 2007 in Rumänien ausgeben. In China investiert Pirelli in den nächsten drei Jahren mehr als 150 Millionen Euro, hat ein so genanntes „Memorandum of Understanding“ unterzeichnet, das ein Jointventure zur Produktion von Lkw-Radialreifen beinhaltet; darüber hinaus sind ein Werk für Pkw-Reifen und eines für Stahlcord im Land der Mitte in Planung; Partner Pirellis in China ist die Aeolus Tyre Co. Ltd., die Investitionen erfolgen in der Provinz Henan. In Brasilien werden die Investitionen in Höhe von 80 Millionen Euro in die Expansion des neuen Werkes in Bahia ebenso fortgesetzt wie eine neue Produktionslinie für Radialreifen im zweiten Werk Gravatai in Angriff genommen werden. Für die MIRS-Fertigungstechnologie entstehen drei neue Produktionslinien in Deutschland, Großbritannien und den USA, die in der ersten Jahreshälfte 2005 in Betrieb gehen sollen.

Die Reifensparte vermeldet mit 2,448 Milliarden Euro (nach 2,25 Mrd.) einen gesteigerten Umsatz, der allerdings auch durch Wechselkurseinflüsse positiv beeinflusst war. Das ausgelieferte Volumen stieg um 8,4 Prozent, für das Preismix hat Pirelli ein Plus von 2,4 Prozent errechnet. Beim EBITDA vermeldet die Reifensparte 351 Millionen Euro (14,3 Prozent der Verkäufe) nach 311 Millionen (13,8 Prozent der Verkäufe in 2003). Der Reifenbereich erzielte einen Operating Profit in den ersten neun Monaten in Höhe von 217 Mio. Euro (nach 174 Mio. in 2003). Die Geschäftseinheit Reifen beschäftigte am 30. September 21.531 Personen (nach 20.437 vor einem Jahr).

Zwar wird das Pirelli-Ergebnis ganz wesentlich von der Reifensparte getragen, aber auch der Bereich Energiekabel und -systeme zeigte sich stark. Telekommunikationskabel und -systeme konnten zwar ebenfalls ein gutes Zahlenwerk vermelden, werden aber durch den starken Preisdruck auf Glasfaserkabel in Mitleidenschaft gezogen. Für den Bereich Energie- und Telekommunikationskabel und -systeme sieht Pirelli ein Interesse von institutionellen Investoren, ein (auch teilweiser) Verkauf der Sparte würde frisches Geld in die Kasse spülen und neue strategische Optionen eröffnen. Pirelli plant unter anderem die bestehende Beteiligung an Olimpia, den größten Gesellschafter an Telecom Italia, aufzustocken.

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