Michelin und die Michelin „Challenge Bibendum“ in China

Der 1998 eingeführte und inzwischen weltgrößte Wettbewerb „Challenge Bibendum“ für besonders umweltverträgliche Fahrzeuge fand in diesem Jahr erstmals in China statt. Schauplatz des Informationszentrums für zukunftsweisende Antriebstechnologien war der erst drei Wochen zuvor mit einem Formel-1-Rennen eröffnete Shanghai International Circuit. Die von 100 Firmen, Forschungsinstituten und Universitäten gemeldeten 143 Fahrzeuge bedeuten neuen Rekord in der Geschichte der „Challenge Bibendum“ und repräsentierten insgesamt neun Antriebssysteme und Kraftstoffe: Elektroantrieb, Hybridtechnologie, Solarenergie, Brennstoffzellenantrieb, Erdgas und Flüssiggassysteme, Biodiesel sowie andere Diesel- und Benzinmotoren. Michelin selbst war mit zwei Konzeptfahrzeugen am Start. Der Michelin HY-LIGHT fährt ausschließlich mit erneuerbarer Energie. Im zweiten Fahrzeug – Michelin CONCEPT – ist die gesamte Mechanik durch elektronische Steuerungen ersetzt. Im Rahmen des Wettbewerbs müssen die Teilnehmer möglichst niedrige Emissionen, geringen Kraftstoffverbrauch und reduzierte Geräuschentwicklung unter Beweis stellen. Da die Gewinner getrennt nach Antriebs- und Fahrzeugart ermittelt werden, gibt es keinen Gesamtsieger.

Michelin eröffnete 1998 eine so bezeichnete Repräsentanz in Peking und schloss 1995 mit der in Shenyang sitzenden STGF ein erstes Jointventure, das die Produktion von Pkw- und kleinen Lkw-Reifen bereits ein Jahr später aufnahm. Seit 1999 werden in Shenyang auch Lkw-Reifen gebaut. Michelin hält an der unter Michelin Shenyang Tire Co. Ltd. (MSTC) firmierenden Gemeinschaftsfirma inzwischen 70 Prozent der Anteile. Zusammen mit der Shanghai Tire and Rubber Co. Ltd. (STRC) dem größten chinesischen Reifenhersteller, gründete Michelin im Jahr 2001 die Shanghai Michelin Warrior Tire Co. Ltd. (SMW). Das Unternehmen produziert und verkauft Reifen der Marken Warrior und Michelin sowie seit 2003 auch Reifen der Marke BFGoodrich. In einer dritten, in Shanghai gelegenen Fabrik wird Stahlcord hergestellt. Insgesamt beschäftigt die Michelin-Gruppe nun mehr als 5.000 Menschen im Reich der Mitte.

Michelin steuert alle Aktivitäten von Shanghai aus und hat sechs weitere über das Land verstreute Verkaufsbüros. 60 Prozent der Verbraucher kennen den Namen Michelin – bei den so genannten Meinungsbildnern sogar zu mehr als 90 Prozent. Und in den Augen nahezu all dieser Leute hat Michelin ein ausgesprochen positives Image. Der Vertrieb in China läuft derzeit bereits über mehr als 1.000 anerkannte Michelin-Händler. Im vorigen Jahr hat Michelin den Startschuss für die eigene Handelskette Tyre Plus gegeben, zu der bis zum Ende diesen Jahres über 150 Outlets zählen sollen. Über welches Potenzial die Gruppe verfügt, zeigt sich an den Zuwachsraten des letzten Jahres: Im Erstausrüstungsgeschäft mit schweren Lkw-Reifen wurde ein Wachstum von 58 Prozent gegenüber dem Vorjahr erreicht, während die Pkw-Division (inklusive kleine Lkw-Reifen) im Ersatzmarkt um „nur“ 16 Prozent zulegen konnte. Wie in anderen Teilen der Welt, hat Michelin ein eigenes Schulungszentrum (in Peking) und pflegt Partnerschaften mit Universitäten. So mit der Tongji University in Shanghai und der China European International Business School (CEIBS) in Shanghai, der Michelin einen Lehrstuhl für „Leadership and Human Resource Management“ sponsert.

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