Nicht Wrackteile, sondern Kerbs Ursache für Reifenausfälle in Spa?

Erst wurden spitze Wrackteile von Unfällen anderer Fahrzeuge für die ungewöhnlich häufigen Reifenschäden beim Formel 1-Rennen am letzten Wochenende in Spa-Francorchamps verantwortlich gemacht, Michelin hält es jedoch nach ersten Analysen für möglich, dass eine ganz bestimmte Stelle der Strecke und hier die scharfkantigen Begrenzungen (Kerbs) für die Reifenschäden verantwortlich seien.

Michelins F1-Projektmanager Pascal Vasselon wird von „Home of F1“ mit der Vermutung zitiert, dass die scharfen Kerbs am Eingang der Schikane („La Chicane“) für die Reifenausfälle verantwortlich sein könnten. Zumal die Probleme am rechten Hinterreifen mit David Coulthard, Juan-Pablo Montoya und Jenson Button gleich von drei Piloten zu beklagen waren. Das Schadensbild weiche von einem Reifenplatzer (beispielsweise nach Überfahren eines spitzen Gegenstandes) oder bei einem strukturellen Fehler ab, in solch einem Fall wird der Reifen sehr stark zerstört („badly damaged“). Für Michelins Motorsportdirektor Pierre Dupasquier kann es kaum ein Zufall sein, dass dreimal fast identische Reifenprobleme aufgetreten sind.

Zu den Reifenausfällen haben sich unter anderem auch Ferrari-Teamchef Jean Todt, Jenson Button und sein Teamchef Dave Richards (BAR) anlässlich der Vorgänge in Spa-Francorchamps geäußert. Laut Todt habe Ferrari von der ungewöhnlich starken Reifenbelastung in Spa gewusst und sei deswegen bei der Geschwindigkeit nicht ans Limit gegangen. Button und Richards haben Michelin in ungewöhnlich deutlicher Form aufgefordert, das Problem zu klären. Richards lässt Michelin Zeit bis zum nächsten Grand Prix in Monza, Button nur bis zur nächsten Testrunde. Dass die Kerbs für die Reifenschäden verantwortlich sein könnten, glaubt Richards nicht, denn Jenson Button sei gar nicht darüber gefahren.

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