Seit hundert Jahren Profilreifen von Continental

Hundertjähriges Jubiläum im Hause Continental: 1904 brachte das seinerzeit als „Continental Caoutchouc- und Gutta – Percha Compagnie“ firmierende Unternehmen den ersten Pkw-Reifen mit Laufstreifenprofil auf den Markt. Die Fahrer der wenigen damals in Deutschland zugelassenen Autos schätzten besonders das schnellere Anfahren und Halten durch bessere Traktion und Bremsleistung sowie das Vermeiden des Schleuderns bei nassen Straßen durch die Profilreifen aus Hannover. Heute sind Profilreifen im Straßenverkehr vorgeschrieben. Mit vielfältigen Konstruktionen bringen die Reifenentwickler unterschiedlichste Anforderungen wie gute Haftung, Wasserableitung, Komfort, niedrigen Rollwiderstand und hohe Laufleistung auf die Straße.

Profillose Reifen sind heute aus dem Straßenverkehr verbannt und nur noch im Motorsport zu finden. Bis 1904 war es jedoch üblich, auf „Slicks“ unterwegs zu sein. Aber je schneller die Autos wurden, desto mehr Probleme brachten die Reifen mit profilloser Lauffläche bei den Fahreigenschaften und der Fahrsicherheit. Sechs Jahre nachdem die Fertigung von Luftreifen für Automobile begonnen hatte, kamen 1904 die ersten Profilreifen von Continental auf den Markt. Inspiriert wurden die Techniker von den bereits zehn Jahre zuvor erfolgreich eingeführten profilierten Fahrradreifen „Modell anti-slipping“.

Zunächst wurden die neuen Profilreifen an den Hinterrädern der Autos montiert und sorgten dort für besseres Brems- und Fahrverhalten als es die bisher aufgezogenen glatten Luftreifen bieten konnten. Die „epochemachende Neuheit“ – wie der profilierte Laufstreifen damals in einer Annonce genannt wurde – erfreute sich bald großer Beliebtheit.

Die damals über einen Meter hohen und maximal neun Zentimeter breiten Autoreifen hatten Fülldrücke von mehr als sechs bar. Dies verhinderte das Abspringen des äußerst schmalen Reifens von der Felge. Der hohe Fülldruck machte die Reifen jedoch hart und die Fahrt auf den ohnehin schlechten Straßen unkomfortabel.

Anfangs des letzten Jahrhunderts brachten Reifen eine Laufleistung von etwa 500 Kilometer – und selbst die ließen sich nicht ohne Reparaturen der Reifen bei längeren Autofahrten erreichen. Erst die Beimischung von Ruß Jahre später machte die Reifen widerstandsfähiger. Heute erreichen Standardreifen oftmals das Hundertfache an Laufleistung.

Die Längsrillen auf der abgeflachten und erhöhten Lauffläche von damals sind natürlich nicht mit den Profilen von heute vergleichbar: Durch ihre ausgefeilte Konstruktion bedeuten moderne Reifenprofile einen hohen Aufwand beim Bau der Reifenheizformen. Aber nach wie vor ist die wichtigste Aufgabe des Profils die Verdrängung von Wasser, das nach Niederschlägen auf der Fahrbahn steht und den Bodenkontakt der Reifen beeinträchtigt. Daher waren die Pneus bereits vor hundert Jahren als „tatsächlich wirksames Mittel gegen das Schleudern bei nassem Wetter“ sehr hilfreich für Autofahrer. Elf Dimensionen verzeichnet ein bis heute erhaltenes Prospekt – inzwischen hat die Lieferpalette von Continental gut 2.200 Positionen alleine bei Pkw- und 4×4-Reifen.

Seit 1904 hat sich bei den Reifen einiges getan: von Block- und Rippenprofil bis hin zum laufrichtungsgebundenen Pfeilprofil, ausgeklügelter Profilblockgeometrie, Fein-Lamellierung, computer-optimierter Pitchfolge, „Cross Linked Sipes“ und Wabenlamellierung sowie asymmetrischer Gestaltung entwickelten Continental-Techniker für unterschiedliche Einsatzarten differenzierte Profile. Für Pkw gibt es Reifen für Wagen der Kompakt-, Mittel- und Oberklasse sowie für 4×4-Fahrzeuge. Sport- und Supersportreifen mit Freigaben bis zu 360 km/h setzen sich auch in ihrem Profil von den Produkten für Kom-paktwagen und Limousinen deutlich ab. Vans und Trans-porter erhalten eigens für höhere Lasten und besondere Einsatzarten konzipierte Reifen. Winterreifen für alle Fahr-zeuge unterscheiden sich beim Profil und in der Mischung deutlich von Sommerreifen.

Hundert Jahre Profilreifen von Continental sind eine Geschichte, die fortgeschrieben wird. Heute steht das komplexe Zusammenspiel von Reifenunterbau, Laufflächenmischung und Profilgestaltung im Mittelpunkt der Reifenentwicklung. Je besser diese unterschiedlichen Bauteile aufeinander abgestimmt sind, desto sicherer, komfortabler und langlebiger ist ein Reifen. Verbraucher und Erstausrüstungskunden erwarten schließlich ein optimales Produkt, das auf ihre Erwartungen hin zugeschnitten ist.

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