Vorschläge von Michelin zu F1-Regeln

Erstmals geht einer der Reifenhersteller in der Abrüstungsdiskussion der Formel 1 in die Offensive. Michelin verspreche geringere Rundenzeiten, mehr Überholmanöver und über 50 Prozent Kosteneinsparung, meldet auto motor und sport.

Dem Vorschlag, den Reifen einer fünfte Rille zu verpassen, um die Rundenzeiten zu senken, erteilt Michelin eine Absage, Michelin-Sportchef Pierre Dupasquier plädiere dagegen für einen anderen Weg, so ams: Künftig sollen einem Fahrer für Qualifying und das gesamte Rennen nur noch ein Satz Reifen zur Verfügung stehen. Damit sei man gezwungen, deutlich härtere Mischungen zu verwenden. Das reduziere die Haftung, dadurch sinke die Geschwindigkeit, folgert Dupasquier. Zudem sei das Überholen leichter, weil harte Reifen weniger Gummiabrieb produzieren und so der Fahrbahnbelag auf und neben der Ideallinie nicht mehr so stark variieren würden. Damit entspricht er einer Anregung, die Patrick Head vom Team BMW Williams gemacht hatte, das auf Michelin-Reifen fährt.

Nach Michelin-Vorstellungen sollten pro Rennwochenende zwischen zwei und vier Reifensätze pro Auto ausgegeben werden. Ob zwei oder nur ein Reifentyp zur Verfügung stünden, sei noch zu diskutieren. Michelin spricht sich zudem für die Bestückung aller Kunden mit identischen Pneus aus. Bei Testfahrten sollen, wie von der Technik-Kommission angeregt, sechs Reifensätze pro Auto und Tag ausgegeben werden. „Ich bin sicher, dadurch können wir die Einsatzkosten für Reifen um über 50 Prozent reduzieren“, meint Dupasquier.

Laut Konzern-Chef Edouard Michelin böten sich drei Vorteile: mehr Sicherheit, geringere Kosten und mehr Spektakel (weil mehr Überholmanöver, d. Red.). Zudem hebt Michelin hervor, dass man damit exakt den Wünschen der Sportbehörde entspreche. Michelin möchte mit der eigenen Initiative auch einen Vorschlag von FIA-Präsident Max Mosley abbiegen, der vor etwa zwei Monaten angeregt hatte, durch die Reduzierung auf einen exklusiven Reifen-Hersteller für alle Teams das Wettrüsten zu beenden. Bridgestone hat signalisiert, dass man auch ohne Gegner in der Formel 1 bleiben möchte, Michelin wolle dagegen, so ams, unbedingt gegen Konkurrenz antreten.

0 Kommentare

Schreiben Sie einen Kommentar

An Diskussionen teilnehmen
Hinterlassen Sie uns einen Kommentar!

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.