„Proxes T1-R“ von Toyo löst „Proxes T1-S“ ab

Unmittelbar vor der Markeinführung auf der Reifenmesse 2004 hat der japanische Reifenhersteller Toyo das Nachfolgemodell des „Proxes T1-S“ vorgestellt. Die Erwartungen des Herstellers an den neuen „Proxes T1-R“ sind dabei hoch, soll er doch nahtlos an die Testerfolge seines Vorgängers anknüpfen. Der sportlich orientierte „T1-R“ soll diesen schrittweise ersetzen, in mehreren Stufen auf den Markt kommen und im Endausbau des Lieferprogramms in mehr als 80 Dimensionen angeboten werden. Die Dimensionspalette reicht dabei von 14 bis hinauf zu 21 Zoll, mit Querschnittsverhältnissen von 55 bis 25 Prozent sowie Geschwindigkeitsindizes von V bis Y. Im Beisein der Geschäftsführung der deutschen Toyo-Dependance konnte sich ein Kreis ausgewählter Fachjournalisten auf dem ATP-Testgelände in Papenburg einen ersten Eindruck von dem neuen Produkt verschaffen.

„Bei der Entwicklung des Pneus standen nicht nur exzellentes Handling und hervorragende Nässeeigenschaften im Vordergrund, sondern vor allem auch ein niedriges Geräuschniveau“, erläutert Wilhelm Höppner, Leiter Technik und Öffentlichkeitsarbeit bei der Toyo Reifen GmbH. Um diese Anforderungen miteinander zu vereinen, setzte der Hersteller bei der Neukonstruktion an mehreren Stellen gleichzeitig an. Dies fängt bereits beim Reifenunterbau an. So ist laut Toyo die besonders feste Rayon- oder Polyester-Karkasse für die Traktion sowie die Lenkpräzision des Pneus mit verantwortlich, während dehnfähige/flexible Gürtellagen für gute Handlingeigenschaften zuständig sind.

Endlos-Nylonbandagen in der Lauffläche und der Schulter sollen demgegenüber einen präzisen Rundlauf sowie die Hochgeschwindigkeitsfestigkeit des Pneus sicherstellen. In die gleiche Richtung zielt die Verwendung einer besonders dehnfähigen Gürtelverstärkungslage. Für ein direktes und exaktes Lenkverhalten des „Proxes T1-R“ setzte Toyo nach eigenen Worten auf einen stabilen Wulstaufbau und verwendete einen hochfesten Kernreiter. Zum Schutz hochwertiger Felgen hat der Hersteller aber auch eine entsprechende Felgenschutzleiste nicht vergessen zu berücksichtigen.

Hand legten die Toyo-Entwickler allerdings auch beim Profil des neuen Reifens an. Es ist zwar wie sein Vorgänger nach wie vor von einer V-förmigen Anordnung der Hauptprofilrillen gekennzeichnet, zusätzlich weist es jedoch auch breite umlaufende Längsrillen auf. „Eine effiziente Wasserableitung aus der Aufstandsfläche ist Voraussetzung für eine hohe Aquaplaningsicherheit. Durchgehende breite Profilrillen sorgen für eine optimale Entwässerung“, erklärt Höppner. Diese Maßnahme schlägt sich daher vor allem in der Verbesserung der Nässeperformance wieder.

Im Vergleich zum „Proxes T1-S“ hat die Toyo-Testabteilung auf der hauseigenen Teststrecke bzw. dem MIRA Proving Ground in Großbritannien jeweils um neun Prozent bessere Werte in den Disziplinen Nassbremsen bzw. Nasshandling gemessen. Der Newcomer „T1-R“ war dabei jeweils in der Größe 225/45 ZR17 auf einem BMW 325i montiert. Gleich um satte 25 Prozent (siehe auch Tabelle) soll der Neue bei den Handlingeigenschaften auf trockener Fahrbahn zugelegt haben.

Um das Trockenhandling weiter zu verbessern, setzte man auf stabile Schulterblöcke mit gleichmäßiger Abstützung und einer tiefen Querprofilierung. Diesem Ansatz attestieren die Techniker aus dem Hause Toyo außerdem einen gleichmäßigeren Abrieb des Pneus, mehr Laufruhe sowie eine höhere Laufleistung. „Die neue Profilgestaltung mit stabilerem Schulterbereich und höherer Blockfestigkeit bringt zudem deutliche Vorteile beim Bremsen“, so Höppner. Des Weiteren biete die geschlossene Reifenschulter eine hohe Kurvenstabilität. „Außerdem wirkt eine solche geschlossene Konstruktionsweise der Sägezahnbildung in den Schulterblöcken entgegen. Im Vergleich zum ‚Proxes T1-S’ konnten wir auf diese Weise die Sägezahnbildung auf rund die Hälfte verringern“, ergänzt Höppner.

Folglich liegt der „T1-R“ auch in den Disziplinen Geräusch und Kilometerlaufleistung teilweise deutlich vor seinem Vorgänger. Im Zusammenwirken mit der so genannten „Multi-Pitch“-Profilanordnung verspricht Toyo für den „T1-R“ sogar „eine extrem niedrige Geräuschentwicklung bis zur Verschleißgrenze“. Einen weiteren Beitrag zu der im Vergleich zu seinem Vorgänger höheren Kilometerleistung soll indes die neue Silica-Laufflächenmischung leisten. Ihr schreibt der Hersteller eine höhere Festigkeit zu, sodass in der Folge mit einer geringeren Hitzeentwicklung im Reifen zu rechnen sei und dadurch die Lebensdauer des Reifens positiv beeinflusst werde. Günstig – so der Hersteller – wirkt sich die verbesserte Mischung aber zudem auf das Trockenhandling sowie den Nässegrip aus.

Dass dies nicht nur Worthülsen sind, davon konnten sich die nach Papenburg eingeladene Fachpresse auf dem dortigen ATP-Testgelände überzeugen. Um einen Eindruck von den Qualitäten des neuen Pneus zu bekommen, ließ der Hersteller ihn auf ansonsten identischen Fahrzeugen gegen zwei etablierte Wettbewerbsprodukte antreten –auf der Fahrdynamikplatte, beim Nasshandling und auf der Trockenhandlingstrecke. Dabei merkte man den Toyo-Vertretern vor Ort an, wie überzeugt sie von ihrem neuen Produkt sind. Man hatte fast den Eindruck, dass es dem Hersteller gar nicht schnell genug gehen kann, den neuen „T1-R“ in einem ersten offiziellen Reifentest von beispielsweise AutoBild oder ADAC motorwelt gegen die Konkurrenz antreten zu sehen.

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