Demo gegen Contis Schließungspläne

Über 200 Mitarbeiter von Continental haben am Freitag in Hannover gegen die geplante Schließung und Verlagerung ihrer Standorte Kirchheim und Landsberg protestiert. Die demonstrierenden Continentäler sowie die Gewerkschaft IG Metall warfen der Konzernspitze rüdes Vorgehen und die Abkehr von Standortvereinbarungen vor.

Allerdings dürfte die geplante Verlagerung von Tätigkeiten nach Berlin, Nürnberg und auf die Philippinen kaum noch zu verhindern sein. Zwar seien die Gespräche mit Mitarbeitern und Betriebsräten noch nicht abgeschlossen, zitiert vwd einen Sprecher des Unternehmens. Die Chancen auf eine Rücknahme der Pläne seien aber „nicht groß“.

Continental hatte eine Neuordnung ihrer Sensoren-Sparte und die Bündelung ihrer Kompetenzen im Bereich Elektroantriebe beschlossen. Von der für Anfang 2005 geplanten Schließung der Senoren-Standorte sind nach Angaben des Unternehmens 197 Arbeitsplätze in Kirchheim/Teck und neun in Ottobrunn betroffen. 45 Arbeitsplätze sollen nach Frankfurt und Nürnberg verlagert werden, weitere Arbeitsplätze würden den Beschäftigten an anderen deutschen Standorten angeboten. Für die übrigen Mitarbeiter sei ein Sozialplan vorgesehen, heißt es. Die in Kirchheim angesiedelte Fertigung von Fahrwerks-und Seitenairbagsensoren ist künftig in Manila vorgesehen.

Vertrieb und Entwicklung für Fahrwerks- und mikromechanischen Sensoren sollen in Frankfurt zusammengeführt, Aktivitäten für Ölzustandssensoren nach Nürnberg verlagert werden. Continental begründet die Neuorganisation mit dem gestiegenen Wettbewerb und dem daraus resultierenden Preisverfall. Das Unternehmen verfüge für die benötigte Produktion von Sensoren in großen Stückzahlen nicht die aktuelle Technik. Aus diesem Grund sei es günstiger, die Sensoren von der Halbleiterindustrie zu kaufen. Die dann nur noch verbleibende Montage der Sensoren in Kirchheim rechne sich wegen der hohen Lohnkosten nicht.

Bereits im Dezember 2003 hatte der Reifen- und Technologiekonzern beschlossen, seine Kompetenzen im Bereich Elektroantriebe zu bündeln. So sollen bis Ende 2004 alle Aktivitäten des Standortes Landsberg nach Berlin und Nürnberg verlegt werden. Es rechne sich nicht, die Kompetenz eines Bereiches parallel an mehreren Standorten zu halten, begründete ein Sprecher die Entscheidung. Den in Landsberg 150 Beschäftigten würden Arbeitsplätze in Berlin und Nürnberg angeboten.

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