„Giftige“ und „giftfreie“ Reifen: ÖAMTC kritisiert Panikmache

In die Debatte um „giftige“ und „giftfreie“ Reifen hat sich nun auch der ÖAMTC eingeschaltet. Der österreichische Automobilklub steht den in Zusammenhang mit der Thematik „in einer reißerischen Fernsehsendung“ gemachten Äußerungen des deutschen Umweltbundesamtes (UBA) kritisch gegenüber, weil darin „eine angebliche Studie zum Anlass genommen wurde, die Menschen mit Horrorzahlen über Krebs erregendes Benzo(a)pyren und andere polyzyklische, aromatische Kohlenwasserstoffe in Reifen zu verunsichern“.

Fakt sei vielmehr, dass diese mit PAH bezeichneten Stoffe aus Reifen freigesetzt maximal zwei Prozent der sonstigen PAH-Konzentration in der Luft ausmachen würden. „Nur werden diese Bestandteile von Weichmacherölen eben nicht freigesetzt. Sie sind vielfach zwar für die Herstellung von Gummimischungen in Verwendung, werden aber vielfach noch im Prozess ausgeblasen“, weiß der ÖAMTC. Somit gelangten die PAHs also gar nicht in die Umwelt. Weiterer Kritikpunkt des Automobilklubs: „Bislang hat das UBA die in dem Fernsehbeitrag genannte angebliche wissenschaftliche Arbeit nicht herausrücken wollen – niemand kennt sie, niemand hat sie.“

Als nach eigenen Angaben einzige Testorganisation lässt der ÖAMTC regelmäßig die Gummimischungen in den „besten Labors der Welt“ prüfen, weil man wissen wolle, welche Stoffe in den Reifen enthalten sind. PAH findet sich den Analysen zufolge frei überhaupt nicht und in gebundener Form eher selten. Dies hänge mit Kautschuk, Rohstoffen und Polymeren zusammen und vor allem mit der „schwarzen Magie“ so bezeichneter „New Filler“ – neuer Stoffe, die gar keine bisher bekannten Öle als Weichmacher brauchen, dafür aber ganz neue Herstellungsmethoden.

„Michelin gibt an, bei Lkw-Reifen überhaupt kein PAH mehr zu verwenden, und dort ist der Abrieb zehnmal so hoch. Auch gute Winterreifen haben längst keine solchen Öle mehr“, argumentiert Willy Matzke, Projektleiter Reifenforschung im Ressort Verkehr & Umwelt des ÖAMTC. Wer die jeweils besten Reifen aus den Tests des Automobilklubs verwende, tue das Richtige – mehr könne man derzeit nicht für die Umwelt tun. „Wenn wir Umweltprobleme entdecken, dringen wir auf rasche Abstellung, die Verunsicherung der Menschen war für uns noch nie dafür notwendig“, so der ÖAMTC.

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