Geländewagen brauchen beim Bremsen echte Winterreifen

In der ersten Dezemberwoche dieses Jahres prüfte ein halbes Hundert erfahrener Motorjournalisten in einem von Michelin, Renault und Nissan am Timmelsjoch in Österreich veranstalteten Winter-Workshop das Fahr-verhalten verschiedener Automobile und Geländewagen auf schneebedeckter Fahrbahn. Die Auto- und Reifentester verglichen das Leistungsvermögen von ganz neuen und teilweise abgefahrenen Winterreifen, ermittelten das Anfahr- und Bremsvermögen von Off-Road-Fahrzeugen bei der Ausrüstung mit M+S-markierten Ganzjahresreifen und echten Winterreifen, beurteilten die Wintereignung von allradgetriebenen Kompakt-Fahrzeugen mit Sommer- oder Winterreifen und die eines leistungsstarken Sportwagens. Weil alle Tests messtechnisch sehr genau erfasst wurden und die persönlichen Werte der professionellen Autotester zu einem einheitlichen Resultat verdichtet wurden, haben die Ergebnisse eine hohe Aussagekraft.

Beim Leistungstest von vier Reifenmarken, von denen neue Reifen mit gebrauchten Exemplaren verglichen wurden, die auf einem gut motorisierten Familienwagen auf der angetriebenen Vorderachse schon etwa 10.000 Kilometer zurückgelegt hatten, stellte sich heraus, dass die Michelin-Winterreifen des Typs Alpin A2 mit nur 5,5 Prozent die geringste Leistungseinbuße erlitten, während die vergleichbaren Produkte wichtiger Wettbewerber in ihren Schneeleistungen zwischen 5,8 und 12,0 Prozent verloren. Das bestätigt einmal wieder die klassische Michelin-Philosophie, dass eine hohe Kilometerlaufleistung von Reifen nicht nur einen wirtschaftlichen Vorteil bedeutet, sondern auch positive Auswirkungen auf das Leistungsvermögen der Bereifung hat.

Noch gravierender fielen die Resultate beim Vergleich von echten Winterreifen und von M+S-markierten Ganzjahresreifen auf Geländewagen aus. Während die gemeinhin als besonders wintertauglich geltenden Off-Roader mit den Ganzjahresreifen beim Anfahren nur bis zu vier Prozent schlechter abschnitten als mit echten Winterreifen, lagen sie in der Bremswirkung – bei der sich auch ihr vergleichsweise hohes Gewicht fatal bemerkbar macht – um 22 Prozent hinter den mit echten Winterreifen erzielbaren Werten. Dies bedeutet, dass bei einer Bremsung aus 50 km/h der mit einem Allwetterreifen ausgerüstete SUV mit einer Restgeschwindigkeit von über 32 km/h an der Gefahrenstelle vorbeirauscht, an der der optimal mit Winterreifen ausgerüstete Wagen bereits steht. Weil Geländewagen auf Ganzjahresreifen auch normalen, winterbereiften Automobilen hoffnungslos unterlegen sind und unter winterlichen Fahrbedingungen im dichten Verkehr zum Risiko werden können, empfiehlt auch der ADAC für Off-Roader im Winterbetrieb den Wechsel von Ganzjahres- auf Winterreifen.

Dass der Allrad-Antrieb die Winterreifen keineswegs ersetzen kann, zeigte auch ein Vergleich eines leistungsstarken Sportwagens mit einem wendigen, allradgetriebenen Kompaktwagen auf einem Handling-Kurs. Auf Sommerreifen konnte der Allradler dem auf breiten Winterreifen angetretenen Sportwagen nicht enteilen, erst als er mit Winterreifen bestückt wurde, konnte er sein überlegenes Antriebskonzept ausspielen.

Mit diesen Resultaten bestätigten sich auch wieder die Erkenntnisse früherer Winter-Workshops von Michelin: Für sicheres Fahren auf winterlichen Fahrbahnen sind gute Winterreifen in jeder Fahrzeugkategorie unverzichtbar.

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