Michelin startet Initiative zur Wirtschaftsförderung

Reifenhersteller Michelin geht in Deutschland mit einem Wirtschaftsförderprogramm für mittelständische Betriebe an den Start und hat extra für diesen Zweck die Michelin Development GmbH mit Sitz in Homburg gegründet. Über dieses Tochterunternehmen sollen auch außerhalb der eigenen Werkshallen Arbeitsplätze geschaffen werden – im nächsten Jahr mindestens 75. „Der Mittelstand ist das Rückgrat der deutschen Wirtschaft. Wir wollen dazu beitragen, diesen Wirtschaftszweig nachhaltig zu stärken“, erklärt Jürgen Eitel, Geschäftsführer der Michelin Development GmbH, die Beweggründe für diesen Schritt. Kostenlos unterstützen will man im Rahmen des Projektes demnach industrienahe Betriebe oder Existenzgründer in einem Umkreis von 50 Kilometern rund um die Michelin-Standorte Solingen, Bad Kreuznach, Homburg, Trier, Karlsruhe und Bamberg.

Dabei helfen Mitarbeiter der neuen Michelin-Tochter beispielsweise bei praktischen Fragestellungen und Unternehmensanalysen. Für technische, organisatorische und betriebswirtschaftliche Fragen werden den Unternehmen Experten aus dem Konzern zur Seite gestellt. Die Initiative will die geförderten Betriebe bei der Verbesserung interner Abläufe unterstützen und mittels des eigenen Netzwerks bei der Suche nach neuen Partnern oder potenziellen Kunden Hilfestellung leisten. Über die praktischen Hilfen hinaus bietet das Förderprogramm – so Michelin wörtlich – „Unternehmen mit Perspektiven“ auch finanzielle Unterstützung an. Als strategischer Partner wird in diesem Zusammenhang ein „örtliches Kreditinstitut“ genannt, das Finanzierungshilfen zu besonders günstigen Konditionen gewähre. Um Investitionsanreize zu schaffen und den eigenen Wirtschaftsstandort zu stärken, sollen die Zinsen der geförderten Darlehen um etwa 50 Prozent unter den marktüblichen Zinssätzen liegen.

Um in den Genuss der Förderung kommen zu können, müssen die Firmen innerhalb von drei Jahren fünf neue Mitarbeiter einstellen. Durch diese Maßnahme will man im ersten Jahr mindestens 75 neue Stellen schaffen, im zweiten über 180, und in den Folgejahren sollen an allen sechs Standorten über 500 neue Arbeitsplätze entstehen. Das Wirtschaftsförderprogramm gibt es unter dem Namen „SIDE“ bei der Michelin-Konzernmutter in Frankreich bereits seit 1990 – dort entstanden seither nach Aussagen des Reifenherstellers weit über 9.000 Arbeitsplätze. „Aufgrund der positiven Bilanz weiten wir das Förderprogramm nun – neben Deutschland – auch auf sieben weitere europäische Länder aus“, so ein Michelin-Sprecher.

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