Apollo schwenkt von Conti auf Michelin um

Bislang hatte Continental mit dem Reifenhersteller Apollo Tyres in technologischer Hinsicht kooperiert, jetzt schwenken die Inder um und gründen gemeinsam mit dem französischen Reifenhersteller Michelin, der sich auch an Apollo beteiligt, ein Jointventure und wollen eine Fabrik nach den modernsten Standards errichten.

Apollo Tyres (zwei Werke in Baroda und Perambra) ist einer von drei marktführenden Reifenherstellern in Indien, wo es noch rund zwei Dutzend weitere unabhängige einheimische Hersteller gibt sowie mit Bridgestone und Goodyear zwei der großen internationalen Konzerne bereits engagiert sind. Michelin hatte sich bereits in den letzten Jahren nach Möglichkeiten umgesehen, im Lande ein eigenes Reifenwerk zu errichten, aber die sich zeigenden Alternativen bislang immer wieder verworfen.

Dabei gilt Indien als ausgesprochener Wachstumsmarkt, in dem zahlreiche größere Straßenverkehrsprojekte initiiert sind. Die Radialisierung im Pkw-Segment liegt zwar inzwischen bei 75 Prozent, aber mit weniger als zwei Prozent hängt das Marktsegment Lkw- und Bus-Reifen noch weit zurück. Innerhalb von drei Jahren wolle man den Anteil moderner Lkw-Radialreifen auf fünf Prozent steigern, so Apollo-Chairman Onkar S. Kanwar.

Unter dem Namen Michelin Apollo Tyre Ltd. haben beide Partner ein Jointventure gegründet, an dem Michelin mit 51 Prozent die Mehrheit hält. Für die neue Nutzfahrzeug-Reifenfabrik, die im September 2005 die Produktion aufnehmen soll, werden derzeit Standorte in den drei Bundesstaaten Maharashtra, Karnataka und Tamil Nadu erkundet. Das Jointventure beinhaltet von vornherein auch die Vermarktung der Reifen.

Darüber hinaus hat Michelin ca. 28 Millionen US-Dollar für einen 14,9-prozentigen Anteil an Apollo ausgegeben. Michelin wird dem indischen Partner künftig auch technologische Hilfe bei der Produktion von Pkw-Radialreifen gewähren. Michelin-Chef Edouard Michelin wird mit den Worten zitiert, man wolle in Indien indisch, in Frankreich französisch und in China chinesisch sein und man glaube die richtigen Produkte für die schwierigen Konditionen auf dem indischen Markt zu haben.

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