Wer bremst besser, Auto oder Straßenbahn?

Nach Informationen von Goodyear passieren im Schnitt in Deutschland zwei Unfälle pro Tag zwischen Autos und Straßenbahnen, da die meisten Autofahrer sowohl die Geschwindigkeit als auch den Bremsweg der Bahn unterschätzen. Außerdem seien Straßenbahnen im Vergleich zum Auto wesentlich leiser, sodass der Autofahrer, der bei einer Kollision mit einem der 40-Tonnen-Kolosse meist den Kürzeren ziehe, sie häufig erst sehr spät wahrnehme. Das „Sat.1 Goodyear Automagazin“ ist der Angelegenheit auf den Grund gegangen und hat die Bremswege von Auto und Bahn verglichen. Als Test- und Drehort wurde mit der Hahnenstraße ein typisches Innenstadtszenario der Millionenmetropole Köln gewählt, wo Schiene und Straße parallel verlaufen. Für die nächtlichen Bremstests hatten die Kölner Verkehrsbetrieben (KVB) einen gelb-blauen Sonderzug zur Verfügung gestellt, der gegen einen Ford Mondeo auf Goodyears Eagle NCT 5 antrat. Beide Fahrzeuge mussten sich in drei Testläufen bei Geschwindigkeiten von 15, 30 und 60 km/h beweisen.

Ergebnis: Während das Auto nach einer Bremsung aus 60 km/h längst steht, kommt die 40 Tonnen schwere Bahn erst knapp 30 Meter und damit beinahe eine gesamte Zuglänge später zum Stehen. Welche Auswirkungen dies auf einen eventuell im Weg stehenden anderen Verkehrteilnehmer gehabt hätte, ist leicht nachzuvollziehen. Bei geringeren Geschwindigkeiten wurde die Differenz der Bremswege zwischen Straßenbahn und Auto zwar kleiner, dennoch brauchte das Schienenfahrzeug jeweils immer die längere Distanz, um zum vollständigen Stillstand zu kommen. Bei einer Geschwindigkeit von 30 km/h hielt das Auto nach 3,7, die Tram nach 7,6 Metern, bei Tempo 15 waren es 1,2 beziehungsweise 3,9 Meter. „Bei 30 km/h vier Meter mehr – auf den ersten Blick gar nicht so viel. Aber wenn es tatsächlich zu einem Unfall kommt und man sitzt in einem Auto, in das die Straßenbahn fährt, und die bleibt erst vier Meter später stehen – das heißt eine komplette Autolänge –, dann kann das über Leben und Tod entscheiden“, bringt Sat.1-Autotester Jörg Schlockermann die Ergebnisse auf den Punkt.

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