Deloitte & Touche sieht Continental als „High Performer“

Im Rahmen der Internationalen Automobil-Ausstellung (IAA) Personenkraftwagen hat die Prüfungs- und Beratungsgesellschaft Deloitte & Touche eine weltweit durchgeführte Benchmark-Studie zum Thema „Supply Chain Management in der Automobilindustrie“ vorgestellt, welche die Gestaltung der Wertschöpfungskette in der Automobilindustrie vom Lieferanten über den Hersteller bis zum Kunden im internationalen Vergleich analysiert. Die Continental AG wird von Deloitte & Touche als eines der an der Studie teilnehmenden Unternehmen zu den so genannten „High Performern“ gezählt, die im Vergleich mit anderen Herstellern fast doppelt so profitabel arbeiten. Begründung: In allen Konzernbereichen besteche Conti durch intensive Zusammenarbeit mit Lieferanten und Kunden, die „optimierte Abläufe und Kostenstrukturen in der Wertschöpfungskette mit sich bringt“.

Eine wesentliche Erkenntnis der Studie ist, dass die operative Leistungsfähigkeit von Supply Chains in der Automobilindustrie deutlich höher ist als in anderen verarbeitenden Industrien. „Allerdings schlägt sich dieser operative Vorteil nicht in besseren finanziellen Ergebnissen nieder“, so Heinz-Josef Hermes, Partner bei der Deloitte & Touche-Managementberatung. Eher das Gegenteil sei der Fall, da die durchschnittliche Rentabilität in der Automobilindustrie sogar um rund 20 Prozent unterhalb derjenigen der gesamten verarbeitenden Industrie liege, was die Unternehmensberatung auf den intensiveren Wettbewerb und den damit einhergehenden Kostendruck zurückführt. Folglich erwartet Deloitte & Touche, dass die Unternehmen verstärkt auf die operative Optimierung ihrer Supply Chains setzen und auch der Trend zur Globalisierung weiter anhält.

Laut der Studie dehnen die Produzenten dabei ihre Absatzgebiete vorrangig auf die Märkte Nordamerika und Westeuropa aus. Im Bereich der Entwicklung halte die USA zwar ihre Spitzenposition, jedoch folge China bereits auf dem zweiten Platz. Auch als Beschaffungs- und Produktionsstandort werde China überdurchschnittlich oft genannt: Die Hälfte der befragten Unternehmen wollen demnach ihre Einkaufsaktivitäten in China steigern. Zudem gaben insbesondere die europäischen Unternehmen an, zukünftig verstärkt im osteuropäischen Raum beschaffen und produzieren zu wollen. Durch die Verlagerung in Niedriglohnländer werde jedoch ein höheres Fehlerrisiko befürchtet, weshalb die Sicherstellung einer hohen Qualität von den produzierenden Unternehmen der Automobilindustrie als wichtigste Aufgabe angesehen werde.

Die Studie zeigt zudem, wodurch sich so genannte „High Performer“ im Automobilsektor auszeichnen. Darunter versteht Deloitte & Touche Unternehmen, die im Vergleich mit anderen Herstellern fast doppelt so profitabel arbeiten. Sie investieren demnach deutlich mehr in neue Technologien zur Steuerung von Supply Chains, wodurch ihnen bessere Daten über das eigene Unternehmen zur Verfügung stünden und sie beispielsweise auch über Herstellungs- und Lagerbestandskosten oder Kunden- und Produktprofitabilität genauer informiert seien. „High Performer“ führen – so die Unternehmensberatung – Einkauf und Beschaffung fünfmal häufiger über das Internet durch als ihre Konkurrenten, und verglichen mit normalen Unternehmen tauschen sie mehr als doppelt so oft Daten mit Lieferanten via EDI aus. Besonders auffällig sei außerdem, dass „High Performer“ intensiv mit ihren Kunden kooperieren – speziell in den Bereichen Qualitätsverbesserung, Kostenreduktion, Bestandsmanagement und strategische Planung bestehe dabei meist eine enge und intensive Zusammenarbeit.

Die Continental AG wird von Deloitte & Touche als eines der an der Studie teilnehmenden Unternehmen zur Gruppe dieser „High Performer“ gezählt. „Continental besticht durch intensive Zusammenarbeit mit Lieferanten und Kunden, die optimierte Abläufe und Kostenstrukturen in der Wertschöpfungskette mit sich bringt“, urteilt die Managementberatung. Das gelte für alle Konzernbereiche, Continental Automotive Systems ebenso wie Pkw- und Nutzfahrzeugreifen sowie ContiTech. „Zu den Erfolgsfaktoren für eine wesentliche Verbesserung des Supply Chain Managements zählen Investitionen in Technologie. Außerdem hat Continental auf prozessorientierte Organisationsformen gesetzt, die Effizienz aller Unternehmensbereiche und Prozesse steht ständig auf dem Prüfstand und wird dem entsprechend laufend optimiert“, so Deloitte & Touche weiter. Als ein Beispiel wird in diesem Zusammenhang eine optimierte Steuerung in der Reifenproduktion genannt. Sie berücksichtige sowohl den Bedarf der Kunden aus der Automobilindustrie für die Erstausrüstung, als auch Bestellungen der Händler für das Ersatzgeschäft. Dabei seien beide Kundengruppen elektronisch eng in das System eingebunden, wodurch eine kostspielige Lagerhaltung ebenso vermieden werde wie Lieferengpässe.

„Die wesentliche Basis für den wirtschaftlichen Erfolg des Konzerns liegt vor allem in drei Grundsätzen: Erstens bilden wir Unternehmen im Unternehmen, die bestimmte finanzielle Vorgaben erreichen müssen. Zweitens messen und steuern wir die Wertschöpfung in allen Bereichen in einem kontinuierlichen Prozess. Und drittens dehnen wir den Low-Cost-Ansatz über die Produktion konsequent auch in andere Bereiche aus“, nennt Dr. Alan Hippe, Finanzvorstand der Continental AG, die Ausgangspunkte des Vorgehens. Die eindrucksvolle Entwicklung des Aktienkurses belegt seinen Worten zufolge den Erfolg dieses Ansatzes und unterstreiche die Einordnung Contis als „High Performer“. Dennoch sieht Heinz-Josef Hermes auch für „High-Performer“ durchaus noch Verbesserungsmöglichkeiten. „Viele ‚High Performer‘ sind auf dem richtigen Weg, ohne ihre Potenziale bereits voll auszuschöpfen. Trotz Globalisierung wird die Supply Chain meist nur lokal und auf Werksebene optimiert. Zudem können neue Produkte aufgrund inflexibler Supply Chains häufig nicht schnell genug auf den Markt gebracht werden.“

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