Reiff-Gruppe blickt “verhalten optimistisch” in die Zukunft

2002 war gesamtwirtschaftlich betrachtet ein Jahr der Stagnation und beim Reifenhändler und Runderneuerer Reiff ein Jahr der Konsolidierung. Vor allem der Rückgang des Bruttosozialproduktes im Kernmarkt Baden-Württemberg ließ einen Wachstumskurs weder bei Reifen und Autotechnik noch bei Technischen Produkten zu, schreibt das Reutlinger Unternehmen in seinem Geschäftsbericht 2002. Mit 243 Millionen Euro nahm der Umsatz um zwei Prozent leicht ab. Die Mitarbeiterzahl ging ebenfalls leicht zurück (0,8 %). Das Reifengeschäft blieb mit 138 Millionen Euro Umsatz leicht über dem Vorjahresniveau. Der Verkauf von technischen Produkten und Elastomerformteilen ging auf 104,6 Millionen Euro (- 4,5 %) zurück. Für diesen Rückgang sei hauptsächlich die sehr schwache Investitionsgüter-Konjunktur in Baden-Württemberg verantwortlich gewesen, heißt es weiter im Geschäftsbericht der Reiff-Gruppe. Das Ergebnis konnte trotz des leichten Umsatzrückgangs auf Vorjahresniveau gehalten werden. Angesichts der schwierigen Gesamtkonjunktur sei Reiff damit zufrieden. Einem Sommerreifenrückgang in Höhe des allgemeinen Marktverlaufs stand ein zufriedenstellendes Wachstum bei Winterreifen von zehn Prozent gegenüber. Mit dieser Entwicklung habe Reiff im Segment Winterreifen Marktanteile gewonnen. Von diesem Marktanteilszuwachs haben Neureifen und die eigenproduzierte Marke Condor profitiert. Allerdings sei der Preiswettbewerb bei Condor-Reifen durch die Schließung einer Wettbewerbsproduktion und deren Ausverkauf besonders hart gewesen. Erfreulich war insgesamt, dass die Dienstleistungen bei Pkw sich sehr positiv entwickelt haben. Das heißt, auch wenn die Kunden keine neuen Reifen gekauft haben, haben sie ihren Wechsel bei Reiff durchführen lassen; dies sei ein Hinweis auf eine hohe Kundenbindung. Darüber hinaus ist das Geschäft mit Auto-Service-Dienstleistungen wie Ölwechsel, Auspuff, Bremsen, Stoßdämpfern weiter wachsend. Ausgesprochen zufrieden war Reiff mit dem Alurad-Geschäft. Gegenüber dem stagnierenden Gesamtmarkt wuchs Reiff zweistellig. Hier machten sich Beratungsleistung und ein großes Sortiment mit hoher Lieferfähigkeit positiv bemerkbar. Mit dem Nutzfahrzeugreifengeschäft war man bei Reiff zufrieden. Es gelang vor allem in der Runderneuerung (Bandag) wieder zu wachsen. Dies sei eine Folge der hohen Qualität dieser Reifen sowie der Sparbemühungen der Kunden der Bauindustrie und des Transportgewerbes, schreibt Reiff. Die zunehmende Nachfrage nach Bandag-Reifen führte im zweiten Halbjahr zu einer normalen Beschäftigung im Condor-Werk, nachdem in den ersten sechs Monaten Kurzarbeit angesagt war. Auch die Nachfrage nach Lkw-Dienstleistungen verlief wie in den Vorjahren deutlich wachsend. Immer mehr Kunden konzentrierten sich auf ihr eigentliches Geschäft, den Verkauf von Logistikleistungen, und lassen die Reifendienstleistungen vom Profi vornehmen. Reiff ist mit der Kooperation großer mittelständischer Reifenhändler “Team” an über 400 Standorten in Deutschland präsent. Die ersten Monate in diesem Jahr seien ordentlich angelaufen, heißt es im Geschäftsbericht weiter. Die Reiff-Gruppe erwartet in allen Produktgruppen ein leichtes Wachstum. Sorge bereiten im Nutzfahrzeugreifengeschäft die zunehmenden Insolvenzgefährdungen im Speditionsbereich. Vor allem die Maut, die im zweiten Halbjahr im Speditionsgewerbe eingeführt wird, werde zu weiteren Belastungen führen. Spediteure, die im Wettbewerb diese Mautkosten nicht durchsetzen können, werden vom Markt verschwinden, schätzt man bei Reiff im Reutlingen. Daher sei es besonders wichtig, bei den gesunden und wachsenden Transportunternehmen vertreten zu sein. Nach Jahren stagnierender bis leicht rückläufiger Fahrleistungen von Pkw setzt sich wieder eine stärkere Nutzung des Pkw durch. Vor allem Urlaubsreisen werden in diesem Jahr häufiger mit dem Auto durchgeführt. Dies führt zu einer positiven Nachfragesituation für Sommerreifen und auch bei Winterreifen geht Reiff nach dem guten Wetterverlauf Anfang dieses Jahres von einer leicht wachsenden Nachfrage nach Winterreifen aus. Außerdem geht Reiff davon aus, dass die Konjunktur im vierten Quartal wieder anzieht und sich insgesamt eine bessere Stimmung breit machen wird. Die Reiff Elastomertechnik GmbH, der Spezialist für Gummi-Metallverbundteile für die Automobilindustrie, konnte mit 18,3 Millionen Euro seinen Plan für 2002 erfüllen. Durch Sondereffekte in 2001 lag dieser Umsatz 6,4 Prozent unter Vorjahr. Die Produktionsbetriebe Betzingen und Wannweil waren mit durchschnittlich 151 beschäftigten Mitarbeitern sehr gut ausgelastet. Es konnte ein zufriedenstellendes Betriebsergebnis erzielt werden. Die Reiff-Gruppe insgesamt ist für das Jahr 2003 verhalten optimistisch und geht davon aus, ein Umsatzwachstum in der Größe zwischen vier bis fünf Prozent erzielen zu können. Um ein überproportionales Ergebniswachstum zu erreichen, seien die Kosten weiter unter verschärfter Kontrolle. Vor allem die Personalkosten spielten eine herausragende Rolle. Mit dieser Erwartung will Reiff seine in beiden Geschäftsbereichen führende Rolle auf dem deutschen Markt weiter festigen, heißt es abschließend.

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