Alain Prost “Botschafter” der Marke Uniroyal

Seit mehr als dreißig Jahren wird bei der mit Ausnahme von Nordamerika zum Continental-Konzern gehörenden Marke Uniroyal an dem Image des “Regenspezialisten in Europa” gefeilt. In diesem Jahr will man der Entwicklung nach Unternehmensaussagen “eine neue Dynamik” verleihen. Im Zuge dessen hat die Continental AG im Rahmen ihrer Multi-Marken-Strategie entschieden, markenspezifische Marketingabteilungen zu gründen und Pierre Guirard aus Frankreich zum Verantwortlichen der Marke Uniroyal in Europa zu ernennen. Seine Aufgaben umfassen die Koordination der Produktaktivitäten, des Marketings, Vertriebs und der Kommunikation in den verschiedenen Ländern und die Dynamisierung von Uniroyal bei den Partnerhändlern. Um diesen Anspruch erfüllen zu können, will Uniroyal neue Produkte für Pkw und Transporter entwickeln, das Segment Regenreifen verstärken sowie parallel dazu die technologischen Kompetenzen der Marke vorantreiben und das “Fun-Image” der Marke stärken. Mit dabei helfen soll nicht zuletzt auch der neue “Botschafter” für die Marke Uniroyal, den der Conti-Konzern mit dem Ex-Formel 1-Fahrer und Teamchef Alain Prost für diese Aufgabe verpflichten konnte. Eine Komponente dabei ist der so genannte “Funcup”. Bei dieser vor sechs Jahren in Belgien ins Leben gerufenen Rennserie ist die Reifenmarke Uniroyal seit 1997 offizieller Partner und Reifenlieferant. Gefahren wird bei den über vier, sechs, acht, zwölf oder gar 25 Stunden führenden Langstreckenrennen, die von zwei- bis achtköpfigen Mannschaften bestritten werden, auch auf italienischen, französischen und britischen Rennstrecken. Als Fahrzeuge kommen dabei Boliden im modifizierten Käfer-Kleid zum Einsatz. Seit der Gründung dieser für viele zugänglichen Motorsportformel wurden 160 “Funcup”-Renner gebaut, die regelmäßig ihre Meisterschaftsläufe in Belgien, Italien, Frankreich und Großbritannien austragen. “Die Kosten für eine Saison bleiben überschaubar: weniger als 50.000 Euro für das Jahr 2003 mit drei bis fünf Fahrern im Durchschnitt. Mit sechs Rennen im Programm gilt der ‚Funcup’ als die preisgünstigste Rennserie der Welt pro Kilometer”, so ein Uniroyal-Sprecher. ”Zwischen dem Freizeitvergnügen Kartfahren und dem Automobilsport klaffte eine Lücke. Daher wurde vor sechs Jahren in Belgien der ‚Funcup’ aus der Taufe gehoben”, wird die Motivation zur Gründung dieser ungewöhnlichen Rennserie erklärt, die sich im Kreise der Motorsportenthusiasten einer stetig wachsenden Beliebtheit und Anhängerschaft erfreuen und für ein packendes Racevergnügen sorgen soll. Schließlich werden Stimmung, Teamwork und Fahrvergnügen als die Eckpfeiler des Konzeptes gesehen, das – nomen est omen – natürlich auch dem Spaßfaktor einen großen Stellenwert beimisst. Uniroyal ist eigenen Aussagen zufolge stolz, diesen für “seine tolle Atmosphäre und seine weitsichtige Rennformel renommierten Wettbewerb” mit geprägt zu haben. Zu den Erfolgsgaranten des “Funcups” zählten der unveränderte Look der Fahrzeuge, die Stabilität des technischen Reglements und die konstanten Preise, während der bunte Teilnehmermix und die Tatsache, dass über den rein sportlichen Aspekt hinaus nichts riskiert wird, gleichzeitig zu einer entspannten Atmosphäre beitrage. Die kleinen “Funcup”-Renner weisen nahezu alle Merkmale richtiger, reinrassiger Rennboliden auf: Polyesterkarosserie, Gitterrohrrahmen, zentrale Fahrposition, Mittelmotor mit immerhin 130 PS bei nur 760 Kilogramm Gewicht – allein damit ist schon jede Menge Action auf den Pisten möglich. Dabei ist der Rennkäfer nicht ausschließlich Profis vorbehalten. Dank eines gutmütigen Fahrverhalten soll er auch Anfängern ein hohes Maß an Sicherheit bieten. Alle in den diversen Meisterschaften eingesetzten “Funcup”-Autos kommen aus der Werkstatt von Dubois Racing und unterliegen strengen technischen Kontrollen. Da es sich um einen Markenpokal handelt, sind alle Fahrzeuge identisch. Allein die Abstimmung und das fahrerische Talent machen den Unterschied aus. Identisch ist deshalb auch die Bereifung aller Fahrzeuge: Das gesamte Feld wird mit dem Uniroyal “Rain Sport 1” aus der normalen Serienproduktion ausgerüstet. Der “Rain Sport 1” von Uniroyal ist ein Sommerreifen, der mit einem sportlichen Profil überzeugen will. Seine Laufstreifengestaltung mit doppelter Pfeilung ist für eine zuverlässige Verdrängung des Wassers und damit idealen Schutz vor Aquaplaning zuständig. Ein stabiles Schulterdesign erlaubt Aussagen der Entwickler zufolge eine optimale Kraftübertragung bei gleichzeitig außergewöhnlicher Lenkpräzision und Handlichkeit. Die Silika-Mischung des “Rain Sport 1” zeichnet für eine perfekte Haftung und den Schutz gegen die Risiken nasser Straßen verantwortlich und macht diesen Reifen – so Uniroyal – “zum idealen Partner bei hohen Geschwindigkeiten”. Der Rain Sport 1 ist mit den Geschwindigkeitsindizes H/V/W (bis 210/240/270 km/h) erhältlich – beim “Funcup” wird er vorne in der Dimension 195/50 R15 V auf einer Sieben-Zoll-Felge montiert, hinten kommt die Größe 205/50 R15 V auf einer Acht-Zoll-Felge zum Einsatz. Mehr als 2.000 Reifen sind nach Angaben des Reifenherstellers während einer Saison auf den Rennstrecken wie Magny-Cours, Dijon, Monza, Silverstone etc. für maximalen Grip zuständig. Allein für den Saisonhöhepunkt der “25 Stunden von Spa-Francorchamps” vom 11. bis zum 13. Juli lieferte Uniroyal über 600 Pneus für die mehr als 750 Rennfahrer auf 120 “Funcup”-Autos aus ganz Europa (Frankreich, Italien, Belgien, Großbritannien, Niederlande) an die Strecke. Davon gingen übrigens allein 25 Fahrzeuge in den Farben von Uniroyal an den Start, in diesem Jahr sogar erstmals zwei Wagen aus Deutschland. Insgesamt hatte Uniroyal nicht weniger als 160 Fahrer (Händler, Journalisten und Kunden) eingeladen, die sich – von Kopf bis Fuß im Uniroyal-Look – der Herausforderung des Ardennenkurses stellten. Events wie dieser bieten schließlich eine Gelegenheit, das Image der Marke aus dem Continental-Konzern in Richtung “Fun” weiterzuentwickeln. Deshalb plant Uniroyal, in zahlreichen europäischen Ländern eine zusätzliche “Incentive-Dynamik” rund um den “Funcup” zu schaffen. Darüber hinaus hat der Conti-Konzern mit Alain Prost einen “Botschafter” für die Marke Uniroyal gewinnen können, der zukünftig an verschiedenen Produktvorstellungen (z.B. Markteinführung des “Rallye 540”-Nachfolgers) und anderen Veranstaltungen des Herstellers (Funcup, Seminare usw.) teilnehmen oder technisches Feedback in der Endabstimmung neuer Produkte und deren Positionierung im Markt beisteuern wird. Einer der Gründe, warum die Wahl auf Prost fiel, ist demnach vor allem in dessen Bekanntheit im Automobilsektor zu sehen. Denn aufgrund seines technischen und professionellen Images und seiner Kompetenz (Entwicklung, Werke, Vertrieb, Administration) könne er außerdem zur Mitarbeitermotivation beitragen, den Uniroyal-Handelspartnern Impulse vermitteln und nicht zuletzt auch dazu beitragen, dass das Image eines Champions mit der Marke Uniroyal assoziiert wird. Immerhin kann der vierfacher Formel 1-Weltmeister (1985, 1986, 1989, 1993) Alain Prost nicht weniger als 199 Grand Prix-Starts, 33 Pole Positions, 41 schnellste Runden sowie 51 Siege vorweisen. In der Königskasse des Motorsports machte Prost zuletzt nach der Übernahme des Rennstalls Ligier im Jahre 1997 als Teamchef bzw. -besitzer des Prost Grand Prix-Teams von sich reden, bis er im letzten Jahr dieses Abenteuer beendete und von der Formel 1-Bühne abtrat. Zu Beginn diesen Jahres feierte Prost in der Eisrennserie “Trophée Andros”, die exklusiv von Continental mit Reifen ausgerüstet wird (vgl. NEUE REIFENZEITUNG 12/2002), mit vier Podiumsplätzen in acht Rennen – darunter ein Sieg in Sherbrooke – sein Renncomeback. Auch in der Saison 2003/2004 wird der Pilot wieder in der “Trophée Andros” starten, dann am Steuer eines Toyota “Corolla Silhouette”. Bis dahin widmet sich Prost als Botschafter der Marke Uniroyal in Europa aber zunächst dem “Funcup”. Die “25 Stunden von Spa-Francorchamps” markierten den offiziellen Start der Partnerschaft zwischen der “Marke mit dem Regenschirm” und dem ehemaligen Formel 1-Fahrer. Mit Alain Prost sieht sich Uniroyal als “Referenzmarke des mittleren Segments in Europa” positioniert. “Die Continental AG entspricht hiermit den Anforderungen der Verbraucher in diesem wettbewerbsintensiven, vom Preis-Leistungsverhältnis bestimmten Reifensektor”, so der Reifenhersteller.

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