Augen auf beim Kfz-Teilekauf im Internet

Autofahrer, die Pkw-Ersatzteile per Internet kaufen, sollten auf die Qualität und Identität der angebotenen Ware achten – empfiehlt jedenfalls der TÜV. “Grundsätzlich müssen es nicht immer Originalersatzteile des Fahrzeugherstellers sein, viele Teilehersteller sind renommierte Unternehmen wie Bosch oder Sachs”, erläutert Bert Korporal von der TÜV Nord Straßenverkehr GmbH. Es gäbe aber auch schwarze Schafe: Produktpiraterie sei ein Risiko, das auch vor den Originalersatzteilen der Fahrzeughersteller nicht Halt mache. Der Fahrzeugfachmann empfiehlt deshalb, Ersatzteile aus dem Internet vor dem Kauf besonders kritisch zu betrachten. Bei Teilen, die auf die Fahrzeugsicherheit Einfluss haben, wie Bremsen, Stoßdämpfer und Reifen, gelte in jedem Fall die Faustregel “Günstig ist gut, sicher ist besser”. So müssen beispielsweise Bremsbeläge mit dem EG-Genehmigungszeichen oder der Prüfnummer des Kraftfahrtbundesamt ausgestattet sein. “Wichtig ist, dass sich diese Angaben auf dem Ersatzteil selbst und nicht bloß auf der Verpackung befinden”, so Korporal. Auch Tuningteile wie Alufelgen oder Auspuffrohre sollten nur dann im Internet bestellt werden, wenn eine Allgemeine Betriebserlaubnis für Fahrzeugteile (ABE) oder ein Teilegutachten beiliegen. Anderenfalls kann es zu unliebsamen Überraschungen kommen: “Gibt es keine Unterlagen für die Teile oder passt die Zuordnung zwischen Ersatzteil und Pkw nicht, dürfen das neue Alurad oder der sportliche Fahrzeugsitz nicht eingebaut werden”, so Korporal. Produktpiraten liefern Informationen des TÜV zufolge Ersatzteile in Ausführungen und Verpackungen, die äußerlich selbst für Experten kaum von den Originalen zu unterscheiden seien. “Bei Bremsen, Lenkung- und Fahrwerksteilen ist es deshalb sicherer, beim Vertragshändler zu kaufen. Ein Indiz für gefälschte Teile können extrem günstige Preise oder Internet-Adressen aus dem Ausland sein, aber darauf kann man sich nicht immer verlassen”, sagt Korporal. Nach Aussagen des Marktforschungsinstituts Enigma GfK haben im vergangenen Jahr schließlich rund 1,5 Millionen Bundesbürger Kfz-Ersatzteile im Internet bestellt.

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