Reifendruck-Kontrollsystem TSS von Beru jetzt auch für Lkw

Ein zu geringer Reifendruck ist häufig Ursache von Pannen und schweren Unfällen. Das Reifendruck-Kontrollsystem Tire Safety System (TSS) der Beru AG überwacht permanent den Reifendruck – während der Fahrt und auch im Stand. Das System warnt den Fahrer zuverlässig bei zu geringem Druck und bei Reifenschäden. Bei Reifenschäden so frühzeitig, dass Unfälle – etwa durch einen geplatzten Reifen – vermieden werden können. Das System stellt somit einen wichtigen Beitrag zur Verkehrssicherheit dar. Es wurde bereits von großen Automobilherstellern für die Serienausrüstung in Pkw freigegeben. Jetzt ist das TSS auch für den Serieneinsatz in der Erstausrüstung bei Nutzfahrzeugen aller Klassen – einschließlich Anhänger und Auflieger – verfügbar. Eine batteriegespeiste Radelektronik im Inneren des Reifens misst in kurzen Intervallen Druck und Temperatur im Reifen. Zusammen mit der individuellen Kennung der Elektronik im Rad und den Angaben über die Restlebensdauer der Batterie werden diese Werte in Datentelegrammen per Funk an die Antenne gesandt, wo sie dann in ein digitales Signal umgeformt und zur Auswertung an das zentrale Steuergerät gesendet werden. Das Steuergerät wertet die Datentelegramme aus, erkennt den Absender und entscheidet, ob der Fahrer informiert werden muss oder nicht. Überwacht wird jedes Rad separat. Dabei wird der Luftdruck durch einen Temperaturfaktor auf den Normdruck umgerechnet. Der Sollwert des Reifendrucks wird vom Fahrer durch Tastendruck oder werksseitig als fahrzeugspezifischer Solldruck vorgegeben, wobei eine Prüfung auf Plausibilität und permanente Überwachung mögliche Einstellfehler des Fahrers verhindert. Wird der Solldruck beim Aufpumpen des Reifens nicht erreicht, fordert das System den Fahrer zur Korrektur auf. Ein “Reifenplatzer” folgt meist unmittelbar auf einen schnellen Druckverlust von mehr als 0,4 bar pro Minute. Sobald der schnelle Druckverlust einsetzt, erscheint eine “harte Warnung” im Display der Instrumententafel: “Reifenpanne, sofort anhalten”. Bei einem langsamen (schleichenden) Druckverlust, der die Verkehrssicherheit noch nicht beeinträchtigt, erhält der Fahrer eine “weiche Warnung”; er wird gemahnt, bei nächster Gelegenheit den Reifendruck zu erhöhen. Die Mahnung erfolgt erstmals, wenn der Fülldruck im Reifen 0,4 bar unter dem Solldruck liegt. Bei jedem Einschalten der Zündung und auch in gewissen Abständen während der Fahrt wird die Mahnung wiederholt. Fällt der Minderdruck auf 0,8 bar wird die Warnung in einer höheren Dringlichkeitsstufe ausgegeben, zum Beispiel in roter statt in gelber Farbe. Entsteht der Druckverlust im Stand, wird der Fahrer vor Antritt der Fahrt gewarnt. Das Reifendruck-Kontrollsystem TSS besteht aus dem zentralen Steuergerät und pro Rad aus einer am Rad befestigten Radelektronik sowie einer HF-Empfangseinheit pro Achsgruppe. Die Radelektronik ist so konzipiert, dass sie in fast jede Felge eingebaut werden kann. Die Betriebsdauer der Radelektronik beträgt drei Jahre und ist bei Temperaturen von minus 40 Grad bis plus 120 Grad im Reifen einsatzfähig. Da die Radelektronik innerhalb des Reifen montiert wird, ist sie vor Umwelteinflüssen wie Spritzwasser und Salz sowie vor mechanischen Belastungen, wie sie insbesondere bei Baustellenfahrzeugen auftreten, geschützt, ebenso vor Vandalismus. Bei schweren Nutzfahrzeugen kann entweder jeder einzelne Reifen überwacht werden, oder – wie zunächst beim Mercedes-Benz Actros 1844 LS im Bild 2 – nur die Super-Single-Reifen an der Antriebsachse. Das Steuergerät des Actros kommuniziert über LIN-Bus mit den Digitalantennen (Hochfrequenz-Antennen mit digitalem Ausgang). Für künftige Applikationen an zwillingsbereiften Achsen können bis zu vier Antennen angeschlossen werden.

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