Deutsche Kautschukindustrie 2002 dank Reifen mit positiver Bilanz

“Der Optimismus für das Geschäftsjahr 2003 hält sich in Grenzen”, so der Vorsitzende des Wirtschaftsverbandes der deutschen Kautschukindustrie (wdk), Paul Eberhard Krug. Zwar erwartet der wdk ein Umsatzwachstum von knapp 3 Prozent, die ohnehin angespannte Ertragslage der Unternehmen werde sich aber weiter verschärfen. Der leichte Optimismus gründet sich auf ein zumindest in der zweiten Jahreshälfte leicht verbessertes Geschäftsumfeld. Hoffnungen setzt der Verband insbesondere auf ein wieder anziehendes Auslandsgeschäft. Bei technischen Elastomer-Erzeugnissen werden auch 2003 primär qualitative und technologische Verbesserungen der Produkte für steigende Umsätze sorgen. Das Mengengeschäft dürfte hingegen stagnieren bzw. erst in der zweiten Jahreshälfte leicht anziehen. Bei Bereifungen rechnet der Verband mit Impulsen für das Erstausrüstungsgeschäft durch eine wieder steigende Fahrzeugproduktion. Trotz des schwierigen gesamtwirtschaftlichen Umfelds konnte der Umsatz der deutschen Kautschukindustrie im Jahr 2002 um 2,4 Prozent auf über 9,7 Milliarden Euro gesteigert werden. Allerdings darf nicht übersehen werden, dass es in den einzelnen Unternehmen der Branche sehr unterschiedliche Umsatzentwicklungen gab, die vom zweistelligen Minus bis zum zweistelligen Plus reichten. Der Inlandsumsatz stieg insgesamt um 2,7 Prozent auf 7,2 Milliarden Euro. Einen erfreulichen Geschäftsverlauf verbuchten die Hersteller von Bereifungen. Sie setzten mit 4,0 Milliarden Euro 4,1 Prozent mehr um als in 2001. Demgegenüber konnte der Inlandsumsatz Technischer und Sonstiger Elastomer-Erzeugnisse (TSE) lediglich um 1,0 Prozent ausgeweitet werden. Das Umsatzvolumen betrug 3,2 Milliarden Euro. Der Auslandsumsatz von Elastomer-Erzeugnissen erhöhte sich um 1,8 Prozent auf 2,5 Milliarden Euro. Bei Bereifungen konnte er um 3,4 Prozent ausgeweitet werden. Die Verkäufe von TSE zogen erst gegen Jahresende an und erreichten mit einem Zuwachs von 0,4 Prozent 1,4 Milliarden Euro. 2002 lag das Investitionsvolumen mit rd. 630 Millionen Euro etwa 10 % niedriger als noch in 2001. Der Beschäftigtenstand ging leicht um etwa 1 % auf 74.762 Mitarbeiter zurück. Wie in den Vorjahren setzten sich zwei Trends fort. Zum einen zwang der nicht nachlassende Kostendruck die Unternehmen weitere Ratioalisierungen und damit Personalreduzierungen vorzunehmen. Zum anderen herrschte weiterhin ein Unterangebot an qualifizierten Fachkräften, was dazu führte, dass eine Vielzahl freier Stellen, insbesondere mit Chemikern und Ingenieuren, nicht besetzt werden konnte. Konnte der Umsatz in der Branche auch im Jahr 2002 nun zum sechsten Mal in Folge erhöht werden, so hat sich die angespannte Ertragslage weiter verschärft. Lohnsteigerungen und im Jahresverlauf ansteigende Rohstoffkosten schmälerten die Erträge der Unternehmen sowohl bei den Reifenherstellern als auch bei den Produzenten technischer Artikel. Krug betonte, dass eine Weitergabe der höheren Kosten an die Abnehmerindustrien nicht durchsetzbar war. Ganz im Gegenteil, die nachfragemächtigen Abnehmer forderten ihrerseits preisliche Zugeständnisse.

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