Österreichisches Team gewinnt Fulda-Challenge 2003 (update)

Einzelsiegerin bei den Frauen wurde Veronika Börlin – Bei den Männern mit Rösel und Thannesberger zwei erste Plätze Am siebten und letzten Tag der Fulda-Challenge standen noch zwei Wettbewerbe auf dem Programm. Zunächst auf halber Strecke zwischen Inuvik und Tuktoyaktuk in den Northwest Territories eine 30 Kilometer lange Zuverlässigkeitsfahrt mit vorgegebener Durchschnittsgeschwindigkeit auf dem Eis des Mackenzie. Dann ging es auf der insgesamt 183 Kilometer langen "Ice-Road", die zunächst einem der zugefrorenen Wasserarme des riesigen Mackenzie-Deltas folgt, weiter nach Norden bis an die Beaufort Sea zur Eskimo-Siedlung Tuktoyaktuk, die nur im Winter mit Fahrzeugen erreichbar ist. Nachdem am Vortag die mehr als 300 Kilometer lange Fahrt über die zweite Hälfte des Dempster-Highways, der mit schwierigsten winterlichen Straßenverhältnissen aufwartete, vorausgegangen war, folgte an diesem Tag die noch spektakulärere Fahrt über das in diesem Jahr fast schneefreie und damit gefährlich glatte Eis. Bei Tuktoyaktuk, auf der Eisflache des arktischen Ozeans, stand bei minus 22 Grad Celsius ein 13., von den Veranstaltern überraschend angesetzter Wettbewerb an: ein Radwechsel auf Zeit. Hell war es etwa gegen 10 Uhr geworden. Bei Sonnenaufgang um 11.30 Uhr war der erste Wettbewerb des Tages bereits beendet. Jedes Team hatte eine Strecke von 30 Kilometern mit der genau vorgegebenen Durchschnittsgeschwindigkeit von 57,5 Kilometern in der Stunde zu durchfahren gehabt, was auf dem blanken Eis und den teilweise recht engen Kurven ein nicht einfaches Unterfangen war – auch wenn dies bei der ca. 20 Meter breiten Straße zunächst sehr einfach erschien. Außerdem hatte der Wettbewerbsleiter Hans-Joachim Stuck den Zeitcheck bereits nach 24 Kilometer vorgesehen, so dass ein Verstoß gegen die vorgegebene Richtgeschwindigkeit später nicht mehr korrigiert werden konnte. Dem entsprechend verfehlten einige der Teams die Richtzeit um mehr als zwei Minuten und kamen nur auf einen der hinteren Ränge. Die Nase vorn mit nur 10 Sekunden Fehlzeit hatte an diesem Morgen das Team aus Österreich. Der Radwechsel auf Eis ist kein Honigschlecken … Die Kälte in Tuktoyaktuk in der westlichen Arktis, auf dem 69. Nördlichen Breiten- und dem 133 Längengrad gelegen, ist um diese Jahreszeit normalerweise mit unter minus 40 Grad Celsius kaum noch auszuhalten. Eine Erfahrung jedoch, die die diesjährigen Fulda-Challenge-Finalisten nicht machen mussten: Sie hatten den Wettergott ganz auf ihrer Seite, denn die Sonne strahlte und die Temperaturen lagen nur knapp unter minus zwanzig Grad. Trotzdem gab es eiskalte Hände und ausgepumpte Lungen beim Radwechsel-Wettbewerb: Nach dem Lösen des rechten Hinterreifens ging es mit diesem auf die schneebedeckte Eisfläche zu einem 150 Meter entfernten Wendepunkt. Ob der Reifen dabei getragen oder gerollt wurde, war jedem selbst überlassen. Am Wagen zurück, musste der Reifen wieder fachgerecht aufmontiert werden. Erst nachdem das Fahrzeug fahrbereit auf dem Boden stand und der Wagenheber entfernt war, wurde die Zeit genommen. Die zunächst gestarteten Frauen kamen auf gute Zeiten. Beste mit nur 9,09 Minuten war die Canadierin Shellye Wynne Nairn, dicht gefolgt von Clara Kulich (Österreich), die nur 41 Sekunden länger für die Aktion auf dem Eis und Schnee der Beaufort Sea benötigte. Kurz darauf, nach 10,19 Minuten, konnte die Engländerin Vicky Hilliard "startklar" melden. Die weiteren Platzierungen lauteten in dieser Reihenfolge: Veronika Börlin (Schweiz), Anke Tewes (Deutschland), Magreet Reinders (Niederlande), Claudia Montanari (Italien) und Alexandra Kainz (ÖAMTC). Die neunte Teilnehmerin, Elke Günther vom SAT 1-Team, war zwei Tage zuvor krankheitsbedingt ausgestiegen. Ihr ging es zur Schlussetappe zwar schon wieder besser, aber die begleitenden Ärzte hatten für die letzten beiden Wettbewerbe dennoch keine Starterlaubnis gegeben. Deutlich schneller als die Frauen zeigten sich beim Reifenwechsel dann die männlichen Teammitglieder. Schon nach 5,12 Minuten hatte es Konrad Herbert vom Team ÖAMTC geschafft. Ebenfalls noch unter sechs Minuten blieben sein Landsmann Dietmar Thannesberger (5,20 Min.) und – zeitgleich auf dem dritten Platz mit 5,24 Minuten – der Italiener Mirco Grof und Claudio Dorigo (Deutschland) sowie Jan Rösel vom SAT 1-Team mit 5,40 Minuten. Sechster wurde Simon Kessler (Schweiz) gefolgt von Jean-Guy Lavoie (canada), Leo Huisman (Niederlande) und Ian Ellis (England). Das Endresultat der Sonderprüfungen dieses Tages sowie der Fulda-Challenge 2003, die mit neun Teams aus Europa und Kanada (und 40 weiteren Organisatoren und Presse-Autos) in sieben Tagen mit 13 Sonderprüfungen von Whitehorse über ca. 2.000 Kilometer nach Norden ans Beaufort-Meer führte, wurde bei der Siegerehrung in der Stadthalle von Inuvik bekannt gegeben. Anwesend waren auch der Bürgermeister und weitere örtliche Vertreter dieser nördlichsten Stadt Kanadas. Die Vertreter des Veranstalters Fulda Reifen GmbH & Co. KG, Helge Jost und Kerstin Völck, verkündeten das End-Klassement der Fulda-Challenge nach dem 7. Wettbewerbstag: Teamsieger und damit Gewinner eines großen Gold-Nuggets wurde das Team Österreich. Teamwertung: 1. Österreich: 153 Punkte 2. Deutschland: 136 P. 3. Schweiz: 134 P. 4. Österreich/ÖAMTC: 126 P. 5. Canada: 125 P. 6. Italien: 120 P. 7. Niederlande: 110 P. 8. Deutschland/SAT 1: 102 P. 9. England: 72 P. Frauenwertung: 1. Veronika Boerlin (CH): 77 P. 2. Shellye Wynne Nairn (C): 70 P. 3. Clara Kulich (Ö): 66 P. 4. Anke Tewes (D): 52 P. 5. Alexandra Kainz (Ö/ÖAMTC): 51 P. 6. Magreet Reinders (NL): 50 P. 7. Claudia Montanari (I): 49 P. 8. Vicky Hilliard (GB): 40 P. 9. Elke Günther (D/SAT 1): 25 P. Männerwertung: 1. Jan Rösel (D/SAT 1): 70 P. 2. Dietmar Thannesberger (Ö): 70 P. 3. Konrad Herbert (Ö/ÖAMTC): 68 P. 4. Mirco Grof (I): 60 P. 5. Claudio Dorigo (D): 57 P. 6. Leo Huisman (NL): 53 P. 7. Simon Kessler (CH): 50 P. 8. Jean-Guy Lavoie (C): 46 P. 9. Jan Ellis (GB): 24 P.

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