Bremse für das Dienstwagengeschäft

Prinzipiell gebe es zwei Ansaetze, um den Umsatz zu stabilisieren, sagt Landmann: “Auf Seiten der Nutzer muss die Steuerbelastung sinken, und für die Unternehmen müssen die tatsächlichen Nutzungskosten minimiert werden. Die Hersteller müssten dazu noch stärker in eine Rolle als Partner ihrer Kunden hineinwachsen.” So liessen sich beispielsweise die Leasingkosten für die Unternehmen durch ein besseres Restwertmanagement der Hersteller senken, sagt der Automobilexperte und erklärt: “Durch den geringen Wertverlust haben die deutschen Anbieter einen Wettbewerbsvorteil gegenüber der ausländischen Konkurrenz. Den können sie über niedrigere Leasingraten an ihre Kunden weitergeben.” Der gleiche Mechanismus greife mit Hinblick auf die Kosten für Versicherung sowie Wartung und Reparatur. Durch die Einkaufsmacht der Hersteller liesse sich die Mehrbelastung gleichmässiger verteilen. Aber auch die Unternehmen selbst könnten ihren Beitrag leisten, beispielsweise durch das konsequente Outsourcing des Fuhrparkmanagements. Darin sieht Landmann Nachholbedarf auf Seiten der Firmen: “Einen Teil der so einzusparenden Kosten können Unternehmen dann an ihre Mitarbeiter weitergeben.” Diese werden in Zukunft vielleicht auf die eine oder andere Zusatzausstattung verzichten müssen, nicht aber auf den Firmenwagen an sich. Eine weitere Möglichkeit für die Hersteller, den Kunden entgegenzukommen, sieht der Deloitte Consulting Partner in einem auf die Kunden abgestimmten Timing von Preiserhöhungen.: “Die meisten Dienstwagen haben eine Laufzeit von rund drei Jahren. Preiserhöhungen im kommenden Frühjahr würden die Steuerbelastung noch verstärken. Sollte ein Hersteller das tun, kann er sicher sein, dass der Kunde davon wenig begeistert sein wird. Eine auf den Zyklus abgestimmte Preispolitik kann die negativen Effekte der Steuererhhung hingegen abfedern.” Allerdings ist diese Preiselastizität endlich: “Das ist wie mit der Haftungsgrenze eines Reifens. Irgendwann ist auch da Ende und der Wagen, also die Automobilindustrie, rutscht von der Strasse in den Graben. Und das will sicher auch die Politik nicht”, beschreibt der Branchenexperte recht bildlich.

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