Partner und VRG fusionieren – Geschäftsstelle Norderstedt schließt

Wie Geschäftsführer Knörnschild im Pressegespräch mitteilte, bedürfe es keiner neuen Gesellschaftsgründung. Es gehe also nicht um neue Satzungen oder Bewertungsfragen, sondern die VRG-Mitglieder würden zunächst direkt als Gesellschafter in die VRG/Reifen Ring-New Label GmbH eintreten. Hierbei handelt es sich lediglich um einen vorläufigen Arbeitsnamen, der zu gegebener Zeit geändert werden könne. Diese neue Organisation wird durch die beiden bisherigen Geschäftsführer Knörnschild (zuständig für point-S) und Pecher (zuständig für VRG/Reifen-Ring) geführt, die auch jeweils die Sprecherfunktion in den beiden Labels/Betriebstypen Point S bzw. VRG/Reifen Ring New Label übernehmen werden. Der Zusammenschluss sei für beide Kooperationen eine große Herausforderung, es entstehe aber auch eine neue, verbesserte Plattform, auf der man sich den Anforderungen der Zukunft besser stellen könne. Auch die Gesellschafterräte seien sicher, dass nach den bis heute so zügigen Verhandlungen nun auch rasche Erfolge in der Umsetzung erzielt werden könnten. Heinz-Theo Pecher bestätigte in diesem Pressegespräch, dass die VRG-Zentrale in Norderstedt geschlossen werde und man den Mitarbeitern einen Umzug nach Ober-Ramstadt anbieten wolle. Das ist hier so verstanden worden, dass dieser Umzug bereits kurzfristig, spätestens aber im Verlaufe kommenden Jahres erfolgen solle. Dagegen wollen einige VRG-Gesellschafter Pecher so verstanden habe, als käme ein Umzug erst in den Jahren 2005/2006 in Betracht. Die Neue Reifenzeitung selber hatte keinen Zugang zur Hauptversammlung und ist daher auf Aussagen einiger Teilnehmer angewiesen. Möglicherweise handelt es sich vorliegend somit um Missverständnisse. Dieser Zusammenschluss macht aus Sicht der VRG durchaus Sinn, denn die Kooperation war zu klein und nicht attraktiv genug, um an den Flottengeschäften und Leasinggeschäften teilhaben zu können; ebenfalls fehlte es an durchschlagenden Marketingmaßnahmen für den Autoservice. Auch was die anderen Marketingkonzepte anbelangt, hatte die VRG Mühe mit den mächtigeren Konkurrenten team und point-S mithalten zu können. Das war auch unter Pecher-Vorgänger Heymann klar erkannt worden, so dass man vor zwei Jahren bereits in intensiven Verhandlungen mit der team gewesen war, den Willen zur Zusammenarbeit bereits bekundet hatte und dennoch ein Scheitern in letzter Minute zu verzeichnen war. Die Notwendigkeit, sich unter das Dach eines stärkeren Partners zu begeben, war durch den Ausfall einiger VRG-Umsatzträger dramatisch forciert worden. Zunächst fielen die Umsätze des in Vermögensverfall geratenen Reifenhandelsunternehmens Meyer/Bergheim in Fortfall und inzwischen ist auch dem letzten VRG-Gesellschafter klar, dass die Neue Reifenzeitung mit ihrem Bericht über das geplante Ausscheiden des umsatzstärksten Gesellschafters Reifen Krupp/Schifferstadt nichts als Tatsachen verbreitet hatte. Dieser Vorgang, der zu einer angespannten Situation zwischen der VRG-Spitze und dieser Zeitschrift führte, die in einer Empfehlung mündete, Abonnements der Neue Reifenzeitung zu kündigen, weil man sich "dem fairen Journalismus verpflichtet" fühle, spielte lediglich am Rande des Pressegesprächs eine Rolle, nachdem H-W Knörnschild seine Bereitschaft zur weiteren bis heute problemlosen Zusammenarbeit mit der Neue Reifenzeitung erklärte. Auf Vorhalt des VRG-Gesellschafters Straub, der Chefredakteur der NRZ habe sich in seinen Beiträgen nicht ausreichend informiert, äußerte sich Haddenbrock nochmals deutlich und stellte eine Entschuldigung selbst gegenüber Straub in Aussicht, wenn -und allerdings auch wirklich nur dann- er (Straub) nun mal erklären wolle, was an den Beiträgen der NRZ falsch gewesen sei. Eine Antwort darauf gab es allerdings nicht. Somit war auch dieses Mal nicht zu klären, wie zwei, drei Herren der VRG ihrer sich auferlegten Verpflichtung zu seriösem Journalismus zu folgen gedenken. Hans-Werner Knörnschild fühlte sich "sehr geehrt, dass die VRG sich nun für ein Zusammengehen mit uns entschieden hat" und auch Gründungsmitglied Duregger zeigte sich höchst erfreut. Der Sinn für die Partner/point S liegt in der Vergrößerung ihrer Organisation und in einer Optimierung einer ohnehin bereits guten Marktabdeckung. Vor zwei Jahren hatte man bei der partner GmbH in einem Zusammengehen mit der VRG noch keinen rechten Sinn erkennen können. Auf Nachfrage dieser Zeitschrift sagte Knörrnschild, die Zeiten änderten sich nun mal und es gebe für bestimmte Änderungsnotwendigkeiten so bezeichnete Zeitfenster, die man nun genutzt habe. Es wird nun, sofern dies hier richtig verstanden worden ist, zunächst einmal eine Zuordnung der einzelnen VRG-Betriebe stattfinden. Dabei werden vielleicht 20 oder gar 30 dieser Betriebe unter das point S-Dach rutschen können, während der gesamte Rest bestenfalls für die Partner-Tochtergesellschaft Reifen Ring gut genug ist. Ob sich die in Einzelgesprächen zu hörenden Erwartung (z.B. "Aufbruch in neue Dimensionen") auch erfüllen werden, bleibt abzuwarten. Bisher waren aus der Reifenindustrie noch keine Stimmen zu vernehmen und auch die Wettbewerber haben sich noch nicht geäußert.

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