Zehn WM-Punkte für Michelin-Partner in Spa-Francorchamps

Erfolgreiches Rennwochenende aus der Sicht von Michelin: Auf dem Formel 1-Kurs von Spa-Francorchamps sicherten sich die Franzosen hinter den souveränen Ferrari die übrigen vier Punkteplätze. Juan Pablo Montoya konnte mit seinem Michelin-bereiften Williams-BMW FW23 die Attacken des McLaren-Mercedes von David Coulthard abwehren und eroberte mit Rang drei den letzten Podiumsplatz. Während Ralf Schumacher als Fünfter das Ziel erreichte, unterstrich Eddie Irvine mit einem weiteren Punkte-Erfolg den Aufwärtstrend der ebenfalls Michelin-bereiften Werks-Jaguar. Auf Rang sieben segelte Toyota-Michelin-Pilot Mika Salo nur knapp an WM-Zählern vorbei. Jarno Trulli und Jenson Button im Werks-Renault mussten alle Hoffnungen auf eine Platzierung unter den ersten Sechs nach technischen Defekten begraben. Der Große Preis von Belgien konnte auch in diesem Jahr wieder mit spannenden Duellen und harten Positionskämpfen aufwarten – ab Rang drei. Während an der Spitze die Ferrari von Michael Schumacher und Rubens Barrichello unbedrängt dem fünften Doppelsieg der Saison entgegen eilten, lieferten sich gleich dahinter die Michelin-Partner Juan Pablo Montoya, Kimi Räikkönen und David Coulthard spannende Auseinandersetzungen um Rang drei. Dabei war es der junge McLaren-Mercedes-Pilot aus Finnland, der nach einem leichten Fahrfehler gleich zu Beginn des Rennens dem kolumbianischen Fahrer des BMW-Williams-F1-Team den Vortritt lassen musste. Nach der ersten Boxenstopp-Runde hatte sich zudem sein McLaren-Mercedes-Kollege David Coulthard an dem 22-Jährigen vorbei gequetscht. Räikkönen fiel in Runde 23 dann einem Motorschaden zum Opfer und schied aus. Unterdessen startete Coulthard vehemente Attacken auf Montoya. Der Südamerikaner ließ sich jedoch nicht ins Bockshorn jagen und behielt die Nerven – bis ins Ziel. Ralf Schumacher hatte bereits beim Start wichtigen Boden eingebüßt und musste nach einem Dreher auch noch dem Renault R202 von Jarno Trulli den Vortritt lassen. Als der Italiener jedoch ebenfalls wegen eines Motorschadens ausfiel, war der Weg frei zu Platz fünf und zwei wichtigen WM-Punkten. Den letzten Zähler erntete überraschender Weise der Jaguar-Pilot Eddie Irvine, der auf der Ardennen-Achterbahn ebenso wie sein direkter Verfolger – Toyota-Mann Mika Salo – von der Performance der Michelin-Pneus profitierte. Bereits im Qualifying hatte die Michelin-Fraktion die Stärke des französischen Reifenherstellers unterstrichen: Neun der elf Erstplatzierten rollten auf Pneus aus Clermont-Ferrand in die Startaufstellung. Als besonders beeindruckend erwies sich dabei die Vorstellung des jungen Finnen Kimi Räikkönen: Der 22-jährige McLaren-Mercedes-Pilot entpuppte sich auf der Fahrer-Strecke in den Ardennen als härtester Herausforderer des fünffachen Weltmeisters Michael Schumacher und fuhr zum ersten Mal in seiner Karriere in die erste Startreihe vor. „Unser Paket funktioniert hier offensichtlich sehr gut, deshalb freue ich mich auf das Rennen“, ließ der große Schweiger mit dem schweren Gasfuß verlauten. Sein Teamkollege David Coulthard musste sich zwar mit dem sechsten Startplatz begnügen, schien darüber aber nicht sehr besorgt zu sein: „Im Hinblick auf das Rennen habe ich mich für eine andere Reifenmischung von Michelin entschieden als Kimi, darum stellt das Ergebnis für mich keine große Überraschung dar“, so der Schotte. Deutlich unzufriedener äußerten sich mit Ralf Schumacher und Juan Pablo Montoya die Piloten des BMW WilliamsF1 Teams über ihre Startplätze vier und fünf. „Unser Wochenende lief bisher nicht ganz optimal“, so der Deutsche. „Es ist uns nicht leicht gefallen, die richtige Balance für das Auto zu finden und die Reifen schnell genug auf Temperatur zu bringen.“ Montoya: „Das war nicht das, was ich mir hier vom Qualifying versprochen hatte. Seit dem Saisonauftakt in Australien bin ich nicht mehr aus der dritten Reihe gestartet.“ Das Podestergebnis tröstete ein wenig über das Abschlusstraining hinweg. Während Renault-Michelin-Pilot Jarno Trulli das Qualifying als Siebtschnellster beendete, fanden sich auf den folgenden beiden Startplätzen zwei Piloten, die dort eher selten anzutreffen sind: Eddie Irvine legte am Steuer seines – mit einer neuen Vorderachs-Geometrie versehenen – Jaguar R3 die achtbeste Zeit vor, Toyota-Michelin-Mann Mika Salo folgt nur 0,015 Sekunden langsamer gleich dahinter. „Michelin hat offensichtlich die Hausaufgaben für Spa bestens erledigt“, lobte Jaguar-Teamchef Niki Lauda seinen Reifenpartner. „Wir waren schneller, als wir uns das selbst erhofft haben“, staunte Irvine. „Das war hauptsächlich ein Verdienst von Michelin!“ Und auch Salo hatte Grund zur Freude: „Jetzt, wo die ganzen langsamen Strecken hinter uns liegen, sind wir wieder da! Hier in Spa-Francorchamps können wir die Leistung unseres Toyota-Motor ausnutzen“ – Platz sieben im Rennen unterstrich diese Prophezeiung deutlich.

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